Westamerikanische Rötelmaus

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Westamerikanische Rötelmaus
Foto folgt.

Systematik
Ordnung: Nagetiere (Rodentia)
Unterordnung: Mäuseverwandte (Myomorpha)
Teilordnung: Myodonta
Überfamilie: Hamster- und Mäuseartige (Muroidea)
Familie: Wühler (Cricetidae)
Unterfamilie: Wühlmäuse (Arvicolinae)
Tribus: Myodini
Gattung: Rötelmäuse (Myodes)
Art: Westamerikanische Rötelmaus
Wissenschaftlicher Name
Myodes californicus
(Merriam, 1890)

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Die Westamerikanische Rötelmaus (Myodes californicus) zählt innerhalb der Familie der Wühler (Cricetidae) zur Gattung der Rötelmäuse (Myodes). Im Englischen wird die Westamerikanische Rötelmaus Western Red-backed Vole genannt. Weitere, jedoch ungültige Synonyme sind Evotomys mazama (Merriam, 1897) und Evotomys obscurus (Merriam, 1897). Die Art ist monotypisch, Unterarten sind demnach keine bekannt (Wilson und Reeder, 2005).

Inhaltsverzeichnis

Erkennung und Unterschiede

Das Fell der Westamerikanischen Rötelmaus weist eine kastanienbraune bis rötlichbraune Färbung auf, die lateral in hell graubraun bis gräulich und ventral in gräulich übergeht. Der Rücken ist durch einen dunkler gefärbten Aalstrich gekennzeichnet. Der Schwanz ist lang und undeutlich zweifarbig (oben dunkler, unten heller). Juvenile Tiere sind insgesamt dunkler gefärbt und der Aalstrich kommt weniger stark zur Geltung. Das Winterfell ist lang und weich, das Sommerfell kurz und gröber. Von den sympatrisch vorkommenden Heidekraut-Wühlmäusen (Phenacomys) können Westamerikanische Rötelmäuse insbesondere aufgrund der Zahnmorphologie unterschieden werden (Alexander & Verts, 1992).

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Westamerikanische Rötelmaus erreicht eine Gesamtlänge von 121 bis 165 mm, eine Schwanzlänge von 34 bis 56 mm, eine Hinterfußlänge von 17 bis 21 mm, eine Ohrlänge von 10 bis 14 mm, eine basale Schädellänge von 21,8 bis 23,3 mm, eine Jochbeinbreite von 13,3 bis 14,2 mm sowie ein Gewicht von 15 bis 40 g. Das Gebiss besteht aus 16 Zähnen, die zahnmedizinische Formel lautet i1/1, c0/0, p0/0, m3/3. Das Baculum erreicht eine Länge von bis zu 2,8 mm (Alexander & Verts, 1992).

Lebensweise

Die Siedlungsdichte liegt bei 1,2 bis 7,9 Individuen je ha. Die Reviergröße variiert zwischen 600 und 3.400 qm (Alexander & Verts, 1992). Über die weitere Lebensweise der Tiere ist nur wenig bekannt.

Verbreitung

Die Westamerikanische Rötelmaus ist im nördlichen Amerika in den US-Bundesstaaten Kalifornien und Oregon endemisch. Die Vorkommen erstrecken sich dabei von westlichen Oregon bis ins nordwestlichen Kalifornien vom Columbia River 100 km südlich bis zur San Francisco Bay (Alexander & Verts, 1992). Westamerikanische Rötelmäuse leben vor allem in Nadelwäldern. Zu den typischen Nadelhölzern im Lebensraum der Tiere gehören Kiefern (Pinus), Eiben (Taxus), Douglasien (Pseudotsuga), Westamerikanische Hemlocktannen (Tsuga heterophylla), Sitka-Fichten (Picea sitchensis), Riesen-Lebensbäume (Thuja plicata), Weiß-Tannen (Abies alba), Küsten-Tannen (Abies grandis) und Gelb-Kiefern (Pinus ponderosa). In Bodennähe dominieren Pflanzen wie Rhododendren (Rhododendron), Heidelbeeren (Vaccinium), Adlerfarne (Pteridium), Pracht-Himbeeren (Rubus spectabilis), Sauerklee (Oxalis), Clintonia uniflora, Disporum smithii, Berberitzen (Berberis), Winterlieb (Chimaphila), Goldfaden (Coptis) und Violen (Viola). Lokal treten die Tiere auch in Mischwälder auf und bevorzugen kühle, feuchte Mikrohabitate mit einer geringen Bodenbedeckung (Alexander & Verts, 1992; IUCN, 2013).

Biozönose

Sympatrie

Westamerikanische Rötelmäuse leben in Sympatrie oder Nahrungskonkurrenz mit anderen kleinen und größeren Säugetieren wie Oregon-Wühlmäuse (Microtus oregoni), Sorex bairdii, Sorex sonomae, Sorex pacificus, Sorex trowbridgii, Sorex vagrans, Amerikanische Spitzmulle (Neurotrichus gibbsii), Pazifische Maulwürfe (Scapanus orarius), die Langschwänzige Wühlmaus (Microtus longicaudus), die Richardson-Wühlmaus (Microtus richardsoni), die Hirschmaus (Peromyscus maniculatus), die Pinyon-Hirschmaus (Peromyscus truei), Heidekraut-Wühlmäuse (Phenacomys), die Pazifik-Hüpfmaus (Zapus trinotatus), die Buschschwanzratte (Neotoma cinerea), Neotoma fuscipes, der Gelbe Fichten-Chipmunk (Tamias amoenus), der Townsend-Chipmunk (Tamias townsendii), das Gemeine Rothörnchen (Tamiasciurus hudsonicus), der Goldmantelziesel (Spermophilus lateralis), das Westliche Grauhörnchen (Sciurus griseus), das Nördliche Gleithörnchen (Glaucomys sabrinus), das Stummelschwanzhörnchen (Aplodontia rufa), die Mazama Taschenratte (Thomomys mazama), der Amerikanische Pfeifhase (Ochotona princeps), der Schneeschuhhase (Lepus americanus), das Virginia-Opossum (Didelphis virginiana), das Urson (Erethizon dorsatum) und der Rothirsch (Cervus elaphus) (Alexander & Verts, 1992).

Prädatoren

Zu den natürlichen Feinden zählen der Westliche Fleckenskunk (Spilogale gracilis), der Hermelin (Mustela erminea), das Langschwanzwiesel (Mustela frenata), der Fichtenmarder (Martes americana), der Kojote (Canis latrans), der Amerikanische Schwarzbär (Ursus americanus), der Nordamerikanische Waschbär (Procyon lotor), der Rotluchs (Lynx rufus) und Wildkatzen (Felis silvestris) (Alexander & Verts, 1992).

Ernährung

Die Tiere ernähren sich neben pflanzlichen Teilen wie grüner Vegetation und Sämereien auch von Pilzen und Insektenlarven. Zu den bevorzugten Pflanzen zählen insbesondere Rhizopogon und ähnliche Pflanzen. Zu den nachgewiesenen Pilzen zählen beispielsweise Großstäublinge (Calvatia), Echte Trüffel (Tuber), Geopora, Endogone, Genabea und Glomus. Die aufgenommene Nahrung variiert je nach Lebensraum und Vorkommen (Alexander & Verts, 1992). Dies haben Kot- und Magenanalysen ergeben (Alexander & Verts, 1992).

Fortpflanzung

Die Fortpflanzungszeit erstreckt sich von Februar bis in den September hinein. Die meisten Jungtiere kommen zwischen April und August zur Welt. Die Testes (Hoden) der Männchen sind während dieser Zeit bis zu 8 mm lang, pink gefärbt und deutlich sichtbar geschwollen. Die Tragezeit liegt bei 17 bis 21 (18) Tage. Die Anzahl der Jungtiere beträgt 2 bis 7 (2,8). Pro Saison bringt ein Weibchen 3 bis 4 (3,1) mal Jungtiere zur Welt (Alexander & Verts, 1992).

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Westamerikanische Rötelmäuse gehören noch nicht zu den bedrohten Beuteltierarten. Die Art wird in der Roten Liste der IUCN daher als nicht gefährdet (LC, Least Concern) geführt. Die Tiere spielen in ihren natürlichen Lebensräumen eine durchaus wichtige Rolle, da sie die Nahrungsgrundlage für räuberisch lebende Tiere bilden. Über Gefährdungsfaktoren ist nichts bekannt (IUCN, 2013).

Anhang

Siehe auch

  • Hauptartikel: Unterfamilie der Wühlmäuse (Arvicolinae)

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899.
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066.
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999.
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X.

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