Viciria praemandibularis

aus Tierdoku, der freien Wissensdatenbank

Viciria praemandibularis
Männchen

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Echte Webspinnen (Araneomorphae)
Überfamilie: Salticoidea
Familie: Springspinnen (Salticidae)
Gattung: Viciria
Art: Viciria praemandibularis
Wissenschaftlicher Name
Viciria praemandibularis
(Van Hasselt, 1893)

LSID-Kennung
LSID: [urn:lsid:amnh.org:spidersp:036767]

Die Spinnenart Viciria praemandibularis gehört innerhalb der Familie der Springspinnen (Salticidae) zur Gattung Viciria. Im Englischen lautet die Bezeichnung dieser Art Wide-Jawed Viciria. Diese farbenfrohe Art ähnelt in Größe und Aussehen der Spinne Telamonia dimidiata, jedoch ist die Farbmusterung der beiden Arten unterschiedlich. Ursprünglich wurde eine Reihe von orientalischen Telamonia-Arten der Gattung Viciria zugeordnet.

Derzeit sind nur zwei Arten definitiv bekannt, die zur Gattung Viciria gehören, und zwar Viciria pavesii und Viciria praemandibularis. Die anderen Arten aus der Gattung Viciria wurden noch nicht untersucht und voraussichtlich werden im Laufe der Zeit einige Arten entsprechend neu klassifiziert.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Viciria praemandibularis erreicht als Männchen eine Körperlänge von etwa 8 bis 9 Millimeter und als Weibchen eine Körperlänge von etwa 9 bis 11 Millimeter. Diese Art ist wie fast alle Arten aus der Familie der Springspinnen (Salticidae) durch die besonders leistungsfähigen Augen gut charakterisiert. Vorn an der Stirn liegen nebeneinander vier scheinwerferartig vergrößerte Augen, an jeder Seite des steil abfallenden Kopfteils hintereinander zwei weitere, deutlich kleinere Augen. Das auffallend vergrößerte, mittlere Frontalaugenpaar entspricht gewissermaßen zwei Teleobjektiven. Die beiden Netzhäute können vor- und zurückgeschoben werden und so ein scharfes Abbild des angepeilten Objekts entwerfen. Da die Netzhäute aber zusätzlich seitlich verschoben werden können, vermag die Spinne außerdem ihren Blickwinkel zu verändern, ohne sich selbst zu bewegen. Das Opisthosoma ist sehr lang und dünn und ist fast zylindrisch geformt. Normalerweise befindet sich ein einziger, breiter Längsstreifen mit einem Muster von schwarzen Strichen auf dem Opisthosoma. Der Kopf des Weibchens zeigt median einen weißen breiten Streifen. Bei dem Männchen ist der Panzer gleichmäßig orange gefärbt und der Kopf ist mit irisierenden bronzefarbenen Härchen besetzt. Der mediane Streifen auf dem Opisthosoma ist dunkelbraun getönt und weist einige schwarze Striche auf, während die Seiten orangefarben sind. Die Beine sind lang, schlank und glänzend. An dem ersten Beinpaar befinden sich ventral viele Stacheln und Dornen. Des Weiteren ist das erste Beinpaar am längsten und braun getönt, während die übrigen Beine eine gelbliche Färbung aufweisen. Bei dem Weibchen ist der Panzer gelblich getönt und auf dem Kopf zeigt sich median ein breiter weißer Streifen. Ferner erstrecken sich zwei gleichgroße helle orangefarbene Streifen von den Frontalaugen bis hin zu den hinteren Augen und verbreitern sich dann bis zum Saum des Thorax. Ein weiterer hell orangefarbener Streifen verläuft von der Fovea bis zur Mitte des Thorax und bis zum Rand. Der mediane Streifen auf dem Opisthosoma ist leuchtend orangefarben und ist mit einem Muster von schwarzen Strichen besetzt, daran angrenzend zeigt sich ein schmaler weißer Rand und die Seiten des Opisthosoma sind gelblich getönt. Die Beine des Weibchens wirken etwas blasser als die Beine des Männchens. <2>

Lebensweise

Viciria praemandibularis - Weibchen
vergrößern
Viciria praemandibularis - Weibchen

Die Spinne ist sehr lebhaft und schnell, sie ist tagaktiv und sehr wärme- und sonneliebend. Zum Beutefang webt die Spinne kein Netz, sondern erkennt als ausgesprochenes Augentier das Opfer recht bald, verfolgt und beschleicht das Opfer, um es dann im geeigneten Moment anzuspringen und mit einem Biß zu lähmen. Vor dem Sprung befestigt die Spinne jedoch einen Sicherheitsfaden am Boden, zum einen, um nicht von einem größeren Beutetier mitgenommen zu werden, zum andern, um sich blitzschnell zurückziehen zu können. Zum Wohnen, Überwintern und als Schutz beim Häuten und bei der Eiablage webt sich die Spinne ein feines, sackartiges Wohngespinst.

Verbreitung

Viciria praemandibularis kommt in folgenden Verbreitungsgebieten vor: Indonesien, Singapur, Sulawesi und Sumatra. Sie hält sich vorwiegend auf Sträuchern und Pflanzen auf, wo sie sich in ihr angelegtes Wohngespinst zurückziehen kann. Gelegentlich findet man sie auch im Regenwald unter Fallaub sowie unter Steinen oder in Büschen. Des Weiteren sucht die Spinne auch Zuflucht unter Fallaub in den Gärten von Wohnsiedlungen. Wie fast alle Springspinnen so hält sich auch diese Art gerne auf sonnenbeschienenen Plätzen auf. <3>

Ernährung

Wie alle Arten aus der Familie der Springspinnen (Salticidae), so ernährt sich auch diese Spinnenart von Insekten (Insecta). Sie lauert an exponierten Stellen auf ihre Beute und springt sie meist aus dem Hinterhalt an. Dabei spielt der Sehsinn eine außerordentliche Rolle. Die Spinne kann die Beute von weitem schon anvisieren und springt gezielt mehrere Zentimeter weit, um sie zu fangen. Überwiegend werden dabei Fliegen (Brachycera) und Grillen (Gryllidae) sowie Langfühlerschrecken (Ensifera) und Kurzfühlerschrecken (Caelifera) erbeutet.

Fortpflanzung

Wie bei allen anderen Spinnen auch, werden die Männchen vor dem Weibchen geschlechtsreif und machen sich auf die Suche nach einer geeigneten Partnerin. Trifft ein Männchen auf ein vor der letzten Häutung stehendes Weibchen, so bleibt es bei ihm und paart sich mit ihm, sobald sich das Weibchen gehäutet hat. Vor der Paarung wird das Weibchen mit charakteristischen Tänzen umworben. Dieser Tanz geht folgendermaßen vor sich: Das Männchen richtet sich hoch auf, streckt seine Vorderbeine hoch, die bei dem geschlechtsreifen Männchen eine Signalfarbe tragen, und winkt mit diesem ersten Beinpaar, indem das Männchen sich vor dem Weibchen hin und her bewegt, bis beide Tiere sich Kopf an Kopf gegenüberstehen. Nimmt das Weibchen diese Werbung an, d. h., bleibt es still stehen, dann kommt es zur Paarung. Das Weibchen baut nach der Paarung eine übergroße Seidenzelle, in die es seine Eier legt und sie darin bewacht, bis die Jungspinnen schlüpfen, was meist bis zur zweiten Häutung dauert, da die Jungspinnen zuerst fast blind sind und erst nach der zweiten Häutung voll entwickelte Augen haben.

Synonyme und Chresonyme nach Norman I. Platnick

Update 13. Juli 2008 <1>

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

'Persönliche Werkzeuge