Waldhund

aus Tierdoku, der freien Wissensdatenbank

Waldhund

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Überfamilie: Hundeartige (Canoidea)
Familie: Hunde (Canidae)
Tribus: Echte Hunde (Canini)
Gattung: Waldhunde (Speothos)
Art: Waldhund
Wissenschaftlicher Name
Speothos venaticus
Lund, 1842

IUCN-Status
Near Threatened (NT)

Der Waldhund (Speothos venaticus) zählt innerhalb der Familie der Hunde (Canidae) zur Gattung der Waldhunde (Speothos).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Der Waldhund erreicht eine Körperlänge von 58 bis 75 Zentimeter, eine Schwanzlänge von 12 bis 15 Zentimeter, eine Schulterhöhe von bis zu 30 Zentimeter sowie ein Gewicht von fünf bis sieben Kilogramm. Der Körperbau wirkt kompakt und zylindrisch bis walzenförmig. Der recht breite Kopf endet in einer kurzen und stumpfen Schnauze. Das Fell weist eine bräunliche bis rostbraune Färbung auf. Zum Schwanz hin ist das Fell deutlich dunkler. Die kurzen Beine sind dunkelbraun gefärbt. Im Kehlbereich zeigt sich ein heller, fast weißlicher Fleck. Zwischen den Zehen hat der Waldhund kleine Schwimmhäute, die ihn zu einem ausgezeichneten Schimmer machen. Die Ohren sind ausgesprochen klein und ragen nur wenig aus dem Fell heraus. Das Gebiss ist anders als bei anderen Hunden deutlich zurückgebildet und verfügt über lediglich 38 Zähne. Der Waldhund lebt in kleinen Familiengruppen. Zentraler Punkt ist ein Erdbau, in dem auch der Nachwuchs das Licht der Welt erblickt.

Verbreitung

Der Waldhund ist in weiten Teilen Südamerikas verbreitet. Das Verbreitungsgebiet reicht vom südlichen Panama bis in den Norden von Argentinien. Er ist insbesondere in Argentinien, Bolivien, Kolumbien, Ecuador, Französich Guiana, Guyana, Panama, Paraguay, Peru, Surinam und Venezuela anzutreffen. Der Waldhund bewohnt neben lichten Wäldern und deren Ränder auch die offene Savanne und Buschland. Ein Gewässer befindet sich zumeist in ihrem Lebensraum. Die Waldhunde gelten auch als gute Schwimmer und Taucher. Als tagaktive Tiere verbringen sie die Nacht in selbstgegrabenen Höhlen, die sich meist im Wurzelwerk großer Bäume befinden.

Ernährung

Der Waldhund ist ein Raubtier und macht vor allem Jagd auf Pakas und Agutis wie das Goldaguti (Dasyprocta leporina) oder das Grüne Acouchi (Myoprocta acouchy). Aber auch Capybaras (Hydrochaeris hydrochaeris) oder Nandus (Rhea americana) gehören zu seinem Beutespektrum.

Fortpflanzung

trächtiges Weibchen
vergrößern
trächtiges Weibchen

Die Geschlechtsreife tritt bei den Waldhunden mit rund zehn bis zwölf Monaten ein. In Freiheit kommt es meist nur zu einer Geburt im Jahr, in Gefangenschaft wurden schon zwei Geburten in einer Saison beobachtet. Die Paarungszeit in den natürlichen Lebensräumen ist an keine bestimmte Jahreszeit gebunden, sie kann ganzjährig erfolgen. Nach einer Tragezeit von 67 Tagen bringt das Weibchen in ihrem schützenden Bau zwei bis sechs Jungtiere zur Welt. Ein durchschnittlicher Wurf besteht meist aus vier Jungtiere. Ein Welpe wiegt zwischen 140 bis 180 Gramm. Die Säugezeit beträgt durchschnittlich acht Wochen. Die Jungtiere verbleiben in der Regel bis zu fünf Monaten bei der Mutter.

Bedrohung und Schutz

Zu den natürlichen Hauptfeinden zählen insbesondere der Jaguar (Panthera onca), die Große Anakonda (Eunectes murinus), Kaimane (Caimaninae) sowie die Harpyie (Harpia harpyja). Jedoch ist die Reduzierung der Populationen des Waldhundes durch Fressfeinde verschwindend gering. Die Zerstörung der natürlichen Lebensräume stellt eine wesentlich größere Gefahr dar. Schon heute ist der Waldhund in weiten Teilen seiner Verbreitungsgebiete verschwunden. Auch die Zersplitterung der Populationen ist nicht ungefährlich, da so die genetische Vielfalt in Frage gestellt wird. Weltweit laufen in Zoos und ähnlichen Einrichtungen mittlerweile Zuchtprogramme. Das Washingtoner Artenschutzabkommen stellt die Art in Anhang I unter weltweitem Schutz. In der Roten Liste der IUCN wird die Art auf der Vorwarnstufe (NT) Near Threatened gführt.

Anhang

Siehe auch

  • Die Familie der Hunde (Canidae)
  • Die Ordnung der Raubtiere (Carnivora)

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

Qualifizierte Weblinks

'Persönliche Werkzeuge