Viscacha

aus Tierdoku, der freien Wissensdatenbank

Viscacha

Systematik
Ordnung: Nagetiere (Rodentia)
Unterordnung: Stachelschweinverwandte (Hystricognatha)
Teilordnung: Hystricognathi
Überfamilie: Chinchillaartige (Chinchilloidea)
Familie: Chinchillas und Viscachas (Chinchillidae)
Unterfamilie: Lagostominae
Gattung: Viscachas (Lagostomus)
Art: Viscacha
Wissenschaftlicher Name
Lagostomus maximus
Desmarest, 1833

IUCN-Status
Least Concern (LC) - IUCN

Die Viscacha (Lagostomus maximus) zählt innerhalb der Familie der Chinchillas (Chinchillidae) zur Gattung der Viscachas (Lagostomus).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Die Viscacha erreicht je nach Geschlecht eine Körperlänge von 50 bis 65 cm, eine Schwanzlänge von 15 bis 20 cm sowie ein Gewicht von sechs bis sieben kg. Weibchen bleiben deutlich kleiner als Männchen. Das dichte Fell ist hellbraun bis graubraun gefärbt, die Unterseite ist weißlich bis cremefarben. Der Kopf ist massig, die Schnauze stumpf. Im Bereich der Augen sowie längs zur Schnauze verlaufen schwarze Streifen. Ihre Hinterbeine sind deutlich länger als die Vorderbeine. Diese Tatsache macht sie zu guten Springern und schnellen Läufern.

Die nachtaktiven Viscachas leben in sozialen Gruppen von bis zu 30 Tieren. Eine Gruppe besteht aus einigen Männchen, Weibchen sowie deren Nachwuchs und wird von einem dominanten Weibchen angeführt. Ihre Höhlensysteme sind weitläufig angelegt und weisen viele Querhänge zwischen den einzelnen Kammern sowie eine Vielzahl von Ein- und Ausgänge auf. Ein Höhlensystem kann sich dabei durchaus über mehrere hundert Quadratmeter erstrecken. In ihren natürlichen Verbreitungsgebieten gelten die Tiere als Plage, da sie auch landwirtschaftliche Flächen durch ihre Bauten und Gänge verwüsten. Durch die knapp unter der Oberfläche verlaufenden Gänge brechen oft Rinder ein, die sich dadurch leicht verletzen können. In weiten Teilen ihrer Verbreitungsgebiete sind sie mittlerweile selten geworden.

Verbreitung

Viscachas leben in der Pampa im südlichen Südamerika. Ihre Verbreitungsgebiete erstrecken sich über Argentinien, Paraguay und Bolivien. Sie bewohnen Grasland mit üppiger Vegetation. Aufgrund der Nachstellung durch den Menschen werden die Tiere mittlerweile immer weiter zurückgedrängt.

Nahrung

vergrößern

Die Nahrung der Viscachas besteht hauptsächlich aus Sämereien, Gräsern und Kräutern. Sie gehen in den frühen Morgen- und Abendstunden auf Nahrungssuche.

Fortpflanzung

Die Weibchen der Viscachas erreichen die Geschlechtsreife mit rund acht Monaten, die Männchen mit fünfzehn Monaten. Das Weibchen bringt nach einer Tragezeit von 153 Tagen in ihrem Bau meist zwei Jungtiere zur Welt. Die Jungtiere sind recht weit entwickelt und öffnen bereits kurz nach der Geburt ihre Augen. Sie werden für zwei Monate gesäugt. In Gefangenschaft kann eine Viscacha ein Alter von sieben bis neun Jahren erreichen. Das Alter in Freiheit dürfte deutlich darunterliegen.

Anhang

Literatur und Quellen

  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999

Links

'Persönliche Werkzeuge