Xysticus audax

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Xysticus audax

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Echte Webspinnen (Araneomorphae)
Überfamilie: Thomisoidea
Familie: Krabbenspinnen (Thomisidae)
Gattung: Xysticus
Art: Xysticus audax
Wissenschaftlicher Name
Xysticus audax
(Schrank, 1803)

LSID-Kennung
LSID: [urn:lsid:amnh.org:spidersp:031804]

Die Spinnenart Xysticus audax zählt innerhalb der Familie der Krabbenspinnen (Thomisidae) zur Gattung Xysticus.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Xysticus audax erreicht als Männchen eine Körperlänge von etwa 3 bis 5 Millimeter und als Weibchen eine Körperlänge von etwa 6 bis 8 Millimeter. Die Seitenaugen liegen auf flachen Erhebungen. Die Spinne ist sehr ähnlich gezeichnet wie die Braune Krabbenspinne (Xysticus cristatus). Das Dreieck auf dem Vorderkörper reicht nicht so weit nach hinten und endet ohne dunkle Spitze. Auf den ersten Blick ähneln sich die Arten beider Gattungen sehr stark, eindeutig können sie nur mit Hilfe des Binokulars oder des Mikroskopes unterschieden werden, da das unterscheidende Merkmal in der Form der Stacheln liegt. Von den oft ähnlichen Arten der Gattung Ozyptila unterscheidet sie sich durch die Form des Mittelaugen-Vierecks, das breiter bis ebenso breit wie lang ist, und die Bestachelung des Körpers, die nur aus zugespitzten Haaren besteht. Auch der birnenförmige Hinterleib ist mit spitz zulaufenden Stacheln besetzt. Die Beine sind meist so gefärbt wie der Rückenschild und ebenfalls mit zugespitzten Stacheln besetzt. Die reifen Tiere trifft man von Mai bis August.

Lebensweise

Auch wenn Xysticus audax zu den Webspinnen (Araneae) gehört, so baut sie keine Fangnetze. Anders als beispielsweise die Echten Radnetzspinnen (Araneidae) webt diese Art auch keinen Unterschlupf oder keine Kokonkammer. Der gewebte sackförmige Kokon wird an geschützter Stelle abgelegt, den sie an höheren Pflanzen befestigt und bis zum Schlupf der Jungspinnen ständig bewacht. Xysticus audax ist eine sesshafte Spinne. Nicht selten verbringt die Spinne ihr ganzes Leben auf nur einer Pflanze. Die Spinne hält sich vorwiegend auf höheren Pflanzen und im Gebüsch auf und ist seltener auf Blüten zu finden.

Unterarten

Verbreitung

Die Art lebt an offenen bis halbschattigen, trockenen Stellen, besonders an Waldrändern. Im Vergleich zur Braunen Krabbenspinne (Xysticus cristatus) hält sich Xysticus audax mehr im Gebüsch und auf höheren Pflanzen auf. In Mitteleuropa ist die Spinne allgemein verbreitet und fast überall häufig anzutreffen.

Ernährung

Xysticus audax ernährt sich hauptsächlich von Insekten (Insecta) wie zum Beispiel Schwebfliegen (Syrphidae), Schmetterlinge (Lepidoptera) und deren Raupen oder Käfer (Coleoptera). Gelegentlich werden auch kleinere Spinnentiere (Arachnida) verspeist, die sie als Lauerjägerin mit ausgebreiteten Vorderbeinen erbeutet. Ist ein Beutetier in erreichbarer Nähe, so packt die Spinne mit den kräftigen Vorderbeinen zu. Gleichzeitig wird ein lähmender Giftbiss angesetzt. Sie ist auch in der Lage deutlich größere Beutetiere zu erlegen.

Fortpflanzung

Begegnen sich ein geschlechtsreifes Männchen und ein geschlechtsreifes Weibchen, so nimmt das Weibchen eine unterwürfige Haltung an, indem das Weibchen seine Vorderbeine vor dem Kopf übereinanderlegt. Das Männchen klettert vor der Paarung erkundend auf dem Weibchen herum und spinnt eine dünne Seidendecke über ihm aus, bekannt auch unter dem volkstümlichen Namen Brautschleier. Die Seidendecke hält das Weibchen scheinbar auf dem Untergrund fest und macht das Weibchen so bewegungslos. Dann kriecht das Männchen unter das Weibchen, hebt das Weibchen leicht an und paart sich mit ihm. Nach der Paarung läuft das Männchen davon. Das Weibchen aber befreit sich spielend leicht von den symbolischen Fesseln, die ihm das Männchen vor der Paarung angelegt hatte. Das Weibchen legt im Juni oder Juli die Eier in einen dichten, sackförmigen Kokon, den sie an höheren Pflanzen befestigt und bis zum Schlupf der Jungspinnen ständig bewacht. Da der Kokon eine sehr dicht gewebte Außenwand besitzt, muß das Weibchen den Jungspinnen beim Ausschlüpfen helfen, indem das Weibchen von außen her den Kokon aufbeißt.

Synonyme und Chresonyme

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Heiko Bellmann, Kosmos-Atlas Spinnentiere Europas. Und Süßwasserkrebse, Asseln, Tausendfüßer, Kosmos, 2006 ISBN 3440107469
  • Hans-Eckhard Gruner, Hans-Joachim Hannemann und Gerhard Hartwich, Urania Tierreich, 7 Bde., Wirbellose Tiere, Urania, Freiburg, 1994 ISBN 3332005022
  • Dick Jones, Der Kosmos-Spinnenführer, Frankh, 1990 ISBN 3440061418
  • Heiko Bellmann, Spinnen. Beobachten - Bestimmen, Naturbuch-Verlag, 1992 Weltbild Verlag GmbH, Augsburg ISBN 3-89440-064-1
  • Stefan Heimer, Wunderbare Welt der Spinnen, Landbuch-Verlag, 1988, Landbuch-Verlag GmbH, Hannover, 1988 ISBN 3-7842-0382-0
  • Rainer F. Foelix, Biologie der Spinnen, Thieme, 1979 ISBN 313575801X
  • Platnick, Norman I. (2008): The world spider catalog, version 8.5. American Museum of Natural History.
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