Wandernder Pfeil

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Wandernder Pfeil

Systematik
Unterstamm: Tracheentiere (Tracheata)
Klasse: Insekten (Insecta)
Teilklasse: Geflügelte Insekten (Pterygota)
Überordnung: Odonatoptera
Ordnung: Libellen (Odonata)
Unterordnung: Epiprocta
Überfamilie: Libelluloidea
Familie: Segellibellen (Libellulidae)
Gattung: Diplacodes
Art: Wandernder Pfeil
Wissenschaftlicher Name
Diplacodes bipunctata
(Brauer, 1865)

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Wandernde Pfeil (Diplacodes bipunctata), auch unter dem Synonym Diplacodes pacifica bekannt, zählt innerhalb der Familie der Segellibellen (Libellulidae) zur Gattung Diplacodes. Im Englischen wird der Wandernde Pfeil wandering percher genannt. Die Art ist monotypisch, demnach sind keine Unterarten bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Wandernde Pfeil ist eine kleine Segellibelle und erreicht eine Körperlänge von etwa 32,0 Millimeter. Zwischen den Geschlechtern zeigt sich ein farblicher Dimorphismus. Das erwachsene Männchen weist einen orange-roten abgeflachten Bauch auf. Ferner zeigen sich entlang der Rückenlinie sowie entlang der Bauchseiten ein Paar kleinere Flecken. An den Hinterflügeln befinden leicht gelbliche Basen. Die Augen sowie das Gesicht, die Brust und das Flügelmal sind rötlich gefärbt. Auf dem Segment des Bauches zeigen sich schwarze herzförmige Markierungen. Die Thoraxseiten einschließlich der Metastigma sind mit zwei schwarzen Flecken markiert. Das Weibchen weist einen bräunlich-orangenen bis sandgelben Bauch mit schwarzen Markierungen auf. Die Augen sind beim Weibchen ebenfalls rötlich gefärbt, jedoch erscheint das Gesicht insgesamt etwas blasser. Des Weiteren ist ein helles Rechteck entlang der Rückenlinie vom Thorax zu erkennen, das sich bis nach unten zwischen den beiden Flügelbasen erstreckt.

Lebensweise

Laut der Roten Liste der IUCN kommt der Wandernde Pfeil in vielen Lebensräumen vor, wie zum Beispiel Süß- und Brackwasser-Lebensräume. Die erwachsenen Männchen halten sich bevorzugt an Teichen und Bächen auf. Er lebt in geringer Höhe unter 300 Meter. Ferner ist der Wandernde Pfeil ein nächtlicher Wanderer. Die Larven entwickeln sich in rund 50 Tagen und die Erwachsenen leben bis zu 6 Monaten. Vor Kurzem haben Forscher der Swinburne University of Technology in Melbourne, Australien entdeckt, dass die Flügel dieser Art Bakterien abtöten. Bei genauerer Untersuchung der Vorderflügel entdeckte man eine Vielzahl von spitzen Nadeln mit der Abmessung von 240 Milliardstel eines Meters. Die spitzen Nadeln der Vorderflügel können verschiedene Bakterienarten durch direkten Kontakt aufschlitzen und abtöten.Dabei zählten die Forscher 450.000 getötete Bakterien pro Quadratzentimeter innerhalb einer Minute, was wirklich erstaunlich ist. Siehe ausführlicher Bericht auf dieser Seite Mutter Natur hilft gegen Krankenhauskeime.

Verbreitung

Laut der Roten Liste der IUCN ist der Wandernde Pfeil in folgenden Ländern verbreitet: Australien, Fidschi, Guam, Indonesien, Mikronesien, Neukaledonien, Neuseeland, Papua-Neuguinea, Samoa, Salomonen, Tonga und Vanuatu.

Ernährung

Der Wandernde Pfeil ernährt sich räuberisch von Insekten (Insecta) wie Mücken (Nematocera), Fliegen (Brachycera) und anderen Geflügelten Insekten. Gelegentlich werden auch Spinnentiere (Arachnida) verspeist. Dabei sucht der Wandernde Pfeil die Beute von einer Ansitzwarte aus und erbeutet sie mit den Fängen im Flug. Die Larven ernähren sich im Wasser von Kleinstlebewesen. Das Männchen geht meist am Tage auf die Jagd, Weibchen eher in der späteren Abenddämmerung. Hin und wieder jagt der Wandernde Pfeil auch am Boden an einem Gewässerrand.

Fortpflanzung

Die eigentliche Paarung dieser Libellenart findet im Flug statt. Der Flug wirkt dabei leicht rüttelartig. Das Weibchen legt die Eier nicht auf den Wasserpflanzen ab, sondern schwebt mit dem Männchen knapp über der Wasseroberfläche, wo das Weibchen schnell die Spitze ins Wasser taucht, um ein Ei abzulegen. Danach bewegen sich Weibchen und Männchen gemeinsam eine kurze Strecke, um den Vorgang zu wiederholen. Meist werden die Eier im flachen Wasser abgelegt. Die Larven, die aus den Eiern schlüpfen, haben mit zwei Jahren eine sehr lange Entwicklungszeit. Die Larven ernähren sich räuberisch von Kleinstlebewesen im Wasser. Mit ihrer Fangmaske erbeuten sie ihre Nahrung und zerteilen sie mit ihren kräftigen Mundwerkzeugen. Die Atmung erfolgt unter Wasser über ein spezielles Gewebe im Enddarm.

Gefährdung und Schutz

Laut der Roten Liste der IUCN gehört der Wandernde Pfeil heute noch nicht zu den bedrohten Arten. Er ist in weiten Teilen des Verbreitungsgebietes häufig anzutreffen. Nur in wenigen Regionen kommt der Wandernde Pfeil selten oder nur spärlich vor. In der Roten Liste der IUCN wird er als least concern (nicht gefährdet) geführt.

Weitere Synonyme

  • Cordulia novae-zelandiae - Brauer, 1865
  • Diplax pacificus - Kirby, 1884
  • Libellula bipunctata - Brauer, 1865

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Dreyer & Gerstenberg, Die Libellen, Gerstenberg Gebrueder Verlag, 1986 ISBN 3806720223
  • Heiko Bellmann, Libellen beobachten, bestimmen, Naturbuch Verlag, Augsburg, 1986 ISBN 3894401079
  • Dr. Helgard Reichholf-Riem: Steinbachs Naturführer. Insekten. Mit Anhang Spinnentiere. München: Mosaik Verlag GmbH, München 1984. ISBN 3-570-01187-9
  • Kurt Günther, Hans-Joachim Hannemann, Fritz Hieke: Urania Tierreich, 6 Bde., Insekten . Deutsch Harri GmbH; Auflage: 5, 1990 ISBN 387144944X
  • Dr. Franz Bachmaier, Dr. Wolfgang Dierl, Dr. Eberhard Ernst, Prof. Dr. Bernhard Grzimek, Prof. Dr. Hubert Markl, Dr. Werner Rathmayer, Prof. Dr. Peter Rietschel, Prof. Dr. Friedrich Schaller, Dr. Richard Zur Strassen, Dr. Heinz Wundt, Dr. Dr. Fritz Zumpt: Grzimeks Tierleben. Enzyklopädie des Tierreichs. Insekten. Zweiter Band. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG, München, Oktober 1993 ISBN 3-423-05970-2

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