Vierzehen-Pferdespringer

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Vierzehen-Pferdespringer

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Nagetiere (Rodentia)
Unterordnung: Mäuseverwandte (Myomorpha)
Teilordnung: Myodonta
Überfamilie: Springmausartige (Dipodoidea)
Familie: Springmäuse (Dipodidae)
Unterfamilie: Allactaginae
Gattung: Pferdespringer (Allactaga)
Art: Vierzehen-Pferdespringer
Wissenschaftlicher Name
Allactaga tetradactyla
Lichtenstein, 1823

IUCN-Status

Der Vierzehen-Pferdespringer (Allactaga tetradactyla) zählt innerhalb der Familie der Springmäuse (Dipodidae) zur Gattung der Pferdespringer (Allactaga). Im Englischen wird der Vierzehen-Pferdespringer Four Toed Jerboa genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Vierzehen-Pferdespringer
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Vierzehen-Pferdespringer

Insgesamt 11 Arten der Gattung aus den kalten Wüsten des Irans, Afghanistans bis in die Mandschurei und in den heißen Wüsten des Mittleren Ostens und Nordostafrikas vertreten. Charakterisiert besonders durch Fusion der Mittelfußknochen des der zweiten, dritten und vierten Zehe, welche das sogenannte Kanonenbein formen. Dadurch ist eine enorme Sprungkraft möglich. Sieht den in Privathand weit verbreiteten Wüstenspringmäusen (Jaculus) sehr ähnlich, Ohren jedoch wesentlich länger. Kopfrumpflänge von A. tetradylacta zwischen 10,2 bis 11,9 cm, Schwanzlänge 15,4 bis 18,0 cm, Gewicht 48 bis 56 Gramm. Sie verfügen über einen langen und rundem Kopf, extrem lange Hinterbeine, jeweils vier Zehen an den Hinterfüßen (alle Arten ansonsten 5 Zehen), und einen langen Schwanz mit einer schwarzweißen Endquaste. Das Fell ist am Rücken sandfarben bis orange, an den Flanken und am Kopf grauweiß gefärbt und am Rücken leicht schwärzlich gefärbt. Die Zehen sind weiß behaart, der Schwanz zweifarbig: Oberseite hellbraun, Unterseite heller.

Lebensweise

Vierzehen-Pferdespringer putzt sich
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Vierzehen-Pferdespringer putzt sich

Der Vierzehen-Pferdespringer lebt in küstennahen Steinwüsten mit spärlichem Bewuchs. Die hauptsächlich solitär lebenden Tiere bewegen sich känguruartig hüpfend fort, während alle Geräusche mit ihren bis zu 43 mm langen Ohren aufgenommen werden. Ähnlich wie Fledermäuse dienen die Ohren als Trichter der Schallwellen und werden dementsprechend hin und her bewegt. Die Baue weisen eine Tiefe von 60 bis 120 cm auf. Beim Schlafen klappen die Tiere ihre Ohren ein und klemmen sie zwischen die Vorderbeine. Während des Tages werden die Eingänge mit Erde verscharrt um so möglichst unauffällig zu bleiben. Der Bestand gilt in der freien Natur als gefährdet („Vulnerable“). Die Nahrung setzt sich aus verschiedenen Samen, Sprossen, Kräutern und hin und wieder einigen Insekten zusammen. Diese werden vorrangig zum Winter hin gejagt. In kühlen Phasen können die Tiere eine zwei bis vier monatige Trockenruhe einlegen.

Verbreitung

Die Tiere besiedeln ein etwa 2000 km2 großes Areal in Ägypten (Alexandria) bis Ostlibyen (Syrte). In der Sahara sind die Tiere nicht zu finden

Fortpflanzung

Jedes Weibchen kann zwischen 2 bis 3 Würfe mit 3 bis 5 Jungen nach einer Tragzeit von etwa 28 Tagen gebären. In Freier Wildbahn werden Jungtiere hauptsächlich im Frühling und Sommer geboren. Die Unabhängigkeit erreichen die juvenilen Tiere im Alter von etwa 8 bis 10 Wochen. Die Lebenserwartung liegt in Freiheit bei 3 bis 4 Jahren, in Gefangenschaft bei durchaus 6 Jahren.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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