Wollhalsstorch

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Wollhalsstorch

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Schreitvögel (Ciconiiformes)
Teilordnung: Ciconiides
Parvordnung: Ciconiida
Überfamilie: Ciconioidea
Familie: Störche (Ciconiidae)
Unterfamilie: Ciconiinae
Gattung: Eigentliche Störche (Ciconia)
Art: Wollhalsstorch
Wissenschaftlicher Name
Ciconia episcopus
Boddaert, 1783

IUCN-Status
Least Concern (LC) - IUCN

Der Wollhalsstorch (Ciconia episcopus) zählt innerhalb der Familie der Störche (Ciconiidae) zur Gattung der Eigentlichen Störche (Ciconia).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Der Wollhalsstorch ist deutlich kleiner als der Weißstorch und erreicht lediglich eine Standhöhe von 85 bis 90 Zentimeter. Das Gewicht beträgt je nach Geschlecht zwischen 1.100 und 1.700 Gramm. Markantes Merkmal ist der weiße, wollig wirkende Hals. Der Oberkopf ist schwarz gefärbt. Das unbefiederte Gesicht ist gräulich bis blaugrau, der lange Schnabel weist an der Basis eine überwiegend schwarze Färbung auf und geht zur Spitze hin in ein Rot über. Das Gefieder, insbesondere die Flügeldecken sind schwarz gefärbt, jedoch zeigen die Flügeldecken einen leicht grünlichen Schimmer. Bauch und Brust sind purpurrot gefärbt. Die Extremitäten sind überwiegend rotbraun gefärbt. Wollhalsstörche leben paarweise oder in kleineren Gruppen. Sie sind dabei immer in der Nähe eines Gewässers zu finden. Trotz der imposanten Größe ist der Wollhalsstorch ein guter Flieger, der vor allem die Thermik auf seinen Langstreckenflügen ausnutzt.

Unterarten

Verbreitung

Der Wollhalsstorch kommt in drei getrennt voneinander liegen Gebieten vor. Die größte Population, der Ciconia episcopus microscelis lebt in West-, Ost- und Südostafrika, südlich der Sahara. Ciconia episcopus episcopus kommt insbesondere in Indien, Indochina, auf Malaysia und den Philippinen vor. Die kleinste Population, der Ciconia episcopus neglecta lebt auf der Insel Java sowie entlang der Wallace-Linie. Wallacea, so wird dieses Gebiet genannt, liegt zwischen Bali und Borneo. Wollhalsstörche leben zumeist entlang von Flussläufen und größeren Strömen. Sie sind aber auch an Küstenlinien in Lagunen anzutreffen.

Ernährung

Der Wollhalsstorch ernährt sich hauptsächlich von Insekten und deren Larven, kleinere Fische, Kröten und Frösche, Krebstiere, Schlangen, Eidechsen, Schnecken und anderen wirbellosen Tierren. In seinen natürlichen Verbreitungsgebieten gilt der Wollhalsstorch daher als Nützling, da er insbesondere die Insektenpopulationen aufgrund seines guten Appetits deutlich reduziert. Auf Nahrungssuche geht er meist am Tage, gelegentlich auch in den frühen Morgen- und Abendstunden.

Fortpflanzung

Die Paarungszeit der Wollhalsstörche beginnt meist mit der Regenzeit. Die Brutgebiete befinden sich hauptsächlich südlich der Sahara sowie in Südostasien entlang von Wasserflächen wie Flüsse oder größere Seen. Für gewöhnlich errichten die Wollhalsstörche ihr Nest in hohen, alten Bäumen. Sie befinden sich meist in mittlerer Höhe von vier bis acht Metern. Das Nest besteht aus einer Anhäufung von Reisig und kleinen Ästchen. Das Weibchen legt zwischen zwei und fünf Eier, die über einen Zeitraum von 29 bis 31 Tagen ausgebrütet werden. Die Jungen sind bereits nach wenigen Tagen bedunt und werden von beiden Elternteilen über einen Zeitraum von gut zwei Monaten gefüttert. Danach sind sie flügge. Die Lebenserwartung der Wollhalsstörche kann durchaus bei über 30 Jahren liegen.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Dr. H. C. Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049

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