Weißnackenkranich

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Weißnackenkranich

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Kranichvögel (Gruiformes)
Familie: Kraniche (Gruidae)
Unterfamilie: Echte Kraniche (Gruinae)
Gattung: Grus
Art: Weißnackenkranich
Wissenschaftlicher Name
Grus vipio
Pallas, 1811

IUCN-Status
Vulnerable (VU)

Der Weißnackenkranich (Grus vipio) zählt innerhalb der Familie der Echten Kraniche (Gruinae) zur Gattung Grus. Im Englischen wird der Weißnackenkranich white-naped crane oder white-necked crane genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Weißnackenkranich erreicht eine Höhe von 130 bis 140 cm sowie wie ein Gewicht von sechs bis sieben Kg. Er gehört damit zu den größeren Kranicharten. Die Geschlechter sind in Befiederung und Größe nicht zu unterscheiden. Das Gefieder ist überwiegend grau. An Kopf, Hals und Nacken zeigt sich eine weiße Färbung. Die weiße Färbung im Nackenbereich war für diese Art namensgebend. Längere Schmuckfedern sind an den Flügeln erkennbar, die während der Balz eine Rolle spielen. Das Gesichtsfeld um die Augen ist unbefiedert und von rötlicher Färbung. Die roten Stellen im Gesicht sind grau umrandet. Die Iris ist orangegelb. Die Beine sind sehr lang und fleichfarben gefärbt.

Lebensweise

Weißnackenkraniche sind ausgesprochene Zugvögel, die weite Strecken zurücklegen. Die paarweise lebenden Vögel suchen die Nähe ihrer Artgenossen. Vor allem in den Überwinterungsquartieren kommen oft hunderte Vögel zusammen. Durch die Verluste ihrer Lebensräume, insbesondere in den Brutgebieten, ist diese Art mittlerweile stark gefährdet. Das Washingtoner Artenschutzabkommen stellt sie weltweilt unter Schutz.

Verbreitung

Die Hauptverbreitungsgebiete der Weißnackenkraniche liegt in Nord- und Südostasien. Sie bevorzugen Feuchtgebiete mit mäßigem Baumbestand und reichhaltiger Niedrigvegetation. Die Überwinterungsgebiete liegen im südlichen China, Korea und Japan. Die Brutgebiete in der nordöstlichen Mongolei, im nordöstlichen China und im südöstlichen Rußland. In den Überwinterungsgebieten sind die Vögel durch weitreichenden Schutz recht sicher. Das sieht in den nördlichen Brutgebieten ganz anders aus. Hier stehen sie nicht unter Schutz und der Verlust der Feuchtgebiete führt zu deutlichen Rückgängen innerhalb der Populationen.

Ernährung

Weißnackenkraniche ernähren sich hauptsächlich pflanzlich. Dazu gehören Wasserpflanzen, Gräser, Sämereien, Wurzeln und Kräuter. Während der Jungenaufzucht wird vermehrt auf tierische Kost zurückgegriffen. Hierbei bevorzugen die Weißnackenkraniche Insekten, Frösche, kleinere Wirbeltiere wie Mäuse.

Fortpflanzung

Weißnackenkraniche erreichen die Geschlechtsreife mit rund vier Jahren. Die Paarungszeit in den nördlichen Brutgebieten des nördlichen China, der östlichen Mongolei und des südlichen Rußland beginnt im Frühjahr und erstrekt sich bis in den Mai. In der Paarungszeit kommt es zu anmutigen Balztänzen und Duettgesängen der Geschlechter. Die hügelartigen Nester bestehen aus trockenem Pflanzenmaterial.

Das Weibchen legt im Abstand von ein oder zwei Tagen zwei Eier, die von beiden Elternteilen über einen Zeitraum von 30 bis 32 Tagen ausgebrütet werden. Die geschlüpften Jungvögel sind Nestflüchter und verfügen über eine gelblichbraune Bedunung, die mit dunklen Flecken versetzt ist. In Zeiten von Nahrungsknappheit kommt es unter den Jungvögeln zu Streitigkeiten um die Nahrung. Nicht selten bleibt dabei ein Jungvogel auf der Strecke. Die Jungvögel erlangen ihre Selbständigkeit nach 70 bis 75 Tagen. Weißnackenkraniche können ein Alter von 25 bis 30 Jahren erreichen. In Gefangenschaft werden sie auch um einiges älter.

Anhang

Siehe auch

  • Hauptartikel: die Klasse der Vögel (Aves)

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Dr. hc Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

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