Weißnacken-Moorantilope

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Weißnacken-Moorantilope

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Paarhufer (Artiodactyla)
Unterordnung: Wiederkäuer (Ruminantia)
Familie: Hornträger (Bovidae)
Unterfamilie: Riedböcke (Reduncinae)
Gattung: Wasserböcke (Kobus)
Art: Weißnacken-Moorantilope
Wissenschaftlicher Name
Kobus megaceros
Fitzinger, 1855

IUCN-Status
Endangered (EN) - IUCN

Die Weißnacken-Moorantilope (Kobus megaceros) zählt innerhalb der Familie der Hornträger (Bovidae) zur Gattung der Wasserböcke (Kobus). Sie wird auch Mrs Grays Wasserbock genannt, nach der Ehefrau des Forschers, der sie zu erst beschrieben hat.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Die Weißnacken-Moorantilope erreicht je nach Geschlecht eine Körperlänge von 135 und 165 Zentimeter, eine Höhe von 80 bis 105 Zentimeter sowie ein Gewicht von 60 bis 120 Kilogramm. Die Geschlechter weisen nicht nur in der Größe einen deutlichen Geschlechtsdismorphismus auf, sondern auch bei der Behornung. Nur die Männchen tragen Hörner, die eine Länge von 50 bis 85 Zentimeter erreichen können. Die Hörner stehen an der Wurzel nah beineinander und wachsen, parallell zum Nasenrücken nach hinten und weisen eine leichte Krümmung nach außen auf. Auch die Färbung des Felles unterscheidet sich grundlegend. Die Weibchen sind überwiegend hellbraun gefärbt, die Bauchseite ist dabei fast weißlich. Geschlechtsreife Männchen sind dunkelbraun gefärbt. Dabei zeichnet sich hinter den Hörnern beginnend im Nackenbereich ein großer weißer Fleck ab, der bis zu den Schultern verlaufen kann. Dieser markante Fleck war für diese Art namensgebend. Ältere Männchen sind meist noch dunkler gefärbt. Das Fell beider Geschlechter ist ausgesprochen langhaarig und grob. Die Beine sind im Vergleich zum Körper relativ kurz und zierlich gebaut. Die Hufe enden schmal. Der Schwanz erreicht je nach Geschlecht eine Länge von 40 bis 60 Zentimeter.

Weißnacken-Moorantilopen sind tagaktiv und ausgesprochen soziale Tiere. Die Herden sind gemischt geschlechtlich und zeichnen sich durch eine soziale Hierarchie aus. Geschlechtsreife Männchen, Junggesellen und Weibchen mit ihren Jungen halten sich in der Regel abgesondert auf. Eine Gruppe umfasst rund 50 Einzeltiere. Gruppenstärken von einigen hundert Individuen sind aber auch schon beobachtet worden. Aufgrund
Weißnacken-MoorantilopeMännchen
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Weißnacken-MoorantilopeMännchen
ihrer Lebensräume sind sie ausgezeichnete Schwimmer. Sie halten sich in Wassernähe dennoch meist nur im Flachwasser auf. Zu den natürlichen Hauptfeinden zählen insbesondere Nilkrokodile, Löwen und Leoparden. In der Roten Liste des IUCN wird die Art als stark gefährdet geführt.

Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Weißnacken-Moorantilopen erstreckt sich nur über kleine Landstriche im Süden des Sudans und im Südwesten Äthiopiens. Sie leben hauptsächlich in den Sümpfen entlang des Nils und sind nur gelegentlich in den trockenen Savannen anzutreffen. Meist halten sie sich in Sümpfen in hohem Gras verborgen.

Nahrung

Die Weißnacken-Moorantilope ernährt sich überwiegend von Gräsern, Kräutern und Wasserpflanzen. In dem Sümpfen waten sie regelmäßig durch Flachwasser und fressen dort wachsende Wasserpflanzen. Als tagaktive Tiere gehen sie nur am Tage auf Nahrungssuche.

Fortpflanzung

Die Geschlechtsreife erreicht die Weißnacken-Moorantilope mit etwa zwei Jahren. Die Tiere leben polygam, das heisst das Männchen paart sich mit mehreren Weibchen innerhalb seiner Gruppe. Grundsätzlich ist die Paarungszeit nicht an eine bestimmte Jahreszeit gebunden, jedoch fallen die meisten Geburten in die Regenzeit. Nach einer Tragezeit von rund 235 Tagen bringt ein Weibchen an einer geschützten Strelle im hohen Gras ein Jungtier zur Welt.
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Zwillingsgeburten sind nicht belegbar. Das Kalb wiegt bei der Geburt zwischen vier und fünf Kilogramm. Die Säugezeit beträgt zwischen sechs und sieben Monate. Mit etwa acht Monaten sind die Jungtiere selbständig. Die Lebenserwartung liegt in Freiheit bei zehn bis zwölf Jahren.

Anhang

Literatur und Quellen

  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999

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