Utah-Präriehund

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Utah-Präriehund

Systematik
Ordnung: Nagetiere (Rodentia)
Unterordnung: Hörnchenverwandte (Sciuromorpha)
Teilordnung: Sciurida
Überfamilie: Hörnchenartige (Sciuroidea)
Familie: Hörnchen (Sciuridae)
Unterfamilie: Erd- und Baumhörnchen (Sciurinae)
Tribus: Echte Erdhörnchen (Marmotini)
Untertribus: Ziesel und Präriehunde (Spermophilina)
Gattung: Präriehunde (Cynomys)
Art: Utah-Präriehund
Wissenschaftlicher Name
Cynomys parvidens
Allen, 1905

IUCN-Status
Least Concern (LC) - IUCN

Der Utah-Präriehund (Cynomys parvidens) zählt innerhalb der Familie der Reiher (Ardeidae) zur Gattung der Präriehunde (Cynomys).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Utah-Präriehund gehört zu den kleinsten Vertretern innerhalb der Gattung der Präriehunde (Cynomys). Er erreicht eine Gesamtlänge von 30,5 bis 36 Zentimeter, eine Schwanzlänge von 3 bis 6 Zentimeter, eine Ohrlänge von 1,2 bis 1,6 Zentimeter, eine Hinterfußlänge von 5,5 bis 6,6 Zentimeter sowie ein Gewicht von 450 bis 900 Gramm. Männchen werden etwas größer und schwerer als Weibchen. Unmittelbar vor der Winterruhe wird das höchste Gewicht erreicht. Das Fell wird zweimal im Jahr, im Frühjahr (Mai) und im Spätsommer (September) gewechselt. Das Fell ist überwiegend gelblichbraun bis zimtbraun gefärbt, der Schwanz ist überwiegend weißlich gefärbt. Das Fell im Gesichtsfeld ist im Bereich der Oberlippe weißlich gefärbt. Ventral ist das Fell hellbraun bis hell zimtbraun, stellenweise auch cremefarben, deutlich heller gefärbt. Die Ohren sind sehr klein und sitzen seitlich am Kopf. Die Schnauze ist spitz zulaufend und im vorderen Bereich mit Tasthaaren (Vibrissen) versehen. Die kurzen Beine enden in Füßen, die mit kräftigen Krallen versehen sind. Das Weibchen verfügt zum Säugen ihres Nachwuchses über fünf Paar Zitzen.

Lebensweise

Utah-Präriehunde sind tagaktiv und halten während des Winters eine mehrmonatige Winterruhe. Sie leben in zum Teil größeren Kolonien, eine Kolonie besteht aus Reviere einzelner Individuen. Die Individuen einer Kolonie gehen sich aus dem Weg, die Geschlechter treffen sich nur kurz während der Paarungszeit. Sowohl Männchen als auch Weibchen legen ein territoriales Verhalten an den Tag und verteidigen ihren Bau gegenüber Artgenossen. Ansonsten kann man nur das Mutter-Kind-Verhältnis als soziale Interaktion bezeichnen. Ihre Bauten bestehen aus einem Labyrinth mit mehreren Ein- und Ausgängen, Gängen und verschiedenen Wohnkesseln. Die Wohnkessel sind mit weichen Pflanzenteilen ausgepolstert. Die Gänge können dabei durchaus fünf bis zehn Meter lang sein. Meist reichen die Bauten bis in Tiefen von gut drei Metern. Die Ein- und Ausgänge, meist mehr als fünf, weisen dabei eine trichterförmige Öffnung auf. Die Bauten gelten zum einen als Schutz vor dem Wetter wie Regen und Schnee und zum anderen als Schutz vor den zahlreichen Fleischfressern. Im Sommer fressen sich die Tiere eine dicke Fettschicht an, um die Winterruhe zu überstehen. Während der Winterruhe wachen die Tiere öfter auf, gehen jedoch selten an die Erdoberfläche.

Verbreitung

Der Utah-Präriehund ist in Nordamerika in nur einem kleinen Gebiet in der südlichen Hälfte des US-Bundesstaat Utah verbreitet. Er gilt hier als endemisch. Größere Populationen leben insbesondere im Bryce Canyon Natinal Park. Zwischenzeitlich galt die Population als stark gefährdet. In den letzten Jahren konnten sich die Bestände jedoch wieder leicht erholen. Die Tiere bewohnen in der Ebene die offne Prärie und das Grasland. Die Erdbauten werden zumeist auf kleinen Erhebungen errichtet. In Wyoming sind Utah-Präriehunde auch bis in Höhen von deutlich über 1.000 Meter anzutreffen. Sie leben in Kolonien, die Reviere einzelner Tiere weisen eine Größe von ein bis zwei Hektar auf und können sich durchaus überlappen. Die Siedlungsdichte liegt bei etwa mehr als 70 Tiere pro Hektar.

Prädatoren

Zu den natürlichen Fleischfressern zählen insbesondere Kojoten (Canis latrans), Silberdachse (Taxidea taxus), Rotluchse (Lynx rufus), Pumas (Puma concolor), Klapperschlangen (Crotalus) und Greifvögel (Falconiformes). Utah-Präriehunde sind sehr wachsame Tiere, die bei Gefahr andere Mitglieder einer Kolonie durch schrille Ausrufe warnen und sofort in ihre Bauten flüchten.

Ernährung

Der Utah-Präriehund ernährt sich fast ausschließlich von pflanzlicher Nahrung. Dazu gehören insbesondere Gräser, Kräuter, Wurzelwerk, Blätter und gelegentlich auch Rinde von Bäumen. Zu einem kleinen Teil greifen sie auch auf tierische Nahrung zurück. Hier fressen sie insbesondere kleine Insekten wie Geradflügler (Orthoptera), Wanzen (Heteroptera) und Käfer (Coleoptera), Schnecken (Gastropoda) und Würmer. Wasser nehmen sie nicht zu sich. Ihren Wasserbedarf decken sie ausschließlich über die pflanzliche Nahrung. Auf Nahrungssuche gehen die Tiere am Tage. Dabei entfernen sie sich selten mehr als 100 Meter weit von ihrem schützenden Bau.

Fortpflanzung

Der Utah-Präriehund erreicht die Geschlechtsreife mit knapp zwei Jahren. Die Tiere leben in einer polygamen Beziehung, das heißt, ein Männchen einer Kolonie paart sich meist mit mehreren Weibchen. Die Paarungszeit erstreckt sich in den natürlichen Verbreitungsgebieten In Utah von Ende März bis in den Mai hinein. Die meisten Jungtiere werden in der zweiten Aprilhälfte geboren. Nach einer Tragezeit von rund 30 Tagen bringt das Weibchen meist zwischen drei und sechs, selten bis sieben Jungtiere zur Welt. Ein durchschnittlicher Wurf liegt bei vier bis fünf Jungtiere. Die Geburt erfolgt im schützenden Wohnkessel ihrer Bauten. Das Fell wächst ihnen ab der dritten Woche. In der vierten bis fünften Lebenswoche öffnen sie erstmals ihre Augen. Die Säugezeit beträgt rund sieben bis acht Wochen. Nach etwa vier bis fünf Wochen kommen die Jungtiere erstmals an die Erdoberfläche. Mit etwa acht bis zehn Monaten sind die Jungtiere selbstständig. Die Lebenserwartung liegt bei sechs bis sieben Jahren. Meist wird dieses Alter aufgrund der vielen natürlichen Fleischfresser jedoch nicht erreicht.

Gefährdung und Schutz

Utah-Präriehunde sind insbesondere bei Viehbauern und Farmern nur wenig beliebt. Man sagt den Tieren nach, dass sich das Vieh in den Löchern der Erdbauten verletzen oder gar die Extremitäten brechen würden. Auch auf Feldern sollen sie an der Ernte große Schäden anrichten. Daher werden Utah-Präriehunde bereits seit Jahrhunderten vom Menschen verfolgt. Man erschoss die Tiere, oder tötete sie mit ausgelegten Giftködern. Trotz der starken Bejagung gehören Utah-Präriehunde heute zu den bedrohten Arten. In der Roten Liste der IUCN wird der Utah-Präriehund als nicht gefährdet geführt. Vor einigen Jahren sah die Bedrohungslage schon weit schlimmer aus. Heute gelten die Zerstörung der natürlichen Habitate und länger anhaltende Dürreperioden zu den größten Bedrohungen.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

Links

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