Tropidoderus childrenii

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Tropidoderus childrenii

Systematik
Klasse: Insekten (Insecta)
Unterklasse: Geflügelte Insekten (Pterygota)
Ordnung: Gespenstschrecken (Phasmatodea)
Familie: Phasmatidae
Unterfamilie: Tropidoderinae
Tribus: Tropidoderini
Gattung: Tropidoderus
Art: Tropidoderus childrenii
Wissenschaftlicher Name
Tropidoderus childrenii
(Gray, 1833)

Tropidoderus childrenii auch unter den Synonymen Acrophylla typhaeus, Diura typhaeus, Trigonoderus childrenii, Tropidoderus decipiens, Tropidoderus iodomus und Tropidoderus typhaeus bekannt, zählt innerhalb der Familie Phasmatidae zur Gattung Tropidoderus. Im Englischen wird die Art children's stick insect genannt. Die Art ist monotypisch, demnach sind keine Unterarten bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Das Männchen erreicht eine Körperlänge von etwa 120,0 Millimeter, während das Weibchen eine Körperlänge von etwa 140,0 Millimeter erreicht. Die Länge der Antennen beträgt etwa 20,0 Millimeter. Zwischen den Geschlechtern besteht ein deutlicher Dimorphismus. Wahrscheinlich ist Tropidoderus childrenii eine der größten Arten im südlichen Australien. Die Art beeindruckt durch seine Größe, Form und Aussehen. Die Geschlechter sind leicht zu unterscheiden. Das Männchen weist eine braun-beige bis rötlich-braune Färbung auf. Die Beine sind verhältnismäßig länger und dünner. Des Weiteren hat das Männchen transparente Flügel, die eine Länge von etwa 60,0 Millimeter und eine Spannweite von etwa 130,0 Millimeter aufweisen. Die Vorderflügel sind mit einem dünnen weißen Streifen versehen. Das Weibchen ist etwas größer als das Männchen und weist eine grünliche bis blau-grüne Färbung auf, so dass das Weibchen unter oder zwischen den Blättern der Eucalyptus-Bäume gut getarnt ist. Die Färbung des Weibchens kann aber auch rosa oder sahnefarben sein. Sowohl das Männchen als auch das Weibchen haben zwei paar Flügel. Die Männchen sind gute Flieger, was man von den Weibchen nicht behaupten kann. Die Länge der Flügel beträgt etwa 90,0 Millimeter und die Spannweite der Flügel beträgt etwa 190,0 Millimeter. Die Flügel sind gelblich gefärbt und sind mit hellen gelben und blauen Flecken an der Basis versehen. Wenn die Art sich bedroht fühlt, breitet sie die Flügel aus, dabei kommen die gelben und blauen Markierungen gut zur Geltung und schrecken meist die natürlichen Feine ab. Die Oberschenkel der Hinterbeine sind fein gezähnt und der Mesothorax wirkt etwas dreieckig und die äußeren Ränder sind gezackt. Die Nymphen erreichen nach dem Schlupf etwa 20,0 Millimeter. Sie weisen eine grüne und gelbe Färbung auf. Vom Kopf bis zur Spitze des Bauches verläuft ein gelber Streifen. Im Ruhezustand richtet sich die Nymphe im Blätterwerk so aus, dass der gelbe Streifen sicht mit der Mittelader des Blattes deckt. Ferner sind die Augen der Nymphen von einer dunkel violetten Tönung.

Lebensweise

Tropidoderus childrenii
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Tropidoderus childrenii

Tropidoderus childrenii lebt in den Baumkronen von Eucalyptus. Die Mimikry ist bei den Jugendlichen und bei den Weibchen besonders gut ausgeprägt. Die Männchen trifft man manchmal in der Nähe von Häusern, da sie von den Lichtern angelockt werden. Die natürlichen Feinde der Erwachsenen sind insbesondere Krähen und Elstern, vor allem die Jugendlichen werden bevorzugt von kleinen Singvögeln erbeutet.

Verbreitung

Tropidoderus childrenii ist in New South Wales im Südosten von Queensland sowie in South Australia und Victoria verbreitet. Die Art bewohnt hauptsächlich Waldgebiete mit Eukalyptusbestand und ist in der Baum- und Strauchvegetation anzutreffen. Bevorzugt leben diese Art in Gebieten mit hohem Niederschlag und keinem Frost.

Ernährung

Tropidoderus childrenii ernährt sich in freier Wildbahn hauptsächlich von Eukalyptus (Eucalyptus). Im adulten Stadium haben besonders die Weibchen einen hohen Futterumsatz. Eine andere Angewohnheit dieser Art ist, dass sie neben den Blättern auch die Stiele der Futterpflanzen verzehrt. Bei solchen Aktionen werden aber meist die Blätter abgeknabbert, so dass diese nicht mehr gefressen werden, weil sie auf den Boden fallen. Wie jede Stabheuschrecke verzehrt auch diese Art während oder nach der Häutung die gesamte alte Haut oder Teile von ihr. Dies dient höchstwahrscheinlich der Mineralstoffaufnahme.

Fortpflanzung

Die Fortpflanzung dieser Art kann sowohl zweigeschlechtlich als auch parthenogenetisch, das heißt ohne Männchen erfolgen. Etwa einem Monat nach der Imaginalhäutung wird das Weibchen paarungsbereit, das Männchen ist etwa nach drei Monaten geschlechtsreif. Sobald sich ein Paar gefunden hat steigt das Männchen auf den Rücken des Weibchens und die Kopulation beginnt. Dabei überträgt das Männchen seine Spermien in Form einer sogenannten Spermatophore. Diese schützt vor allem vor Austrocknung, bis das Weibchen alle aufgenommen hat. Das Männchen schiebt dieses Spermapaket in die Öffnung am Abdomen. Nachdem die Spermatophore geleert ist, werden die Spermien in die Samentaschen des Weibchens übertragen. Dort befruchten sie anschließend die Eier. Nach einigen Stunden steigt es wieder herunter. Auch wenn das Weibchen noch nicht adult oder noch nicht paarungsbereit ist, sitzt das Männchen oft tagelang am Rücken des Weibchens, dabei werden aber keine Samen übertragen. Nach ein paar Wochen beginnt das Weibchen mit der Eiablage, dabei werden jeden Tag einige Eier einfach fallen gelassen. Das Weibchen legt durchschnittlich fünf Eier pro Tag. Falls kein Männchen vorhanden ist bleiben die Eier unbefruchtet und es schlüpfen sozusagen "Klone" der Mutter. Wenn sich das Weibchen parthenogenetisch fortpflanzt werden weniger Eier gelegt, die Larven sind schwächer und alle sind Weibchen. Die Inkubation der Eier dauert etwa fünf bis sechs Monate. Die Eier sind oval geformt und weisen eine dunkle braune Grundfärbung auf und sind 6,00 Millimeter lang und 3,0 Millimeter breit.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Heiko Bellmann: Insekten (ohne Schmetterlinge). Erkennen und Bestimmen. 2002 by Mosaik Verlag in der Verlagsgruppe FALKEN/Mosaik, einem Unternehmen der Verlagsgruppe Random House GmbH, 81673 München / 5 4 3 2 1. ISBN 3-576-11476-9
  • Ake Sandhall, übersetzt von Dr. Wolfgang Dierl: BLV Bestimmungsbuch 15. Insekten und Weichtiere. Niedere Tiere und ihre Lebensräume-Gliedertiere, Würmer, Nesseltiere, Weichtiere, Einzeller. BLV Verlagsgesellschaft mbH, München Wien Zürich 1984. ISBN 3-405-11390-3
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