Tiger-Zwergvogelspinne

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Tiger-Zwergvogelspinne

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Vogelspinnenartige (Mygalomorphae)
Familie: Vogelspinnen (Theraphosidae)
Unterfamilie: Ischnocolinae
Gattung: Holothele
Art: Tiger-Zwergvogelspinne
Wissenschaftlicher Name
Holothele incei
(Pickard-Cambridge, 1898)

LSID-Kennung
LSID: [urn:lsid:amnh.org:spidersp:002111]

Die Tiger-Zwergvogelspinne (Holothele incei) zählt innerhalb der Familie der Vogelspinnen (Theraphosidae) zur Gattung Holothele. Im Englischen wird die Tiger-Zwergvogelspinne trinidad olive tarantula genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Tiger-Zwergvogelspinne erreicht als Weibchen eine Körperlänge von etwa 3,0 bis 4,0 Zentimeter und als Männchen eine Körperlänge von etwa 2,5 bis 3,0 Zentimeter. Die Beine und das Opisthosoma der Tiger-Zwergvogelspinne weisen eine schwärzliche Grundfärbung auf. Auf dem Opisthosoma zeigen sich quergerippte rötliche Streifen, die für die Tiger-Zwergvogelspinne namensgebend waren. Der Carapax ist glänzend goldgelb bis bräunlich gefärbt. Das adulte Männchen weist eine dunkelbraune Färbung auf und die Tarsen sind nicht so bunt gefärbt wie beim Weibchen. Bulbispina beim Männchen lang und schlank. Die Spermathek beim Weibchen besteht aus zwei langen schlauchförmigen Receptacula seminis. Die Jungspinnen weisen im Gegensatz zu den adulten Tieren dorsal einen schwarz gefärbten Carapax mit grünlichem Glanz und mit einem gelben Rand auf. Das Opisthosoma ist meist grünlich getönt und die Beine weisen eine schwarze Färbung mit einer rosafarbenen Musterung auf. Das adulte Männchen besitzt an dem vorderen Beinpaar Tibialhaken für die Paarung. Das Weibchen zeigt selten Aggressionen gegenüber ihrem Partner. Das Männchen lebt nach der letzten Reifehäutung etwa sechs bis sieben Monate noch.

Lebensweise

Die Tiger-Zwergvogelspinneist eine bodenbewohnende Vogelspinne und lebt wie fast alle Vogelspinnen einzelgängerisch. Ferner ist sie eine nachtaktive Spinne, die sich nie weit von ihrem Wohngespinst entfernt. Die Tiger-Zwergvogelspinne lebt in Kolonien und die Wohngespinste sind nicht mehr als ein paar Zentimeter voneinander entfernt.

Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Tiger-Zwergvogelspinne befindet sich in Trinidad und Venezuela und umfaßt das Gebiet rund um Caracas. In diesem Gebiet herrscht tropisches Klima. Die Regenzeit dauert von Juni bis Dezember. Am Tage herrschen Temperaturen von etwa 30 Grad Celsius und in der Nacht etwa 20 Grad Celsius. Die Tiger-Zwergvogelspinne legt ihr Wohngespinst in Ritzen von Steinen und Böschungen an. Allerdings kann die Tiger-Zwergvogelspinne auch Wohnröhren bis zu 25 Zentimeter tief graben. Die Wohnröhren werden dann mit viel Seide ausgesponnen und mit herumliegendem Material ausgekleidet.

Ernährung

Die Tiger-Zwergvogelspinne ernährt sich in ihrem natürlichen Lebensraum von Insekten (Insecta) und von anderen kleinen Tieren. In Gefangenschaft kann die Ernährung vielfältig sein und besteht meist aus Grillen (Gryllidae), Heuschrecken wie Langfühlerschrecken (Ensifera) und Kurzfühlerschrecken (Caelifera) und aus Larven vom Mehlkäfer (Tenebrio molitor).

Fortpflanzung

Das Weibchen erreicht die Geschlechtsreife etwa mit 1 bis 2 Jahren, während das Männchen mit etwa 1 Jahr geschlechtsreif ist. Bis zur Geschlechtsreife durchläuft die Tiger-Zwergvogelspinne mehrere Häutungen. Bereits zu diesem Zeitpunkt webt das Männchen ein sogenanntes Spermanetz, in das das Männchen sein Sperma füllt. Dieses Sperma wird in die Bulben aufgenommen, indem das Männchen mit seinen Pedipalpen die Spermaflüssigkeit in die Bulben pumpt. Nun geht es auf die Suche nach einem Weibchen. Das Männchen ermittelt die Anwesenheit eines Weibchens, indem es die chemischen Substanzen (Pheromone) des Weibchens wahrnimmt. Hat das Männchen ein Weibchen ausgemacht, umwirbt das Männchen das Weibchen mit seinen Tastern durch kräftiges Trommeln und spasmodischen Bewegungen des dritten Beinpaares, teilweise trommelt das Männchen auch noch mit dem ersten und zweiten Beinpaar und prüft zugleich die Paarungsbereitschaft des Weibchens. Vermutlich wird die seismische Kommunikation über den Boden durch Stridulation einiger Organe produziert. Die durch das Trommeln ausgelösten Vibrationen (seismische, akustische Signale) werden über die Hörhaare wahrgenommen.

Nach ungefähr drei bis sechs Wochen nach der Kopulation versiegelt das Weibchen die Zugänge des Nestes und webt mit Seide innerhalb des Nestes einen Kokon. Ungefähr drei Monate nach der Kopulation legt sie etwa 50 bis 100 Eier im natürlichen Lebensraum in den Kokon ab. Das Weibchen kann innerhalb von kurzer Zeit einen zweiten und einen dritten Kokon anlegen, jedoch geht die Anzahl der Jungspinnen zurück. Im Innern des Kokons durchlaufen die Nymphen mehrere Entwicklungsstadien, in denen sie sich zweimal häuten. Die Nymphen schlüpfen noch im Innern des Kokons. Dies geschieht bereits nach drei Wochen. Nach insgesamt rund zehn Wochen schlüpfen die jungen Spiderlinge, wie sie nach dem Schlupf genannt werden. Die Spiderlinge sind schon beim Schlupf mit einem Zentimeter Spannweite recht stattlich. Sie häuten sich in der Folge alle zwei bis drei Wochen und leben in der ersten Zeit von Kleinstinsekten. Wenige Tage nach dem Schlupf verlassen sie das Nest. Die Spiderlinge sind während dieser Zeit sehr verletzbar.

Synonyme und Chresonyme nach Norman I. Platnick

Update 4. November 2008 <1>

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

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