Veilchenorganist

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Veilchenorganist
Männchen

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neornithes)
Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
Unterordnung: Singvögel (Passeri)
Familie: Finken (Fringillidae)
Unterfamilie: Ammern (Emberizinae)
Tribus: Thraupini
Gattung: Organisten (Euphonia)
Art: Veilchenorganist
Wissenschaftlicher Name
Euphonia violacea
(Linnaeus, 1758)

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Veilchenorganist (Euphonia violacea), auch unter dem Synonym Fringilla violacea bekannt, zählt innerhalb der Familie der Finken (Fringillidae) zur Gattung der Organisten (Euphonia). Im Englischen wird der Veilchenorganist violaceous euphonia genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Veilchenorganist erreicht eine Körperlänge von etwa 11,4 Zentimeter. Das Gewicht beträgt etwa 14,0 Gramm. Das Obergefieder des adulten Männchens weist eine glänzend blau-schwarze Färbung auf. Eine tief goldgelbe Tönung zeigt sich an bzw. auf der Stirn. Die Unterseite ist ebenfalls von einer tief goldgelben Färbung. Das Weibchen und die Jungvögel weisen ein olivgrünes Obergefieder auf, während die Unterseite von einer grünlich-gelben Tönung ist. Bei dem Männchen ist die obere Schnabelhälfte hell graublau gefärbt, während die untere Schnabelhälte bis zur Mitte hell graublau ist und die Spitze eine dunkelblaue Tönung aufweist. Die Beine und die Füße sind ebenfalls graublau geschönt.

Lebensweise

Veilchenorganisten sind gesellige Singvögel, die entweder einzelgängerisch oder in kleinen Gruppen anzutreffen sind. Nicht selten schließen sich in diesen Gruppen mehrere Ammernarten zusammen. Der Gesang wird von einer Ansitzwarte aus vorgetragen. Dies können unter anderem erhöhte Punkte wie Äste in Bäumen oder Büschen sein. In fast allen Verbreitungsgebieten gilt der Veilchenorganist mit seinen Unterarten als Standvogel. Er hält sich meist in Sekundärwäldern und auf Pflanzungen mit Kakao- und Zitrusfrüchten auf.

Unterarten

juveniler Veilchenorganist bettelt um Nahrung bei dem adulten Männchen
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juveniler Veilchenorganist bettelt um Nahrung bei dem adulten Männchen

Verbreitung

Laut der Roten Liste der IUCN kommt der Veilchenorganist in Argentinien, Brasilien, Französisch-Guayana, Guyana, Paraguay, Surinam, Trinidad und Tobago und Venezuela vor. Der Veilchenorganist hält sich in folgenden Lebensräumen auf: Subtropische und tropische trockene Wälder, subtropische und tropische feuchte Tieflandwälder, Trockensavannen, subtropische und tropische trockene Heideflächen, subtropische und tropische feuchte Heideflächen, ländliche Gärten sowie subtropische und tropische stark degradierte ehemalige Wälder.

Ernährung

Veilchenorganisten gehören zu den Allesfressern und ernähren sich sowohl von Spinnentieren, Insekten und deren Larven als auch von pflanzlicher Kost wie Sämereien, Gräser, Früchte, Beeren und Körner aller Art. Der Anteil an pflanzlicher Nahrung ist mit etwa dreiviertel deutlich höher als der tierische Anteil. Die Nahrung wird überwiegend auf dem Boden gesucht.

Fortpflanzung

Veilchenorganist - adultes Weibchen
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Veilchenorganist - adultes Weibchen

Der Veilchenorganist erreicht die Geschlechtsreife mit knapp einem Jahr. Das Nest wird in einem Baumstumpf oder in einem Hohlraum angelegt. Innen wird das Nest mit Pflanzenfasern, Halmen und anderen weichen Materialien ausgepolstert. Ein Gelege besteht meist aus drei bis vier rot-gestromten weißen Eiern. Das Weibchen brütet die Eier über einen Zeitraum von 12 bis 13 Tagen alleine aus. Sie wird während dieser Zeit vom Männchen mit Nahrung versorgt. Beim Schlupf sind die Küken noch nackt und blind, sie werden in den ersten Tagen von der Mutter gehudert. Gefüttert wird der Nachwuchs mit nahrhaften Insekten und Spinnentieren sowie Insektenlarven. Bereits im Alter von 12 bis 14 Tagen sind die Küken flugfähig, bleiben aber noch rund zwei Wochen bei den Eltern. Während der Nestlingszeit kümmern sich beide Elternteile um die Versorgung mit Nahrung.

Gefährdung und Schutz

Laut der Roten Liste der IUCN gehört der Veilchenorganist heute noch nicht zu den bedrohten Vogelarten. Der Veilchenorganist ist in weiten Teilen des Verbreitungsgebietes häufig anzutreffen. Nur in wenigen Regionen kommt der Veilchenorganist selten oder nur spärlich vor. In der Roten Liste der IUCN wird der Veilchenorganist als least concern (nicht gefährdet) geführt.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Dr. H. C. Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

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