Weißnacken-Sturmvogel

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Weißnacken-Sturmvogel

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Röhrennasen (Procellariiformes)
Familie: Sturmvögel (Procellariidae)
Gattung: Hakensturmtaucher (Pterodroma)
Art: Weißnacken-Sturmvogel
Wissenschaftlicher Name
Pterodroma cervicalis
(Salvin, 1891)

IUCN-Status
Vulnerable (VU)

Der Weißnacken-Sturmvogel (Pterodroma cervicalis) zählt innerhalb der Familie der Sturmvögel (Procellariidae) zur Gattung der Hakensturmtaucher (Pterodroma). Im Englischen wird der Weißnacken-Sturmvogel white-necked petrel oder white-naped petrel genannt. Dieses Taxon wurde in drei Spezies gesplittet: Pterodroma cervicalis, Pterodroma occulta und Pterodroma externa. Die Art ist monotypisch, Unterarten sind demnach keine bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Weißnacken-Sturmvogel ist ein ziemlich großer Sturmvogel und erreicht eine Körperlänge von etwa 43,0 Zentimeter, eine Spannweite von etwa 30,0 bis 32,0 Zentimeter und ein Gewicht von etwa 380,0 bis 545,0 Gramm. Das Gefieder weist insgesamt eine grauweiße Färbung mit einem markanten weißen Nacken auf. Die schwarze Kappe reicht bis unter die Augen. Das weiße Band erstreckt sich vom Hals bis zum Nacken. Das Obergefieder weist eine graue Färbung und auf den Flügeln zeigt sich ein schwarzes M. Im jugendlichen Alter zeigt sich über der oberen Brust ein grauer Halbkragen. Die Unterseite ist von einer weißen Färbung. Die Flügelunterseite ist weiß getönt und mit einer schmalen schwarzen Hinterkante und mit schwarzen Spitzen versehen. Distal zeigen sich ebenfalls breite schwarze Spitzen. Des Weiteren zieht sich eine schwarze Binde in Richtung Zentrum der Flügel und geht nahtlos in die Handwurzeln über. Der Weißnacken-Sturmvogel weist große Ähnlichkeit mit dem Salvinsturmvogel (Pterodroma externa), jedoch unterscheidet sich der Weißnacken-Sturmvogel durch intensiv schwarz gefärbte Kappe sowie durch die kräftigere schwarze Markierung an den Vorderkanten der Flügelunterseite. Der Salvinsturmvogel (Pterodroma externa) weist im Gegensatz zum Weißnacken-Sturmvogel einen grauen Nacken auf. Die Weißfärbung des Nacken war auch für diese Art namensgebend.

Lebensweise

Norfolk Island - Bomboras
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Norfolk Island - Bomboras

Laut der Roten Liste der IUCN brütet der Weißnacken-Sturmvogel in Erdhöhlen, in der Regel auf flach abfallenden Flächen, die mit Seggen und Gras bewachsen sind. Auf Raoul nistet der Weißnacken-Sturmvogel unterhalb von 300 Metern. Der Weißnacken-Sturmvogel ernährt sich hauptsächlich von Tintenfischen, von kleinen Fischen und von Krebstieren.

Verbreitung

Laut der Roten Liste der IUCN brütet der Weißnacken-Sturmvogel auf Macauley Island und auf Kermadec Island, Neuseeland (etwa 50.000 Paare im Jahr 1988, möglicherweise zunehmend) und in einer zweiten kleinen Kolonie noch auf Phillip Island sowie auf Norfolk Island (Australien) (ein paar Brutpaare). Es wird auch berichtet, dass der Weißnacken-Sturmvogel auch auf Mere Lava in Vanuatu in kleinen Kolonien brütet. Des Weiteren brütet er seit dem 20. Jahrhundert auch auf Raoul Island und auf Kermadec Island. Der Weißnacken-Sturmvogel wandert bis in den Norden zum Pazifischen Ozean und wurde auf Gau Island, Fiji, gesichtet.

Macauley Island
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Macauley Island

Laut der Roten Liste der IUCN kommt der Weißnacken-Sturmvogel in folgenden Gebieten vor: Amerikanisch-Samoa, Australien, Cook Inseln, Fidschi, Französisch-Polynesien, Guam, Japan, Mexiko, Mikronesien, Neukaledonien, Neuseeland, Niue, Norfolk Island, Nördliche Marianen, Wallis und Futuna. Präsent ist der Weißnacken-Sturmvogel in folgenden Ländern und auf Inseln, jedoch ist die Herkunft ungewiss: Französisch Südliche Territorien, Kiribati, Marshall Inseln, Nauru, Papua-Neuguinea, Samoa, Salomonen, Tokelau, Tonga, Tuvalu und Vanuatu.

Ernährung

Der Weißnacken-Sturmvogel ernährt sich hauptsächlich von Tintenfischen, Krebstieren und von kleinen Fischen. Die Nahrungssuche und -aufnahme erfolgen vorzugsweise in der Nacht, entweder einzelgängerisch oder in kleinen Gruppen. Nicht selten schließen sich Weißnacken-Sturmvögel auf der Nahrungssuche anderen Seevögeln an. Ist ein Beutetier gesichtet, so stürzt sich der Weißnacken-Sturmvogel ins Wasser und taucht im Folgenden nach der Beute. Nicht selten werden Beutetiere unmittelbar an der Wasseroberfläche gejagt.

Fortpflanzung

Bird Island
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Bird Island

Der Weißnacken-Sturmvogel ist ein Kolonienbrüter und nistet in Erdhöhlen oder unter Felsspalten. Das Weibchen legt ein einziges Ei, das über einen Zeitraum von gut 50 Tagen von beiden Elternteilen bebrütet wird. Auch um die Versorgung des Nachwuchses mit Nahrung kümmern sich beide Elternteile. Verfüttert wird hochgewürgte und vorverdaute Nahrung. Nach dem Schlupf weist das Küken nur eine spärliche Befiederung auf. Im Alter von 80 bis 85 Tagen erlangt der Jungvogel die Flugfähigkeit. Der Jungvogel kehrt erst nach vier Jahren wieder zur Brutkolonie zurück.

Gefährdung und Schutz

Laut der Roten Liste der IUCN gilt die Art als gefährdet, weil sie nur ein sehr kleines Verbreitungsgebiet hat. Sie ist auf zwei oder drei sehr kleinen Inseln beschränkt und ist daher anfällig für stochastische Ereignisse und menschliche Einflüsse. Brooke (2004) schätzt die Population auf etwa 100.000 Individuen. In den Jahren 1984 und 1970 wurden die Ziegen auf den Inseln Raoul und Macauley entfernt. Die Ausrottung der Kaninchen auf Phillip Island im Jahre 1985 führte möglicherweise dazu, dass die Art sich in den folgenden Jahren auf dieser Insel ansiedelte. Die Kermadec Insel ist ein Naturschutzgebiet und darf nur mit Genehmigung betreten werden. Es sollte alle fünf Jahre eine Zählung der Population auf der Insel Macauley durchgeführt werden, um sicherzustellen, dass keine Prädatoren eingeschleppt wurden. Ferner ist die Beseitigung von Pazifischen Ratten (Rattus exulans), Wanderratten (Rattus norvegicus) und von verwilderten Hauskatzen auf den Insel Macauley und Raoul erforderlich.

Anhang

Siehe auch

  • Hauptartikel: die Klasse der Vögel (Aves)

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Dr. H. C. Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

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