Wasserzivette

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Wasserzivette
Foto/Zeichnung folgt.

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Überfamilie: Katzenartige (Feloidea)
Familie: Schleichkatzen (Viverridae)
Unterfamilie: Zibetkatzen (Viverrinae)
Gattung: Ginsterkatzen (Genetta)
Art: Wasserzivette
Wissenschaftlicher Name
Genetta piscivora
(Allen, 1919)

IUCN-Status
Data Deficient (DD)

Die Wasserzivette (Genetta piscivora) zählt innerhalb der Familie der Schleichkatzen (Viverridae) zur Gattung der Ginsterkatzen (Genetta). Im Englischen wird die Art Aquatic Genet genannt. Die Wasserzivette ist auch unter dem Synonym Osbornictis piscivora bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die eher kleine und schlank gebaute Wasserzivette erreicht eine Gesamtlänge von bis zu 785 mm, eine Körperlänge von bis etwa 445 mm, eine Schwanzlänge von 340 mm sowie ein Gewicht von 1400 bis 1500 g. Ob ein Dimorphismus zwischen den Geschlechtern besteht ist nicht bekannt. Das Fell weist eine rostbraune bis rotbraune Färbung auf. Rund um das Maul und an den Seiten des Kopfes ist eine weißliche Färbung zu erkennen. Die Extremitäten sind deutlich dunkler gefärbt. Der lange Schwanz ist überwiegend schwärzlich. Die Fußsohlen aller 4 Füße sind nackt und der Geruchssinn ist nur mäßig entwickelt. Beides stellt eine Anpassung an die semiaquatische Lebensweise dar.

Lebensweise

Wasserzivetten führen eine semiaquatische Lebensweise. Die Tiere leben einzelgängerisch, die Geschlechter treffen nur während der Paarungszeit aufeinander. Die Kommunikation untereinader erfolgt überwiegend über den Sehsinn, das Gehör und den Tastsinn. Der Geruchssinn spielt wahrscheinlich nur eine untergeordnete Rolle. Bei der Nahrungssuche ist der Tastsinn maßgebend.

Verbreitung und Lebensraum

Wasserzivetten sind in einer größeren Population und einer zweiten Reliktpopulation im zentralen Afrika in der nordöstlichen Region der Demokratischen Republik Kongo endemisch. Die Tiere leben in tropischen Regenwäldern entlang von Flüssen und größeren Strömen. Wasserzivetten leben ausschließlich in der Nähe eines Gewässers. Die Art ist in Höhenlagen zwischen 450 und 1.500 m über NN anzutreffen (IUCN, 2011).

Ernährung

Der Hauptteil der Nahrung entfällt auf Fische (Osteichthyes). Zu einem kleinen Teil werden auch Schalenweichtiere (Conchifera) gefressen. Ob auch pflanzliche Nahrung zu sich genommen wird, ist nicht bekannt. Dies ist jedoch zu vermuten, da andere Ginsterkatzen (Genetta) sich auch von Wurzeln und Knollen ernähren. Die Jagd erfolgt im Wasser oder in unmittelbarer Ufernähe. Aufgrund der nackten Sohlen können sich die Tiere selbst auf rutschigen Steinen sicher bewegen (Nowak, 1999).

Fortpflanzung

Die Geschlechter treffen sich aufgrund der einzelgängerischen Lebensweise nur zur Paarung. Wahrscheinlich trennen sich Männchen und Weibchen kurz nach der Kopulation wieder. Die Paarungszeit ist unbekannt, ein trächtiges Weibchen wurde im Dezember gesichtet. Dies entspricht der Regenzeit. Um die Aufzucht des Nachwuchses kümmert sich wie bei allen Ginterkatzen ausschließlich das Weibchen. Der Nachwuchs ist bei der Geburt nackt und blind. Die ersten Lebenswochen verbleiben die Jungen ausschließlich im Bau der Mutter. Die Tragezeit, die Säugezeit, der Eintritt der Geschlechtsreife und die Lebenserwartung sind unbekannt.

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Über den Gefährdungsgrad kann nur spekuliert werden. In der Roten Liste der IUCN wird die Art daher in der Kategorie DD, Data Deficient, geführt. Der größte Feind der Tiere ist der Mensch. Eingeborene bejagen die Tiere wegen des Fleisches. Das Fleisch landet als Buschfleisch auf den traditionellen Märkten. Der Lebensraum der Wasserzivetten gilt in Zentralafrika heute noch als mehr oder weniger intakt. Dies hängt auch mit der niedrigen menschlichen Siedlungsdichte zusammen.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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