Wandelnde Geige

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Wandelnde Geige

Systematik
Klasse: Insekten (Insecta)
Unterklasse: Geflügelte Insekten (Pterygota)
Teilklasse: Neuflügler (Neoptera)
Ordnung: Schabenverwandte (Dictyoptera)
Unterordnung: Fangheuschrecken (Mantodea)
Familie: Empusidae
Gattung: Gongylus
Art: Wandelnde Geige
Wissenschaftlicher Name
Gongylus gongylodes
Linnaeus, 1758

Die Wandelnde Geige (Gongylus gongylodes) zählt innerhalb der Familie der Empusidae und gehört zur Gattung der Gongylus.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Die Wandelnde Geige erreicht eine Körperlänge von acht bis zehn Zentimeter. Weibchen werden ein wenig größer und kräftiger als Männchen. Die Körperfärbung variiert in verschiedenen Brauntönen. Je nach Vorkommen und Habitat kann sie hellbraun bis dunkelbraun gefärbt sein. Der Körper der Weibchen wirkt insgesamt plumper und massiger. Der Körper der Männchen ist hingegen recht filigran. Die Flügel der Männchen sind sehr lang und reichen deutlich über den Abdomen hinaus. Die Flügel der Weibchen reichen nur bis zum Ende des Abdomens. Die Fühler sind beim Männchen federartig aufgefächert, beim Weibchen eher fadenförmig. Die Beine sind recht lang und sehr dünn. Gleiches gilt für den Hals, der Kopf und Abdomen verbindet. Insgesamt erinnert der Körper in der Draufsicht einer Geige. Dieses Aussehen war für die Tiere namensgebend.

Verbreitung

Die Wandelnde Geige ist über weite Teile Südostasiens verbreitet. Sie kommt insbesondere in Indien, Sri Lanka, Thailand, Java, Myanmar, Bangladesh und Bhutan vor. Sie leben in tropishen Regenwälder und halten sich fast ausschließlich auf Ästen und Blättern von Bäumen auf. Standorte werden im Flug gewechselt.

Nahrung

Wandelnde Geigen sind Lauerjäger, die von einer Ansitzwarte aus Jagd auf Geflügelte Insekten machen. Durch ihre blattartige Tarnung sind sie für potentielle Beutetiere kaum auszumachen. Wagt sich eine Fluginsekt zu nahe heran, so ergreiftt die Wandelnde Geige das Tier mit den bedornten Fangbeinen. Mit den kräftigen Mundwerkzeugen wird die Beute dann zerteilt und gefressen. Wasser brauchen sie nicht, da sie genügend Feuchtigkeit über ihre Nahrung aufnehmen.

Fortpflanzung

In den tropischen Verbreitungsgebieten ist die Paarungszeit der Wandelnden Geigen nicht an eine bestimmte Jahreszeit gebunden, sie kann ganzjährig erfolgen. Nach der erfolgreichen Befruchtung legt das Weibchen in mehreren Ootheken (Eipakete) rund 30, selten bis 40 Eier an die Unterseite von Ästen. Der Schlupf der Nymphen erfolgt nach rund drei bis vier Wochen. Bis zur Geschlechtsreife durchlaufen Männchen fünf, Weibchen sechs Häutungen. Die Lebenserwartung eines Männchen liegt bei rund fünf Monaten, die des Weibchens etwa zwölf Monate.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Dr. Franz Bachmaier, Dr. Wolfgang Dierl, Dr. Eberhard Ernst, Prof. Dr. Bernhard Grzimek, Prof. Dr. Hubert Markl, Dr. Werner Rathmayer, Prof. Dr. Peter Rietschel, Prof. Dr. Friedrich Schaller, Dr. Richard Zur Strassen, Dr. Heinz Wundt, Dr. Dr. Fritz Zumpt: Grzimeks Tierleben. Enzyklopädie des Tierreichs. Insekten. Zweiter Band. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG, München, Oktober 1993 ISBN 3-423-05970-2
  • Kurt Günther, Hans-Joachim Hannemann, Fritz Hieke: Urania Tierreich, 6 Bde., Insekten . Deutsch Harri GmbH; Auflage: 5, 1990 ISBN 387144944X
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