Virginia-Opossum

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Virginia-Opossum

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Beutelsäuger (Metatheria)
Ordnung: Beutelrattenartige (Didelphimorphia)
Familie: Beutelratten (Didelphidae)
Gattung: Opossums (Didelphis)
Art: Virginia-Opossum
Wissenschaftlicher Name
Didelphis virginiana
Kerr, 1792

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Das Virginia-Opossum (Didelphis virginiana), das auch Nordopossum genannt wird, zählt innerhalb der Familie der Beutelratten (Didelphidae) zur Gattung der Opossums (Didelphis).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen, Maße

Das Virginia-Opossum erreicht eine Gesamtlänge von bis zu 90 Zentimeter. Darin enthalten ist die Schwanzlänge, die bis zu 45 Zentimeter betragen kann. Das Gewicht kann zwischen einem und sechs Kilogramm liegen. Weibchen bleiben deutlich kleiner und leichter als Männchen. Das Fell der Virginia-Opossums weist eine gräuliche bis bräunliche Grundfärbung auf. Die Färbung kann je nach Verbreitungsgebiet stark variieren. Die nördlichen Populationen verfügen über eine dichte weißliche Unterwolle. Durch die langen Grannenhaare mit weißer Spitze und die Unterwolle wirken Virginia-Opossums oft zerzaust. Das Gesicht ist hauptsächlich weiß gefärbt. Der Kopf ist leicht verlängert und läuft zur Schnauze hin spitz zu. Im Bereich der Schnauze zeigen sich lange Tasthaare. Der Schwanz ist ausgesprochen lang, teils zum Greifen geeignet und verjüngt sich zum Ende hin. Er ist unbehaart und weist eine schuppige Haut auf. Das Weibchen verfügt über einen Beutel, in dem sie ihren Nachwuchs säugt.

Verhalten

Virginia-Opossums sind nachtaktive Tiere, die meist einzelgängerisch leben. Lediglich Weibchen leben in Gesellschaft ihres Nachwuchses. Virginia-Opossums sind nicht territorial, meiden sich und dulden keine Artgenossen in ihrem Revier. Neben Drohgebärden, die sich in einem Aufreißen des Maules und Fauchlauten manifestieren, kann es durchaus auch zu ritualisierten Rivalenkämpfen kommen. Die Tiere sind trotz ihrer kurzen Beine recht schnell unterwegs, können gut klettern und schwimmen, lebt aber meistens am Boden. Vor allem bei Gefahr und auf der Flucht vor Fressfeinden flüchten sie regelmäßig ins Wasser. Opossums sind reinliche Tiere, die viel Zeit in ihre Fellpflege investieren. Jungtiere werden vom Muttertier meist auf dem Schwanz oder dem Rücken transportiert.

Verbreitung

Das Virginia-Opossum ist in Nord- und Mittelamerika weit verbreitet. Man findet diese Art in den USA, Kanada, Mexiko, Costa Rica, El Salvador, Honduras und Nicaragua. Das Virginia-Opossum ist, was das Klima angeht, sehr anpassungsfähig. Es ist sowohl in der trockenen Ebene als auch in Hügelland und Mittelgebirgen zu Hause. Meist ist das Virginia-Opossum jedoch in der Nähe von Flussläufen oder Sumpfgebieten zu finden. In menschlichen Siedlungen findet es Schutz und Nahrung, da es in Komposthaufen oder Schuppen nistet.

Virginia-Opossum
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Virginia-Opossum

Prädatoren

Zu den Hauptfeinden des Virginia-Opossums zählen unter anderem Kojoten, Füchse, Falken und Eulen. Den Jungtieren können auch Schlangen und kleinere Raubvögel gefährlich werden. Von den Ureinwohnern wird die Art auch heute noch wegen des Fleisches gejagt. Fühlt sich ein Virginia-Opossum bedroht, so hat es die Eigenart sich tot zu stellen. Damit werden eine Reihe von Fressfeinden abgehalten, die beispielsweise kein Aas fressen. Dabei verringert es seine Atmung und den Herzschlag auf ein Minimum. Maul und Augen sind geöffnet und reagieren auf keinerlei Reize, auch nicht auf Berühuung. Aus dem After wird eine faulig stinkende Flüssigkeit abgesondert. Es kann bis zu 6 Stunden in diesem Zustand unbeweglich zusammengerollt auf der Seite liegen.

Nahrung

Das Virginia-Opossum ist ein Allesfresser. Zu seiner bevorzugten Nahrung gehören Insekten aller Art und deren Larven sowie Aas. Gelegentlich werden auch Blätter, junge Triebe, Sämereien und Früchte gefressen. Auf Nahrungssuche gehen die Tiere während der Nacht. Auch werden Geflügelfarmen geplündert und Gartenpflanzen vernichtet.

Fortpflanzung

Die Geschlechtsreife erreicht das Virginia-Opossum mit sechs bis zwölf Monaten. Die Paarungszeit erstreckt sich in den meisten Verbreitungsgebieten von Januar bis in den Juli hinein. Während dieser Zeit kann es zu einem oder zwei Würfen kommen. Die Geschlechter finden nur kurz während der Paarungszeit zueinander. Nach der Kopulation jagt das Weibchen das Männchen fort. Nach einer sehr kurzen Tragezeit von rund 13 Tagen bringt das Weibchen bis zu 18 Jungtiere zur Welt. Bei der Geburt wiegen die Jungtiere zwischen 0,15 und 0,20 Gramm. Sie kriechen instinktiv in den Beutel der Mutter und saugen sich dort für 50 bis 60 Tage an den Zitzen fest.
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Jedoch gibt es nur genug Zitzen für 13 Junge, weshalb nicht alle überleben können. Mit rund 70 Tagen verlassen die Jungen den Beutel und mit 100 Tagen sind sie selbständig genug um ihre Mutter zu verlassen. Die Lebenserwartung ist gering. Sie beträgt in der Freiheit zwischen zwei und drei Jahren. Die meisten Tiere kommen dabei im Straßenverkehr zu Tode.

Anhang

Literatur und Quellen

  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X
  • David Burnie: Tiere. Dorling Kindersley, München (2006) ISBN 9783831009565

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