Westlicher Buschhäher

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Westlicher Buschhäher

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
Unterordnung: Singvögel (Passeri)
Familie: Rabenvögel (Corvidae)
Tribus: Corvini
Gattung: Aphelocoma
Art: Westlicher Buschhäher
Wissenschaftlicher Name
Aphelocoma californica
Vigors, 1839

IUCN-Status
Least Concern (LC) - IUCN

Der Westliche Buschhäher (Aphelocoma californica) zählt innerhalb der Familie der Rabenvögel (Corvidae) zur Gattung Aphelocoma.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Westliche Buschhäher ist ein recht großer Singvogel und erreicht eine Körperlänge von 28 bis 31 Zentimeter, eine Flügelspannweite von durchschnittlich 40 Zentimeter sowie ein Gewicht von 75 bis 110 Gramm. Die Geschlechter weisen sowohl in der Größe als auch in der Gefiederfärbung keinen nennenswerten Dimorphismus auf. Der Oberkopf, der Nacken sowie die Flügel und der Schwanz sind überwiegend blau gefärbt. Der Rücken weist eine graue bis graubraune Färbung auf. Die Kehle und die obere Brust sind weißlich gefärbt, die Bauchseite zeigt eine gräuliche Färbung. Im Bereich der unteren Brust ist ein graubraunes Brustband zu erkennen. Die Kopfseiten sind vom Schnabelansatz bis hinter die Augen gräulich gefärbt. Die Augen weisen eine dunkle, meist dunkelbraune Färbung auf. Oberhalb der Augen zeigt sich ein charakteristischer weißlicher Überaugenstreif. Der kräftige Schnabel und die Extremitäten sind dunkelgrau bis fast schwarz gefärbt. Juvenile Vögel kann man leicht an dem bräunlichen Oberkopf erkennen. Ansonsten ähneln sie den adulten Vögeln.

Lebensweise

Der Westliche Buschhäher ist ein tagaktiver Vogel, der vor allem in den frühen Morgen- und Abendstunden auf Nahrungssuche geht. Er gilt in allen Verbreitungsgebieten als Standvogel und legt daher für die kalte Jahreszeit Nahrungsvorräte in Form von Sämereien, Eicheln und anderen Waldfrüchten an. Da er diese Nahrung nicht immer zur Gänze verzehrt, gilt er als außerordentlich wichtiger Samenverbreiter. Mit seinem kräftigen Schnabel kann er mühelos Nüsse, Eicheln und andere hartschalige Waldfrüchte öffnen und fressen. Der Schnabel wird aber nicht nur für grobe Arbeiten eingesetzt, er kann damit auch kleine Insekten wie Zecken aus dem Fell von Rotwild picken. Westliche Buschhäher leben außerhalb der Paarungszeit paarweise, in kleinen Familiengruppen oder in kleinen Nichtbrütergemeinschaften. Einzelgängerisch sieht man die Tiere nur selten umherstreifen. Sie sind ausgesprochen soziale Vögel. Jedoch legen sie während der Paarungszeit ein territoriales Verhalten an den Tag und dulden keine Artgenossen in ihrem Brutrevier. Das Revier wird durch lautstarkes Geschrei und wenn es sein muss auch mit Schnabelhieben und den Klauen verteidigt. Dies gilt sowohl gegenüber Artgenossen als auch Prädatoren.

Unterarten

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Verbreitung, Lebensraum

Westliche Buschhäher sind im westlichen Teil Nordamerikas weit verbreitet. Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich vom südwestlichen Kanada, über die westlichen und südwestlichen Bundesstaaten der USA bis in den Süden Mexikos. Lichte Wälder, deren Ränder und in der Nähe des Menschen vor allem Obstgärten und ähnliche Orte. Unterholzreiche Laubwälder, gelegentlich auch Nadel- und Mischwälder werden jedoch eindeutig bevorzugt. Hier findet der Westliche Buschhäher reichlich Nahrung in Form von beispielsweise Eicheln und anderen Waldfrüchten. Die Nähe zum Menschen wird keineswegs gescheut. So ist er neben dem Obstanbau auch in Parkanlagen und Gärten zu finden.

Hauskatze (Felis silvestris forma catus)
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Hauskatze (Felis silvestris forma catus)

Prädatoren

Zu den natürlichen Prädatoren der Westlichen Buschhäher zählen Greifvögel (Falconiformes) wie Rundschwanzsperber (Accipiter cooperii), Merline (Falco columbarius) und Wanderfalken (Falco peregrinus). Unter den Säugetieren gehören vor allem Hauskatzen (Felis silvestris forma catus) und Rotluchse (Lynx rufus) zu den natürlichen Feinden. Jedoch sind Westliche Buschhäher vor allem gegenüber Greifvögeln sehr wehrhafte Tiere, die sich zu verteidigen wissen. Sie gehen zumeist aktiv in einer Gruppe gegen Prädatoren vor.

Ernährung

Westliche Buschhäher gelten als Allesfresser. Sie ernähren sich von kleinen Gliederfüßern (Arthropoda), von keinen Wirbeltieren (Vertebrata) wie Amphibien (Amphibia) und kleinen Reptilien (Reptilia). Auch Eier von Vögeln und Reptilien stehen durchaus weit oben auf der Speisekarte. Darüber hinaus werden auch Sämereien, Früchte und Beeren sowie allerlei Waldfrüchte wie Nüsse, Bucheckern. Eicheln und ähnliches gefressen. Auf pflanzlicher Nahrung greifen Westliche Buschhäher vor allem im Winter zurück. Eine Spezialität der Westlichen Buschhäher ist das Auflesen von Parasiten aus dem Fell vom Rotwild.

Fortpflanzung

Westliche Buschhäher erreichen die Geschlechtsreife im Alter von gut einem Jahr. Die Paarungszeit erstreckt sich in den meisten Verbreitungsgebieten von April oder Mai bis in den Juni hinein. In nördlichen Verbreitungsgebieten beginnt die Paarungszeit entsprechend einige Wochen später. Die Nester der Vögel entstehen in der Regel in niedrigen Bäumen oder in Büschen. Die napfartigen Nester entstehen in Astgabeln und werden von beiden Geschlechter aus Ästchen, kleinen Wurzeln, Gräser und anderen Pflanzenteilen erreichet.
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Das Nestinnere wird mit weichen Pflanzenteilen und Tierhaaren ausgepolstert. Westliche Buschhäher leben in einer monogamen Einehe, die in der Regel ein Leben lang hält. In das fertige Nest legt das Weibchen zwei bis sechs helle, grünlichgraue und bräunlich befleckte Eier, die vom Weibchen alleine über einen Zeitraum von 15 bis 17 Tagen ausgebrütet werden. Das Männchen sorgt während dieser Zeit für Nahrung und füttert sein Weibchen. Die geschlüpften Jungen sind unbefiedert und blind. Aber bereits nach wenigen Tagen öffnen sie erstmals ihre Augen. Der Nachwuchs wird vom beiden Elternteilen in den nächsten drei Wochen mit Nahrung in Form von Insekten und Larven versorgt. In der vierten Woche erreichen sie die Flugfähigkeit, bleiben aber noch einige Zeit bei den Eltern. In den südlichen Verbreitungsgebieten kann es zu zwei Gelegen in einer Saison kommen, in nördlichen Regionen zumeist nur zu einem Gelege.

Ökologie, Gefährdung

Westliche Buschhäher spielen in ihrem Ökosystem eine wichtige Rolle. Sie gelten vor allem als Samenverbreiter für Eicheln und andere Laubbäume, da sie für den Winter Vorräte an Sämereien anlegen, diese aber nicht immer völlig verzehren. Auf der anderen Seite fressen sie in großem Umfang Schadinsekten und kleinere Wirbeltiere. Sie erhalten so das ökologische Gleichgewicht zwischen den einzelnen Arten. Vom Rücken von Rotwild, insbesondere dem Weißwedelhirsch (Odocoileus virginianus), lesen sie Parasiten aus dem Fell. Westliche Buschhäher sind in ihren natürlichen Lebensräumen noch häufig anzutreffen. Sie werden daher in der Roten Liste der IUCN als nicht gefährdet geführt.

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