Treiberameisen
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| Treiberameisen | |
|---|---|
| Treiberameisen (Dorylinae)
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| Systematik | |
| Unterstamm: | Tracheentiere (Tracheata) |
| Überklasse: | Sechsfüßer (Hexapoda) |
| Klasse: | Insekten (Insecta) |
| Unterklasse: | Geflügelte Insekten (Pterygota) |
| Teilklasse: | Neuflügler (Neoptera) |
| Ordnung: | Hautflügler (Hymenoptera) |
| Unterordnung: | Taillenwespen (Apocrita) |
| Teilordnung: | Aculeata |
| Überfamilie: | Vespoidea |
| Familie: | Ameisen (Formicidae) |
| Unterfamilie: | Treiberameisen |
| Wissenschaftlicher Name | |
| Dorylinae | |
| Leach, 1815 | |
Die Treiberameisen (Dorylinae), auch Heeresameisen genannt, zählen innerhalb der Familie der Ameisen (Formicidae) zur Gattung Dorylus. Im Englischen werden die Treiberameisen driver ants, safari ants oder siafu genannt. Weil die Ameisen der Unterfamilie Dorylinae ihre Beute förmlich vor einer riesigen geraden Front hertreiben, erhielt sie den deutschen Trivialnamen Treiberameisen.
Die Dorylinae ist eine Unterfamilie der alten Welt, zu der auch die Unterfamilie Aenictinae gehört. In der Neuen Welt kommt ausschließlich die Unterfamilie Ecitoninae vor. Die Unterfamilie Dorylinae ist nur mit einer Gattung Dorylus vertreten, deren etwa 70 Arten mit ihren derzeit bekannten 60 Unterarten vor allem in Zentralafrika und in Ostafrika sowie im tropischen Asien vorkommen.
Inhaltsverzeichnis |
Beschreibung
Aussehen und Maße
Die Treiberameisen können je nach Art und Verbreitungsgebiet unterschiedliche Körperlängen aufweisen. So können Arbeiterinnen der Ostafrikanischen Treiberameise (Dorylus molestus) stark variierende Körperlängen von 3 bis 11 Millimeter aufweisen und die Königinnen können eine Körperlänge von etwa 8 Zentimeter erreichen. Im Allgemeinen beträgt die durchschnittliche Körperlänge der Arbeiterinnen 8 bis 12 Millimeter. Wie bei ihren Artgenossen der neuen Welt, so sind auch die Soldaten unter den Arbeiterinnen der Treiberameisen der alten Welt die größten Individuen. Sie weisen einen sehr großen Kopf und große Kieferzangen auf. Sie sind in der Lage auch zu stechen, aber nur selten. Sie verlassen sich eher auf ihre mächtigen Kieferzangen. Die Treiberameisen bilden charakteristische lange Kolonnen, die sie gegen Eindringlinge vehement verteidigen. Sie werden von den kleineren Ameisen, den Arbeiterinnen gebildet und von den größeren Ameisen, den Soldaten flankiert. Diese nehmen automatisch die Position als Wache ein und begrenzen so die Korridore. Der Biss der Treiberameisen ist sehr schmerzhaft und die Entfernung ist schwierig, da ihre Kieferzangen extrem stark sind. Eine große Anzahl von Treiberameisen können kleine oder immobilisierte Tiere töten und mit ihren Kieferzangen Fleisch zerlegen. Alle Arten aus der Gattung Dorylus sind blind und wie die meisten Arten der Ameisen kommunizieren sie in erster Linie durch Pheromone.
Lebensweise
Die Treiberameisen leben in einer hierarchischen Gesellschaften. Eine Kolonie besteht aus einer Königin, aus Larven und Eiern, aus Soldaten und aus Arbeiterinnen. Im Gegensatz zu den Treiberameisen der Unterfamilie Ecitoninae, bilden die Treiberameisen der Unterfamilie Dorylinae mit ihrem Körper lebendige Nester, diese werden nur temporär für wenige Tage bis zu drei Monaten anlegt. Jede Kolonie kann über 20 Millionen Individuen umfassen. Die Treiberameisen weisen zwei unterschiedliche Aktivitätsphasen auf, und zwar eine wandernde Phase und eine stationäre Phase. In der Wanderphase erbeuten die Treiberameisen am Tage Insekten, Spinnentiere und kleine Wirbeltiere und bilden gegen Abend ihr Nest, das sie fast täglich wechseln. Die Wanderwege werden durch die Soldaten abgesichert. Wenn sich die Larven verpuppen, beginnt die stationäre Phase, die etwa zwei bis drei Wochen beträgt. Die Larven, die vorher mit Beutetieren versorgt wurden, werden jetzt der Königin gereicht. Der Hinterleib der Königin schwillt an und es kommt zur Eiablage. Mit dem Schlupf der Larven verlassen die neuen Arbeiterinnen ihren Kokon und nehmen danach wieder ihre nomadische Wanderphase auf.Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet der Treiberameisen erstreckt sich über die Tropen und Subtropen der Alten Welt wie auch der Neuen Welt. Die Treiberameisen der Unterfamilie Dorylinae kommen hauptsächlich in Afrika und in Asien vor, während die Treiberameisen der Ecitoninae vorwiegend in Südamerika und in Zentralamerika zu Hause sind.
Ernährung
Bei der Nahrungssuche der Treiberameisen werden zwei unterschiedliche Jagdtechniken eingesetzt, und zwar der Spaltenüberfall und der Schwarmüberfall. Das Beutespektrum der einzelnen Arten ist sehr unterschiedlich. Im Allgemeinen gehören zum Nahrungsspektrum der Treiberameisen Regenwürmer, Eidechsen, Frösche, Vögel, Schildkröteneier und auch größere Wirbeltiere.
Fortpflanzung
Die Treiberameisen bauen grundsätzlich kein Nest, sondern sie bilden mit ihren Körpern ein lebendiges Nest. Die Nester werden meistens an Baumstämmen oder in Erdhöhlen angelegt. Dabei halten sich die Individuen gegenseitig an den Beinen fest und bilden eine Art Knäuel, das ein strukturiertes Gebilde darstellt. Die älteren Arbeiterinnen befinden sich außen und im innen befinden sich die jüngeren Arbeiterinnen. Bei der kleinsten Störung sammeln sich auf der Oberfläche die Soldaten, die mit ihren kräftigen Kieferzangen das Nest vehement verteidigen. Das Nestinnere besteht aus zahlreichen Tunnels und mehreren Kammern. In den Kammern befindet sich die Nahrung sowie die Königin, die Larven sowie die Eier.
Nur die geflügelten Königinnen und die Männchen paaren sich. Die Männchen sind größer als die Soldaten und Arbeiterinnen und die Königinnen können eine Körperlänge von etwa 8 Zentimetern aufweisen. Nach der Paarung bilden die Königinnen neue Kolonien. Wie bei den meisten Ameisen, so sind auch die Arbeiterinnen und Soldaten der Treiberameisen steril.
Die männlichen Treiberameisen weisen ein stark aufgeblähtes Abdomen auf. Aufgrund ihres aufgeblähten Abdomens glaubte man ursprünglich, dass die Individuen einer anderen Spezies angehören. Sobald die Männchen die Geschlechtsreife erreicht haben, begeben sie sich auf den Hochzeitsflug. Haben die Männchen ein Nest mit einer jungfräulichen Königin gefunden, verpaaren sie sich mit der Königin. Wie bei den meisten Ameisen, so sterben auch die Männchen der Treiberameisen kurz nach der Paarung.
Systematik der Unterfamilie Treiberameisen
Anhang
Literatur und Quellen
- Kurt Günther, Hans-Joachim Hannemann, Fritz Hieke: Urania Tierreich, 6 Bde., Insekten . Deutsch Harri GmbH; Auflage: 5, 1990 ISBN 387144944X
