Triceratops elatus

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Triceratops elatus
Zeitraum
Oberkreide (Maastrichtium)
70 bis 65 Mio. Jahre
Fossilfundorte
  • Montana, USA
Systematik
Klasse: Sauropsida
Unterklasse: Diapside Reptilien (Diapsida)
Infraklasse: Archosauromorpha
Überordnung: Herrscherreptilien (Archosauria)
Ordnung: Vogelbeckensaurier (Ornithischia)
Unterordnung: Marginocephalia
Infraordnung: Horndinosaurier (Ceratopia)
Familie: Ceratopsidae
Gattung: Triceratops
Art: Triceratops elatus
Wissenschaftlicher Name
Triceratops elatus
Marsh, 1891

Der Triceratops elatus war eine pflanzenfressende Dinosaurier-Art und gehört zur Gruppe der Vogelbeckensaurier (Ornithischia). Triceratops läßt sich mit "Dreihorngesicht" übersetzen.

Inhaltsverzeichnis

Allgemeines

Der Triceratops elatus lebte vor 72 bis 65 Millionen Jahren am Ende der Oberen Kreidezeit während des Maastrichtium, zeitlich dem jüngsten Abschnitt der Kreidezeit. Wie alle Dinosaurier, so ist auch der Triceratops elatus vor etwa 65 Millionen Jahren ausgestorben. Über die Gründe kann man nur spekulieren. Es gibt eine Vielzahl von Möglichkeiten. Eine mögliche Ursache kann der Einschlag eines großes Meteoriten im Golf von Mexiko sein. Dieser Meteorit soll einen Durchmesser von zehn bis fünfzehn Kilometern gehabt haben. Durch den Einschlag wurde eine ökologische Katastrophe ausgelöst, die die Welt monatelang wenn nicht jahrelang in Dunkelheit hüllte. Zudem verursachte der Einschlag kurzfristige aber weitflächige Feuersbrünste, Tsunamis und orkanartige Sand- und Staubstürme. Auch mit dem einhergehenden säurehaltigen Regen kamen weitreichende Folgen auf die Flora und Fauna zu. Durch die Staubrückstände in der Atmosphäre verdunkelte sich nicht nur der Himmel, sondern senkte auch binnen kurzer Zeit die globale Temperatur herab. Fast 90 Prozent aller Herbivoren und Carnivoren starben infolgedessen aus.

Systematik

Der Triceratops elatus gehört zu der Ordnung der Vogelbeckensaurier (Ornithischia). Er war hier ein Vertreter der Unterordnung der Horndinosaurier (Ceratopia) zu denen die Familie der Ceratopsidae gehört. Alle Arten dieser Familie waren große, gehörnte Herbivoren, die üblicherweise in Herden lebten. Dazu gehörten unter anderem die Gattungen Psittacosaurus, Leptoceratops, Pachyrhinosaurus, Montanoceratops, Chasmosaurus, Centrosaurus, Triceratops, Styracosaurus und Protoceratops.

Fossile Funde

Die meisten fossilen Funde des Triceratops elatus stammen aus dem westlichen Kanada und den westlichen USA. Die Art wurde im Jahre 1891 von dem Paläontologen Othniel Marsh zuerst beschrieben. Seine Beschreibung stützte er auf Funde aus der Nähe von Denver in Colorado, USA. Im Jahre 1888 wurde der erste Schädel von John Bell Hatcher gefunden. Seither wurden über 50 Schädel und Teilskelette von Arten der Gattung Triceratops gefunden. Ein komplettes Skelett wurde bisher nicht dokumentiert.

Beschreibung

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Aussehen, Maße

Der Triceratops elatus hatte in etwa die Körperform eines heutigen Nashorn, nur wurde er deutlich größer und schwerer. Er erreichte eine Gesamtlänge von gut und gerne 900 Zentimeter, eine Schulterhöhe von etwa 300 Zentimeter sowie ein Gewicht von 8.000 bis 12.000 Kilogramm. Sein Schwanz erreichte in etwa ein viertel der Gesamtlänge. Sein Nacken war durch einen mächtigen Schild aus Hornplatten geschützt. Direkt über den Augen lagen zwei mächtige Hörner, die etwa eine Länge von 100 Zentimetern erreichten. Ein drittes, deutlich kürzeres Horn, befand sich auf der Nasenspitze. Die Hörner dienten nicht nur der Abwehr von Raubsauriern, sondern auch während der Paarungszeit bei den Revier- und Rivalenkämpfen. Sein Kopf war insgesamt ausgesprochen groß, der gut 300 Zentimeter lang war. Sein Schädel war einer der größten jemals auf der Erde lebenden Landtiere. Sein Schnabel hatte etwa eine Form eines Papageienschnabels. Mit dem Schnabel konnte er pflanzliche Nahrung von Ästen oder Büschen abzupfen. Sein stämmiger Körper ruhte auf vier kräftigen Beinen. Er war ein recht behäbiger Saurier, der durch Flucht kaum einem Raubsaurier entkam.

Verhalten

Triceratops elatus war vermutlich ein Tier, daß in großen Herden die Ebenen und lichten Wälder durchstreifte. Das dürfte im übrigen auf alle Vertreter der Familie der Ceratopsidae zutreffen. Man hat in fossilen Lagerstätten eine große Anhäufung von vielen Tieren gefunden. Diese Tatsache läßt auf ein Herdenleben schließen. Bei Bedrohung hat sich der Triceratops elatus in einer Reihe oder in einem Bogen formiert, um der Bedrohung durch einen großen Raubsaurier entgegenzutreten. Der Halsschild und die darauf befindlichen Hörner stellten in Verbindung mit einer Gruppe eine wirkungsvolle Abwehrwaffe dar. Man glaubt, daß der Triceratops elatus nur wenig ausgeprägte Intelligenz besaß. Die Größe des Gehirns in Verbindung mit der Körpermasse lassen diesen Schluß durchaus zu.

Unterarten

Verbreitung

Der Triceratops elatus war in weiten Teilen Nordamerikas, insbesondere im westlichen Teil der USA und Kanada, verbreitet. Er lebte in einem feuchten, fast tropisch anmutenden Klima. Offene Wälder in der Ebene und bewaldete Flußtäler stellten dabei seinen Lebensraum dar. Die Jahreszeiten waren zu dieser Zeit nur schwach ausgeprägt, so daß es auch im Winter recht mild war.

Nahrung

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Triceratops elatus war ein rein herbivorer Pflanzenfresser. Er aß vermutlich Palmfarne der Gattung Cycadophyta und ähnliche Pflanzen. Evolutionstechnisch war sein Gebiss an diese Kost optimal ausgerichtet. Mit mächtigen Backenzähnen zermalmte er die pflanzliche Nahrung, die er zuvor mit seinem schnabelartigen Maul abzupfte. Der Triceratops elatus selbst gilt als Beutetier von großen Räubern wie den Tyrannosaurus rex. Er war wahrscheinlich ein tagaktiver Saurier, der in größeren Gruppen auf Nahrungssuche ging.

Fortpflanzung

Über das Fortpflanzungsverhalten des Triceratops elatus ist recht wenig bekannt. Es handelt sich bei dieser Species um eine eierlegende Art. Die Nester wurden vermutlich an geschützter Stelle angelegt. Das Gelege wurde im folgenden zumindest vom Weibchen oder gar einer Herde bewacht. Nach dem Schlupf dürften die Jungtiere im Schutze der Herde aufgewachsen sein. Ausgewachsen waren sie erst mit 10 bis 15 Jahren. Die Geschlechtsreife wurde vermutlich mit acht bis zehn Jahren erreicht. Über die Lebenserwartung ist nichts bekannt.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Hazel Richardson: Dinosaurier und andere Tiere der Urzeit. Aussehen, Merkmale, Biologie, Verbreitung. Blv Buchverlag; Auflage: 1 (August 2004) ISBN 3405167655

Links

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