Zenodorus orbiculatus

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Zenodorus orbiculatus
Weibchen

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Echte Webspinnen (Araneomorphae)
Überfamilie: Salticoidea
Familie: Springspinnen (Salticidae)
Gattung: Zenodorus
Art: Zenodorus orbiculatus
Wissenschaftlicher Name
Zenodorus orbiculatus
(Keyserling, 1881)

LSID-Kennung
LSID: [urn:lsid:amnh.org:spidersp:036893]

Die Spinnenart Zenodorus orbiculatus gehört innerhalb der Familie der Springspinnen (Salticidae) zur Gattung Zenodorus.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Zenodorus orbiculatus erreicht als Männchen eine Körperlänge von etwa 5 bis 6 Millimeter und als Weibchen eine Körperlänge von etwa 7 bis 9 Millimeter. Diese Art ist wie fast alle Arten aus der Familie der Springspinnen (Salticidae) durch die besonders leistungsfähigen Augen gut charakterisiert. Vorn an der Stirn liegen nebeneinander vier scheinwerferartig vergrößerte Augen, an jeder Seite des steil abfallenden Kopfteils hintereinander zwei weitere, deutlich kleinere Augen. Das auffallend vergrößerte, mittlere Frontalaugenpaar entspricht gewissermaßen zwei Teleobjektiven. Die beiden Netzhäute können vor- und zurückgeschoben werden und so ein scharfes Abbild des angepeilten Objekts entwerfen. Da die Netzhäute aber zusätzlich seitlich verschoben werden können, vermag die Spinne außerdem ihren Blickwinkel zu verändern, ohne sich selbst zu bewegen. Beide Geschlechter weisen eine einheitliche dunkle Färbung auf, die glänzend schwarz bis dunkelbraun sein kann. Ferner zeigt sich eine kreisrunde weiße Linie am Rand des Opisthosoma. Das Weibchen besitzt einen breiten hochgewölbten Panzer und ein rundlich geformtes Opisthosoma mit einem weißen Rand und einem weißen Punkt in der Mitte des Opisthosoma. Hinter den seitlichen Augen ist links und rechts jeweils ein länglicher oder ovaler weißer Fleck zu erkennen. Das Männchen unterscheidet sich kaum von dem Weibchen, jedoch weist das Männchen jeweils einen weißen Fleck in unterschiedlicher Größe in der Mitte und am hinteren Ende des Opisthosoma auf. Des Weiteren befindet sich ebenfalls bei dem Männchen hinter den seitlichen Augen jeweils links und rechts ein länglicher oder ovaler weißer Fleck. Die Beine sind bei beiden Geschlechtern schwarz bis hellbraun getönt und an den Femoren der Beinpaare ist ebenfalls ein weißer Fleck zu erkennen. <2>

Lebensweise

Die Spinne ist sehr lebhaft und schnell, sie ist tagaktiv und sehr wärme- und sonneliebend. Zum Beutefang webt die Spinne kein Netz, sondern erkennt als ausgesprochenes Augentier das Opfer recht bald, verfolgt und beschleicht das Opfer, um es dann im geeigneten Moment anzuspringen und mit einem Biß zu lähmen. Vor dem Sprung befestigt die Spinne jedoch einen Sicherheitsfaden am Boden, zum einen, um nicht von einem größeren Beutetier mitgenommen zu werden, zum andern, um sich blitzschnell zurückziehen zu können. Zum Wohnen, Überwintern und als Schutz beim Häuten und bei der Eiablage webt sich die Spinne ein feines, sackartiges Wohngespinst.

Verbreitung

Zenodorus orbiculatus kommt in folgenden Verbreitungsgebieten vor: Queensland und Neusüdwales. Sie hält sich vorwiegend in den Gärten sowie in Eukalyptus-Wäldern unter der Rinde von Bäumen auf, wo sie sich in ihr angelegtes Wohngespinst zurückziehen kann. Gelegentlich findet man sie auch zwischen Gräsern oder grünen Blättern von Büschen oder Bäumen. Des Weiteren kommt sie auch in Küstenheiden vor. Wie fast alle Springspinnen so hält sich auch diese Art gerne auf sonnenbeschienenen Plätzen auf. <3>

Ernährung

Wie alle Arten aus der Familie der Springspinnen (Salticidae), so ernährt sich auch diese Spinnenart von Insekten (Insecta). Sie lauert an exponierten Stellen auf ihre Beute und springt sie meist aus dem Hinterhalt an. Dabei spielt der Sehsinn eine außerordentliche Rolle. Die Spinne kann die Beute von weitem schon anvisieren und springt gezielt mehrere Zentimeter weit, um sie zu fangen. Bevorzugt werden aber von der Spinne verschiedene Ameisen (Formicidae), die sie gezielt auf glatter Rinde von Blauen Eukalyptus-Bäumen (Eucalyptus globulus), auch Gewöhnlicher Eukalyptus oder Tasmanischer Blaugummibaum genannt, jagt, manchmal erbeutet sie die Ameisen (Formicidae) auch auf grünen Blättern. Neben Ameisen (Formicidae) werden gelegentlich auch Fliegen (Brachycera), Mücken (Nematocera) und Rindenwanzen (Aradidae) gejagt.

Fortpflanzung

Wie bei allen anderen Spinnen auch, werden die Männchen vor dem Weibchen geschlechtsreif und machen sich auf die Suche nach einer geeigneten Partnerin. Trifft ein Männchen auf ein vor der letzten Häutung stehendes Weibchen, so bleibt es bei ihm und paart sich mit ihm, sobald sich das Weibchen gehäutet hat. Vor der Paarung wird das Weibchen mit charakteristischen Tänzen umworben. Dieser Tanz geht folgendermaßen vor sich: Das Männchen richtet sich hoch auf, streckt seine Vorderbeine hoch, die bei dem geschlechtsreifen Männchen eine Signalfarbe tragen, und winkt mit diesem ersten Beinpaar, indem das Männchen sich vor dem Weibchen hin und her bewegt, bis beide Tiere sich Kopf an Kopf gegenüberstehen. Nimmt das Weibchen diese Werbung an, d. h., bleibt es still stehen, dann kommt es zur Paarung. Das Weibchen baut nach der Paarung eine übergroße Seidenzelle, in die es seine Eier legt und sie darin bewacht, bis die Jungspinnen schlüpfen, was meist bis zur zweiten Häutung dauert, da die Jungspinnen zuerst fast blind sind und erst nach der zweiten Häutung voll entwickelte Augen haben.

Synonyme und Chresonyme nach Norman I. Platnick

Update 13. Juli 2008 <1>

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

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