Veilchen-Schnecke

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Veilchen-Schnecke

Taxonomie
Klasse: Schnecken (Gastropoda)
Unterklasse: Orthogastropoda
Überordnung: Caenogastropoda
Ordnung: Sorbeoconcha
Unterordnung: Hypsogastropoda
Teilordnung: Ptenoglossa
Überfamilie: Epitonioidea
Familie: Janthinidae
Gattung: Janthina
Art: Veilchen-Schnecke
Wissenschaftlicher Name
Janthina janthina
(Linnaeus, 1758)

Die Veilchen-Schnecke (Janthina janthina), auch als Purpurschnecke oder auch als Floßschnecke und unter dem Synonym Helix janthina bekannt, zählt innerhalb der Familie Janthinidae zur Gattung Janthina. Im Englischen wird die Veilchen-Schnecke purple snail oder violet shell genannt.

Weitere Synonyme sind: Ianthina violacea, Bolten 1795, Ianthina communis, Lamarck, 1799, Ianthina fragilis, Lamarck, 1799 und Ianthina bicolour, Menke, 1828.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Veilchen-Schnecke ist eine große schalige pelagische Schnecke. Die Höhe des Gehäuses beträgt etwa 31,4 Millimeter, die Blendenöffnung etwa 21,8 Millimeter und die Breite des Gehäuses beträgt bis zu 20,0 Millimeter. Sie lebt in einem Pleuston (passives segelndes Schwimmende). Das hauchdünne, fast glatte Gehäuse ist dextral (rechtswindig), konisch und weist eine sehr variable Form zwischen rund und abgeflacht auf. Auf dem oberen Teil des Gehäuses zeigt sich ein leichter lilafarbener Schatten und auf der Unterseite zeigt sich eine dunkel violette Färbung. Ferner ist die Spitze des Gehäuses ebenfalls abgeflacht. Die bis zu vier Wirbel sind leicht abgerundet und dreieckig, was zu einer dreieckig abgerundeten Öffnung führt. Die Öffnung ist verhältnismäßig groß. Die ersten 1,5 Windungen weisen scharfe, regelmäßige Streifen auf, die dann in eine schwächer werdende unregelmäßige Streifung übergehen. Die verschiedenen Streifen verlaufen von oben schräg nach hinten in Richtung der Mitte der Windung bis schräg nach vorne und nach unten in die Columella. Columella ist die Spindel, um die sich das Schneckengehäuse windet. Des Weiteren zeigt sich eine geringfügige unregelmäßig Längsstreifung. Die Columella ist gerade, häufig mit einer leichten Torsion. Der Deckel fehlt bei den adulten Tieren. Die Radula ist gut entwickelt und weist eine Vielzahl von Zähnen auf, jedoch sind keine zentralen Zähne vorhanden. Der Kiefer ist verhältnismäßig groß. Das Tier selbst hat einen großen Kopf mit einem flexiblen langen ledrigen Hals. Die Augen sind sehr klein und sind an der Basis ihrer Tentakeln gelegen. Die juvenilen Tiere weisen ein rechtswindiges gewickeltes Gehäuse auf.

Lebensweise

Die Veilchen-Schnecke führt eine nachtaktive Lebensweise und lebt an der Unterseite eines Schaumfloßes, das sie mit ihrem Schleim baut und das an der Oberfläche des Meeres schwimmt. Diese Eigenschaft war unter anderem auch für die andere Bezeichnung Floßschnecke namensgebend. Auch die Eikokons werden an der Unterseite des Schaumfloßes befestigt. Dabei werden Luftbläschen zu einem Spiralband von etwa 12 Zentimeter Länge und 2 Zentimeter Breite zusammengeklebt. An der Unterseite können bis zu 500 Kokons mit insgesamt 2.500.000 Eiern angeklebt werden.

Verbreitung

Die Art kommt weltweit in warmen Regionen der tropischen und gemäßigten Meere vor. Man trifft sie an der Atlantikküste im Norden bis Massachusetts sowie im Südosten von Florida an. Des Weiteren ist sie im Golf von Mexiko und auch an den Küsten von Australien anzutreffen. Man findet sie häufig in großen Kolonien und manchmal auch an den Stränden, wo sie durch starken Seewind an den Strand gespült wird. Die Schnecke ist pelagisch und treibt auf der Oberfläche der Ozeane.

Ernährung

Diese Art ist ein Fleischfresser und ernährt sich von relativ großen schwimmenden Beutetieren, dazu zählen unter anderem die Segelqualle (Velella velella), auch Arten aus der Familie Janthinidae, Meerwasserläufer (Halobatidae) und Staatsquallen (Siphonophorae) wie zum Beispiel die Portugiesische Galeere (Physalia physalis). Dabei sekretiert die Veilchen-Schnecke eine Schleimschicht auf ihrer Haut, in deren Schutz sie sich zum Beispiel der Portugiesische Galeere (Physalia physalis) und anderen größeren Beutetieren nähert.

Fortpflanzung

Die Paarung der Schnecke ist durch protandrischen Hermaphroditismus gekennzeichnet. Dies bedeutet, sie wird als Männchen geboren und entwickeln sich später zu einem Weibchen. Die Befruchtung erfolgt intern, d. h. es findet keine direkte Paarung statt. Die Eikokons werden an der Unterseite des Schaumfloßes befestigt, den die Schnecke mit ihrem Schleim baut. Dabei werden Luftbläschen zu einem Spiralband von etwa 12 Zentimeter Länge und 2 Zentimeter Breite zusammengeklebt. An der Unterseite können bis zu 500 Kokons mit insgesamt 2.500.000 Eiern angeklebt werden. Die Larven verbreiten sich anschließend als frei schwimmende Veliger-Larven bis sie sich zu einer fertigen Schnecke entwickelt haben. Die Jugendlichen weisen ein rechtswindiges gewickeltes Gehäuse auf und besitzen im Gegensatz zu den Erwachsenen einen Deckel auf ihrem Gehäuse.

Anhang

Literatur und Quellen

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