Yucatán-Vesperratte

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Yucatán-Vesperratte

Systematik
Ordnung: Nagetiere (Rodentia)
Unterordnung: Mäuseverwandte (Myomorpha)
Teilordnung: Myodonta
Überfamilie: Hamster- und Mäuseartige (Muroidea)
Familie: Wühler (Cricetidae)
Unterfamilie: Neuweltmäuse (Sigmodontinae)
Tribus: Tylomyini
Gattung: Yucatán-Vesperratten (Otonyctomys)
Art: Yucatán-Vesperratte
Wissenschaftlicher Name
Otonyctomys hatti
Anthony, 1932

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Die Yucatán-Vesperratte (Otonyctomys hatti) zählt innerhalb der Familie der Wühler (Cricetidae) zur Gattung der Yucatán-Vesperratten (Otonyctomys). Im Englischen wird diese Art Hatt's Vesper Mouse oder Hatt's Vesper Rat genannt. Innerhalb der Gattung Otonyctomys ist die Yucatán-Vesperratte die einzige Art. Es sind keine Unterarten bekannt (Macswiney, Hernández-Betancourt & Avila-Flores, 2009).

Inhaltsverzeichnis

Unterscheidung

Die Yucatán-Vesperratte ähnelt stark der Vesperratte (Nyctomys sumichrasti). Unterschieden können beide Arten aufgrund der Hinterfüße, die bei der Yucatán-Vesperratte schmaler sind. Zudem ist das Fell der Yucatán-Vesperratte etwas heller gefärbt und der Schädel ist kleiner (Macswiney, Hernández-Betancourt & Avila-Flores, 2009).

Fossile Funde

Die ältesten fossilen Funde einer Yucatán-Vesperratte stammen aus den Höhlen Lara, Has, Loltún, Coyok, Chacaljas und Spukil (Yucatan, Mexiko) und wurde auf das Pleistozän datiert. Um die gefundenen Knochen handelt es sich um Unterkiefer und Zähne (Macswiney, Hernández-Betancourt & Avila-Flores, 2009).

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Yucatán-Vesperratte ist eine mittelgroße, mehrfarbige Maus. Die Ohren sind mittelgroß und an der Basis dicht behaart. Die restlichen Teile der Ohren sind nackt. Das Fell ist dorsal gleichmäßig rostbraun bis haselnussbraun gefärbt, lateral zeigt sich eine gelblichbraune bis ocker Färbung. Ventral ist das Fell weißlich bis cremefarben. Das Fell juveniler Tiere ist insgesamt stumpfer gefärbt und es fehlt an Glanz. Zwischen den Geschlechtern ist kein Dimorphismus erkennbar. Die Art erreicht eine Gesamtlänge von 163 bis 231 (201,9) mm, eine Körperlänge von 90 bis 116 (100,6) mm, eine Schwanzlänge von 60 bis 127 (102,6) mm, eine Hinterfußlänge von 18 bis 23 (21,3) mm, eine Ohrlänge von 13 bis 20 (15,0) mm, eine Schädellänge von 26,8 bis 29,5 (28,3) mm, eine Condylobasallänge von 24,4 bis 28,5 (26,5) mm, eine Jochbeinbreite von 14,4 bis 16,2 (15,1) mm, eine Hirnschädelbreite von 13,1 bis 14,3 (13,7) mm, eine Hirnschädeltiefe von 11,5 bis 12,0 (11,7) mm sowie sowie ein Gewicht von 23 bis 36 (29,0) g. Das Rostrum ist relativ kurz. Das Gebiss besteht aus 16 Zähnen, die zahnmedizinische Formel lautet i1/1, c0/0, p0/0, m3/3 (Macswiney, Hernández-Betancourt & Avila-Flores, 2009).

Lebensweise

Über das Fortpflanzungsverhalten und die Lebensweise ist nichts bekannt. Es dürfte sich jedoch mit den Daten der Vesperratte (Nyctomys sumichrasti) decken (Macswiney, Hernández-Betancourt & Avila-Flores, 2009).

Verbreitung und Lebensraum

Die Yucatán-Vesperratte ist auf der Halbinsel von Yucatán endemisch. Die Vorkommen erstrecken sich über Belize, den Norden und Nordosten von Guatemala und Mexiko (IUCN, 2013). Die Yucatán-Vesperratte besiedelt ausschließlich Laubwälder und hält sich hier meist im Geäst der Bäume auf (Macswiney, Hernández-Betancourt & Avila-Flores, 2009).

Biozönose

Sympatrie

Im Lebensraum der Art treten auch andere kleine Säuger in Erscheinung. Hier sind insbesondere Taschenratten (Geomyidae) wie Heteromys gaumeri, Reisratten (Oryzomys) wie Oryzomys melanotis und Ototylomys phyllotis sowie Weißfußmäuse (Peromyscus) wie Peromyscus yucatanicus (Macswiney, Hernández-Betancourt & Avila-Flores, 2009).

Ernährung

Die Yucatán-Vesperratte ernährt sich von Sämereien und Früchten, die auf dem Waldboden oder in Sträuchern gefunden werden (Macswiney, Hernández-Betancourt & Avila-Flores, 2009).

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Die Yucatán-Vesperratte gehört heute noch nicht zu den bedrohten Arten. In der Roten Liste der IUCN wird die Art daher als nicht gefährdet (LC, Least Concern) geführt. Die Hauptgefahr für die Art geht von der Abholzung und Vernichtung der natürlichen Lebensräume aus (IUCN, 2013).

Anhang

Literatur und Quellen

Qualifizierte Weblinks

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