Wassermokassinotter

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Wassermokassinotter

Systematik
Klasse: Reptilien (Reptilia)
Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
Unterordnung: Schlangen (Serpentes)
Familie: Vipern (Viperidae)
Gattung: Dreieckskopfottern (Agkistrodon)
Art: Wassermokassinotter
Wissenschaftlicher Name
Agkistrodon piscivorus
Lacépède, 1789

Die Wassermokassinotter (Agkistrodon piscivorus) zählt innerhalb der Familie der Vipern (Viperidae) zur Gattung der Dreieckskopfottern (Agkistrodon). Als nächste Verwandte gilt die Mexikanische Dreieckskopfotter (Agkistrodon bilineatus).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Wassermokassinotter erreicht eine durchschnittliche Körperlänge von 75 bis 130 Zentimeter. Jedoch sind auch Längen von bis zu 180 Zentimeter möglich und bereits dokumentiert worden. Je nach Verbreitungsgebiet und Unterart weist die stark gekielte Beschuppung eine schwärzliche bis olivbraune Grundfärbung auf. Die Bauchseite und die Unterseite des Kopfes ist meist hellbraun gefärbt. Je nach Alter eines Tieres ist dorsal eine dunkelbraune Zeichnung zu erkennen, die mit zunehmendem Alter verblasst. Wie alle Grubenottern besitzen Wassermokassinottern ein sogenanntes Grubenorgan, mit dessen Hilfe sie warmblütige Beutetiere aufspüren können.
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Das Grubenorgan befindet sich im Kopfbereich im oberen Kiefer zwischen den Augen und den Nasenlöchern und weist eine Tiefe von gut vier Millimetern auf. Das Innere der Grubenorgane ist durch eine Membrane geschützt. Mit dem Organ kann die Wassermokassinotter selbst geringfügigste Temperaturunterschiede wahrnehmen.

Verhalten

Wassermokassinottern sind überwiegend nachtaktive Vipern. Dies gilt insbesondere für den Beutefang. Am Tage sonnen sie sich meist an exponierten Stellen in unmittelbarer Nähe zu einem Gewässer. Dies ist auch notwendig, da sie im Wasser sehr schnell auskühlen. Wassermokassinottern sind im Grunde genommen nur wenig aggressiv. Sie beißen nur zu, wenn sie keinen Ausweg mehr sehen. Ansonsten suchen sie ihr Heil eher in der Flucht. Drohgebärden wie das weite Aufreißen des Maules sind übliche Abwehrmaßnahmen. Wassermokassinottern leben einzelgängerisch, die Geschlechter treffen sich nur kurz während der Paarungszeit. Sie sind das ganze Jahr über aktiv und scheinen selbst in den nördlichen Verbreitungsgebieten wie in Virginia keine Winterruhe zu halten.

Gift

Wie alle Grubenottern, so ist auch das Gift der Wassermokassinotter ausgesprochen giftig und kann auch beim Menschen zum Tode führen. Todesfälle sind allerdings sehr selten. Das Gift wird in Drüsen im Oberkiefer produziert und über die hohlen Reißzähne in den Blutkreislauf eines Beutetieres injiziert. Dabei wird das Gift durch Muskelkontraktion in die Zähne und somit in das Opfer gepumpt. Das Gift ist ein Hämotoxin, das vor allem die Zerstörung von roten Blutkörperchen zur Folge hat. Auch die Blutgerinnung wird gehemmt oder sogar völlig unterbunden. Neben Blutdruckabfall. Übelkeit, Erbrechen kommt es lokal zu starken Schmerzen und Ödemen. Das Gift der Wassermokassinotter gilt innerhalb der Gattung der Dreieckskopfottern (Agkistrodon) als das gefährlichste.

Unterarten

Trivialname Wissenschaftlicher Name Erstbeschreiber IUCN-Status Vorkommen
- Agkistrodon piscivorus conanti Gloyd, 1969 unbekannt Florida, Georgia
- Agkistrodon piscivorus leucostoma Troost, 1836 unbekannt Texas, Oklahoma, Missouri, Kentucky,
Tennessee, Alabama
- Agkistrodon piscivorus piscivorus Lacépède, 1789 unbekannt Südostküste der USA, Virgina bis Alamaba

Verbreitung

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Die Wassermokassinotter ist im Südosten der USA verbreitet. Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Virgina bis hinunter nach Florida uns westlich bis ins südwestliche Texas. Beliebte Habitate sind Sumpfgebiete, langsam fließende Flussläufe, Seen und Teiche. Wassermokassinottern sind sehr gute Schwimmer und gehen auch im Wasser auf die Jagd nach Beute. Am Ufer oder auf niedrigen Büschen und Bäumen oder auf Steinen legen sie Sonnenbäder an.

Ernährung

Wassermokassinottern ernähren sich hauptsächlich von Fischen, Amphibien, Kleinsäuger, Reptilien und Insekten. Selbst vor anderen Schlangen, kleinen Schildkröten und Jungalligatoren machen sie nicht halt. Wassermokassinottern beißen ein Beutetier, halten es für kurze Zeit und injizieren ein hochwirksames Gift, an dem das Beutetier stirbt. Kann ein gebissenes Beutetier entkommen, so spürt die Wassermokassinotter es über ihren hoch entwickeltem Geruchssinn auf. Wie bei allen Schlangen werden Beutetiere im Ganzen, mit dem Kopf voran verschlungen. Als Lauerjäger gehen Wassermokassinottern selten aktiv auf die Jagd.
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Jungschlangen haben die Eigenart, mit ihrem Schwanz zu wedeln und so einen Wurm im Wasser zu imitieren. Neugierige Frösche oder andere Tiere werden so zu einer leichten Beute.

Fortpflanzung

Wassermokassinottern gehören zu den lebendgebärenden Schlangen, dass heißt, die Eier reifen im Leib des Weibchens heran. Die Geschlechtsreife wird mit zwei bis drei Jahren erreicht, wobei Weibchen in der Regel erst mit drei Jahren geschlechtsreif sind. Die Paarungszeit erstreckt sich über das Frühjahr und beginnt meist schon im März oder im April. Dabei kommt es pro Saison nur zu einem Wurf. Nach einer Tragezeit von 90 bis 120 Tagen bringt das Weibchen, je nach Alter und Ernährungszustand, drei bis zwölf Jungtiere zur Welt. Die Jungschlangen weisen eine Geburtslänge von 20 bis 25 Zentimeter auf. Der Schwanz der Jungschlangen ist auffallend gelblich gezeichnet
Ansicht der Fangzähne
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Ansicht der Fangzähne
und dient zum Anlocken von Beutetieren. Die Jungtiere sind nach dem Schlupf auf sich alleine gestellt, eine Brutpflege wird seitens des Weibchens also nicht betrieben. Wassermokassinottern können unter günstigen Umständen ein Alter von 15 bis 20 Jahren oder mehr erreichen.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Mark O'Shea, Giftschlangen. Alle Arten der Welt in ihren Lebensräumen, Franckh-Kosmos Verlag, 2006 - ISBN 3440106195
  • Ludwig Trutnau, Schlangen im Terrarium, in 2 Bdn., Bd.2, Giftschlangen,
    Verlag: Ulmer (Eugen); Auflage: 4., Aufl. (1998) - ISBN 3800173719
  • Roland Bauchot: Schlangen, Weltbild Verlag, 1999, ISBN 3-8289-1501-9
  • W. P. Mara, Das Große Buch der Giftschlangen, Verlag: Bede (Februar 2002) - ISBN 3927997536
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