Waldhummel

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Waldhummel
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Systematik
Klasse: Insekten (Insecta)
Ordnung: Hautflügler (Hymenoptera)
Unterordnung: Taillenwespen (Apocrita)
Familie: Echte Bienen (Apidae)
Unterfamilie: Apinae
Gattung: Hummeln (Bombus)
Art: Waldhummel
Wissenschaftlicher Name
Bombus sylvarum
(Linnaeus, 1761)

Die Waldhummel (Bombus sylvarum), oder auch Bunte Hummel, zählt innerhalb der Familie der Echten Bienen (Apidae) zur Gattung der Hummeln (Bombus). Die Art ist monotypisch, demnach sind keine Unterarten bekannt.

Der Arbeitskreis Wildbienen-Kataster, die Landesanstalt für Bienenkunde und die Imkerverbände Badens-Württembergs haben die Waldhummel zur Wildbiene des Jahres 2016 gekürt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Eine Königin erreicht eine Länge von 16 bis 18 mm, eine Arbeiterin eine Länge von 10 bis 15 mm und eine Drohne eine Länge von 12 bis 14 mm. Der Rüssel zum Aufnehmen von Nektar ist relativ lang. Er erreicht bei der Königin eine Länge von 12 bis 14 mm, bei den Arbeiterinnen eine Länge von 10 bis 12 mm und bei den Drohnen eine Länge von 9 bis 11 mm. Die Flügelspannweite erreicht bei der Königin eine Länge von 29 bis 32 mm, bei der Arbeiterin eine Länge von 21 bis 27 mm und der Drohne eine Länge von 23 bis 26 mm. Die Flügelspannweite bei Königinnen beträgt 29 bis 32 mm, respektive 21 bis 27 mm bei Arbeiterinnen und 23 bis 26 mm bei Drohnen. Markantes Merkmal ist die schwarze Querbinde auf der Brustoberseite. Das Hinterleibsende ist orangerot behaart und weist feine, weißliche Binden auf. Die Unterseite des Thorax ist gelblichgrau gefärbt, die Thoraxoberseite ist sowohl vorne als auch hinten durch ein gut sichtbares gelbliches bis leicht bräunliches Band gekennzeichnet. Zwischen Königinnen, Arbeiterinnen und Drohnen zeigen sich keine Abweichungen in den Farbmustern.

Verbreitung und Lebensraum

Die Vorkommen erstrecken sich über weite Teile Europas. Die Verbreitungsgebiete erstrecken sich bis ins südliche Skandinavien. Deutschland wird weitflächig besiedelt, wobei die Siedlungsdichte von Süden nach Norden deutlich abnimmt. Der Name Waldhummel ist irreführend, da sie gerade nicht im Wald lebt. Die Art bewohnt neben Waldränder auch Parks, Gärten, Wiesen, Grasland, Gräben und Böschungen. Die Lebensräume weisen eine breite Palette von Blumen auf. Die Flugzeiten variieren je nach Vorkommen und reichen von April oder Mai bis Oktober. Zwischen Juli und August sind die Arbeiterinnen am aktivsten. In Höhenlagen treten Waldhummeln in Mittelgebirgen bis in Höhen von gut 1.400 m über NN auf.

Ernährung

Waldhummeln ernähren sich von Pollen und Nektar verschiedenster Pflanzen. Dies sind insbesondere Hülsenfrüchtler (Fabacea), Braunwurzgewächse (Scrophulariaceae), Sommerwurzgewächse (Orobanchaceae) und Lippenblütengewächse (Lamiaceae).

Fortpflanzung

Die Nester befinden sich meist in Erdhöhlen oder Erdbauten anderer Tiere wie Mäusen. Gelegentlich werden Nester auch oberflächennah unter Grasbüscheln oder ähnlichem Plätzen in dichter Krautschicht angelegt. Das eigentliche Nest hat eine kugelartige Form und wird aus Heu, Gräsern, Tierhaaren, Moosen und trockenen Blättern gewoben. Die Flugzeit der Königin beginnt zeitig je nach Vorkommen ab April. Junge Hummeln sieht man erst im Sommer, meist ab Juni beginnend. Ein Hummelvolk besteht im Schnitt aus etwa 100, selten mehr Individuen. Am Ende der Saison überwintert nur die begattete Königin, das restliche Volk stirbt.

Gefährdung und Schutz

Die Waldhummel gilt als gefährdet, insbesondere durch den Verlust von Lebensräumen wie blumenreiche Wiesen, Ackerrandstreifen und Hecken. Die Intensivierung der Landwirtschaft und der Verlust von Feldern stellt für die Art eine große Gefahr dar.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Heiko Bellmann: Insekten erkennen und bestimmen. Ulmer 2002 ISBN 3576114769
  • Heiko Bellmann: Der neue Kosmos-Insektenführer. Franckh-Kosmos Verlag, 1999 ISBN 3440076822
  • Dr. Helgard Reichholf-Riem: Steinbachs Naturführer. Insekten. Mit Anhang Spinnentiere. München: Mosaik Verlag GmbH, München 1984. ISBN 3-570-01187-9
  • Ake Sandhall, übersetzt von Dr. Wolfgang Dierl: BLV Bestimmungsbuch 15. Insekten und Weichtiere. Niedere Tiere und ihre Lebensräume-Gliedertiere, Würmer, Nesseltiere, Weichtiere, Einzeller. BLV Verlagsgesellschaft mbH, München Wien Zürich 1984. ISBN 3-405-11390-3
  • Michael Chinery: Pareys Buch der Insekten: Ein Feldführer der europäischen Insekten. Übersetzt und bearbeitet von Dr. Irmgard Jung und Dieter Jung. Verlag Paul Parey 1987. Hamburg und Berlin. ISBN 3-490-14118-0
  • Kurt Günther, Hans-Joachim Hannemann, Fritz Hieke: Urania Tierreich, 6 Bde., Insekten . Deutsch Harri GmbH; Auflage: 5, 1990 ISBN 387144944X
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