Westlicher Fleckenskunk

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Westlicher Fleckenskunk

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Überfamilie: Hundeartige (Canoidea)
Familie: Skunks (Mephitidae)
Gattung: Fleckenskunks (Spilogale)
Art: Westlicher Fleckenskunk
Wissenschaftlicher Name
Spilogale gracilis
Merriam, 1890

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Westliche Fleckenskunk (Spilogale gracilis) zählt innerhalb der Familie der Skunks (Mephitidae) zur Gattung der Fleckenskunks (Spilogale). Im Englischen wird die Art Western Spotted Skunk genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der etwa katzengroße Westliche Fleckenskunk erreicht je nach Unterart und Geschlecht eine Gesamtlänge von 33,1 bis 47,1 Zentimeter, eine Schwanzlänge von 10,1 bis 18,2 Zentimeter, eine Hinterfußlänge von 3,6 bis 5,5 Zentimeter sowie ein Geeicht von 800 bis 1.000 Gramm. Weibchen bleiben nur unwesentlich kleiner als Männchen. Westliche Fleckenskunks weisen eine schwarze Grundfärbung auf. Markantes Merkmal sind die weißen Streifen an den Flanken und auf dem Rücken der Tiere. Der buschige Schwanz ist im Bereich der Spitze ebenfalls weißlich gefärbt. Ein weiterer weißer Fleck zeigt sich im Stirnbereich der Tiere. Bei einigen Individuen kann sich statt der schwärzlichen auch eine rötlichbraune bis bräunliche Färbung zeigen. Die Krallen der Zehen erreichen eine Längen von rund 7 Millimeter. Abdominale Hautdrüsen, ähnlich wie bei Mardern (Martes) oder dem Vielfraß (Gulo gulo) sind bei den Westlichen Fleckenskunks nicht vorhanden. Westliche Fleckenskunks verfügen über 53 Wirbel, die sich in 7 Halswirbel (Cervical vertebrae), 14 Brustwirbel (Thoracic vertebrae), 7 Lendenwirbel (Lumbar vertebrae), 2 Kreuzbeinwirbel (Sacral vertebrae) und 23 Steißbeinwirbel (Coccygeal vertebrae) gliedern. Das kräftige Gebiss besteht aus 34 Zähnen, die zahnmedizinische Formel lautet i3/3, c1/1, p3/3, m1/2.

Lebensweise

Westliche Fleckenskunks sind strikt nachtaktiv und führen eine verschwiegene Lebensweise. Sie sind das ganze Jahr aktiv, tendieren jedoch zu einer geringeren Aktivität bei kaltem Wetter. Dies trifft vor allem auf die Männchen zu. Weibchen sind im Winter noch weniger aktiv und halten sich in größeren Gruppen in unterirdischen Erdbauten wochenlang auf. Unterschlupf suche sie in Höhlen oder an ähnlich geschützten Stellen. Es werden entweder eigene Erdbauten gegraben oder von anderen Tieren übernommen. Aufgrund der kräftigen Krallen gelten sie als gute Gräber. Westliche Fleckenskunks können auch gut klettern und gehen nicht selten auch in Bäumen auf Nahrungssuche. Männchen leben einzelgängerisch und treffen nur zur Paarung auf die Weibchen. Letztere leben in aller Regel in Gesellschaft mit ihrem Nachwuchs, nicht selten auch in Gruppen mit mehreren Weibchen. Westliche Fleckenskunks verfügen im Analbereich über 2 Duftdrüsen, über die ein übelriechendes Sekret abgegeben wird. Das Sekret dient hauptsächlich der Verteidigung und kann auf einer Entfernung von etwa 3 Metern zielsicher versprüht werden.

Unterarten

Verbreitung

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Das Verbreitungsgebiet der Westlichen Fleckenskunks erstreckt sich vom südwestlichen British Columbia, über die westlichen US-Bundesstaaten bis in die zentralen und nördlichen Bundesstaaten Mexikos. Vor der Kalifornischen Küsten werden auch einige Inseln wie die Santa Barbara Islands besiedelt. Es werden sowohl ebene Landstriche als auch Höhenlagen bis in Höhen von etwa 2.700 Metern über NN. besiedelt. Beliebte Habitate sind Grasland, die offne Prärie, Buschland, lichte Wälder, felsige Regionen, ausgetrocknete Flussbette und Mittelgebirge. Aber auch entlang von Flussläufen sind Westliche Fleckenskunks durchaus häufig zu beobachten. Insgesamt sind die Tiere in ariden und halbaride Habitaten anzutreffen.

Der typische Bewuchs der natürlichen Lebensräume weist je nach Region beispielsweise Weiden (Salix), Pappeln (Populus), Rot-Erle (Alnus rubra), Steinfruchteichen (Lithocarpus), Eichen (Quercus), Erdbeerbäume (Arbutus), Kiefern (Pinus) und Pracht-Himbeeren (Rubus spectabilis) auf. Während der Ruhephase halten sich die Tiere in Aushöhlungen unter Wurzeln, unter Büschen, ins Felsspalten und ähnlich geschützten Plätzen auf. Nicht selten werden auch verlassene Erdbauten verschiedener Tiere genutzt. Hierzu gehören beispielsweise Biberhörnchen (Aplodontia rufa) oder Kaninchen-Eulen (Athene cunicularia).

Prädatoren

Zu den natürlichen Fleischfressern gehören insbesondere Greifvögel (Falconiformes) wie der Steinadler (Aquila chrysaetos). Andere Fleischfresser sind nicht bekannt. Unter den Ektoparasiten wurden zahlreiche Vertreter der Dasselfliegen (Oestridae), Flöhe (Siphonaptera), Kieferläuse (Mallophaga) und Zecken (Ixodida) nachgewiesen. Zu den nachgewiesenen Endoparasiten zählen Bandwürmer (Cestoda) wie Oochoristica pedunculata und Fadenwürmer (Nematoda) wie Skrjabingylus chitwoodorum.

Ernährung

Beliebtes Beutetier: die Rotpunktkröte (Bufo punctatus)
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Beliebtes Beutetier: die Rotpunktkröte (Bufo punctatus)

Westliche Fleckenskunks gelten als Allesfresser. Neben Aas, Sämereien, Beeren und Früchte werden auch kleine Nagetiere (Rodentia), Lurche (Amphibia) wie Rotpunktkröten (Bufo punctatus), kleine Reptilien (Reptilia) und Gliederfüßer (Arthropoda), insbesondere Insekten und Hundertfüßer (Chilopoda) gefressen. Weit oben auf der Speisekarte stehen Insekten (Insecta) wie Käfer (Coleoptera) sowie die Larven von Insekten. Unter den Insektenlarven werden insbesondere die von Schmetterlingen (Lepidoptera) gefressen. Unter den Nagetieren fallen den Westlichen Fleckenskunks vor allem Weißfußmäuse (Peromyscus) zum Opfer. Wahrscheinlich werden auch Eier von Vögeln (Aves) gefressen. Diese stellen in Gefangenschaft ein besonderer Leckerbissen dar.

Westliche Fleckenskunks leben in ihrem Lebensraum in Koexistenz mit zahlreichen anderen Raubtieren (Carnivora). Auf den Inseln vor Kalifornien, wie beispielsweise San Miguel, Santa Rosa, Santa Cruz, Santa Catalina, San Nicolas und San Clemente, gehört der Insel-Graufuchs (Urocyon littoralis) zu den unmittelbaren Lebensraum- und Nahrungskonkurrenten.

Fortpflanzung

Westliche Fleckenskunks erreichen die Geschlechtsreife gegen Ende des ersten Lebensjahres. Je nach Verbreitungsgebiet beginnt die Fortpflanzungszeit der Westlichen Fleckenskunks bereits im späten Herbst oder im frühen Winter. Die Tragezeit beginnt jedoch nicht sofort, es setzt zunächst eine mehrmonatige Keimruhe ein. Der männliche Penis weist eine Länge von 3,5 bis 4,0 Zentimeter auf. Nach der Befruchtung durch die Spermien erreichen die Eier den Uterus nach 6 bis 7 Tagen. Die Gesamttragezeit erstreckt sich über 230 bis 250 Tage, wobei sich die eigentliche embryonale Entwicklung 28 bis 31 Tage erstreckt. In den Regionen, wo es zu keiner verzögerten Einpflanzung kommt, erstreckt sich die Tragezeit über 50 bis 55 Tage. Ähnlich sieht es beim zweiten Wurf aus, der im Spätsommer zur Welt kommt. Die Wurfgröße liegt zwischen 3 und 5 Jungtiere. Der Nachwuchs ist bei der Geburt ausgesprochen hilflos sowie nackt und blind. Das Geburtsgewicht liegt je nach Wurfgröße und Unterart bei durchschnittlich 11,4 bis 22,5 Gramm. Die Jungen wachsen jedoch sehr schnell heran und werden nach rund 54 Tagen von der Muttermilch entwöhnt. Die Augen öffnen sich im Alter von 32 Tagen, die adulte Ausfärbung des Felles setzt im Alter von 21 Tagen ein. Zum Säugen des Nachwuchses verfügt ein Weibchen über drei Paar Zitzen. Im Alter von drei Monaten löst sich der Familienverband auf. Die Lebenserwartung der Westlichen Fleckenskunks in Freiheit ist nicht bekannt. In Gefangenschaft wurde eine Lebenserwartung von 9 Jahren erreicht.

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Westliche Fleckenskunks werden in der Roten Liste der IUCN nicht geführt. In der Nähe des Menschen sind sie keine gern gesehenen Gäste, da sie als Überträger der Tollwut gelten. Westliche Fleckenskunks geben den Tollwutvirus über den Speichel oder Bisse weiter. Die Verbreitung unter den Westlichen Fleckenskunks wird wahrscheinlich durch die Geselligkeit im Winter begünstigt. Ihre Neigung, in Behausungen der Farmer zu nächtigen, erhöht das Risoko der Übertragung auf Haustiere.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

Qualifizierte Weblinks

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