Zimtroter Schattenkolibri

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Zimtroter Schattenkolibri

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Seglervögel (Apodiformes)
Familie: Kolibris (Trochilidae)
Unterfamilie: Eremiten (Phaethornithinae)
Gattung: Schattenkolibris (Phaethornis)
Art: Zimtroter Schattenkolibri
Wissenschaftlicher Name
Phaethornis pretrei
Lesson & Delattre, 1839

IUCN-Status
Least Concern (LC) - IUCN

Der Zimtrote Schattenkolibri (Phaethornis pretrei) zählt innerhalb der Familie der Kolibris (Trochilidae) zur Gattung Schattenkolibris (Phaethornis). Die englische Bezeichnung für diesen Vogel lautet Planalto Hermit.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Der Zimtrote Schattenkolibri erreicht eine Länge von 13 bis 14 Zentimeter, eine Flügelspannweite von 14 bis 16 Zentimeter sowie ein Gewicht von rund 6 Gramm. Der lange Schwanz macht gut die Hälfte der Gesamtlänge aus. Die zentralen Federn des Schwanzes weisen im letzten Drittel eine weiße Färbung auf, ansonsten sind sie grünlich gefärbt. Auch der Rücken und die Flügel sind bis auf die weißen Spitzen grünlich gefärbt. Der Oberkopf zeigt sich in einer bräunlichen Färbung. Die Kehle und die Brust sowie die Bauchseite sind hell zimtfarben gefärbt. Der sehr lange Schnabel ist deutlich sichtbar nach unten gebogen und zeigt im wesentlichen eine dunkelgraue bis schwarze Färbung, der untere Teil des Schnabels ist stellenweise rötlich gefärbt. Die Flugmuskulatur ist sehr stark ausgeprägt und macht alleine rund ein Drittel des Gesamtgewichtes aus. Damit können sie ihre Flügel 70 bis 80 mal pro Sekunde bewegen und in der Luft förmlich schweben. Zimtrote Schattenkolibris sind sehr aktive Vögel, die den Großteil des Tages auf Nahrungssuche sind. Unabläßlich sind sie mit surrenden Flügeln unterwegs oder stehen scheinbar schwebend vor Blüten, um Nektar und Kleinstinsekten aufzunehmen. Zimtrote Schattenkolibris leben im wesentlichen einzelgängerisch, die Geschlechter treffen nur zur Paarungszeit aufeinander. Vor allem während der Paarungszeit legen die Männchen ein territoriales Verhalten an den Tag. Weibchen werden über den Gesang ins Revier des Männchens gelockt. Während der Nacht suchen Zimtrote Schattenkolibris Schlafbäume auf und halten hier ihre Nachtruhe. Während der Nacht verfallen sie in eine Art Starre, bei der ihr Stoffwechsel deutlich herunterfährt, um Energie zu sparen.

Verbreitung

Der Zimtrote Schattenkolibri kommt in Südamerika östlich der Anden in Bolivien, Brasilien, Paraguay und in nördlichen Teilen Argentiniens vor. Beliebter Lebensraum sind vegetationsreiches Buschland, subtropische und tropische lichte Wälder und deren Ränder sowie größere Gärten und Parks. Aber auch an Seen und Teilen entlang von Flussläufen ist dieser Kolibri durchaus häufig zu beobachten.

Unterarten

Ernährung

Zimtrote Schattenkolibris ernähren sich im wesentlichen vom Nektar und Blütenpollen sowie während der Brutzeit auch von Kleinstinsekten. Sie nehmen dabei eine Vielzahl von blütentragenden Pflanzen an, besonders die mit tiefen Blütenkelchen. Nektar wird im Flug aus den Blüten aufgenommen. Insekten werden entweder in Blütenkelchen aufgelesen oder im Flug gefangen. Bedingt durch den hohen Stoffwechsel muss ein Zimtroter Schattenkolibri im Laufe eines Tages fast das eigene Körpergewicht an Nahrung zu sich nehmen.

Fortpflanzung

Die Geschlechtsreife erreicht der Zimtrote Schattenkolibri im Alter von einem Jahr. Die Paarungszeit ist in den tropischen Regionen an keine feste Jahreszeit gebunden, jedoch treten die meisten Bruten während der Regenzeit auf. Während der Paarungszeit lockt ein Männchen ein Weibchen mit seinen Ausrufen in sein Revier. Der Gesang erfolgt von einer niedrigen Ansitzwarte aus, die sich meist unmittelbar über dem Wasser befindet. Dieses macht Sinn, denn das Wasser dient dem Männchen als Resonanzboden, das den Gesang deutlich verstärkt. Aufgrund der geringen Größe wäre der Gesang ansonsten kaum zu hören. Der Gesang ist ein monotoner Pfeifgesang. Das Nest ist ein hängendes und geschlossenes Gebilde, das an nur einem Faden an einem Ast befestigt ist. Es besteht im wesentlichen aus Spinnweben, Wolle sowie feinen Moosen und Flechten. Es werden nur leichte Materialien verwendet. In das fertige Nest legt das Weibchen zwei Eier, die über einen Zeitraum von rund 17 bis 18 Tagen gewärmt werden. Die Nestlingszeit erstreckt sich über einen Zeitraum von 23 bis 24 Tagen. Die Versorgung des Nachwuchses erfolgt durch das Weibchen. Die Lebenserwartung der Zimtroten Schattenkolibris ist nicht bekannt.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Dieter Poley, Kolibris. Trochilidae, Westarp Wissenschaften; Auflage: 3., erw. Aufl. (Januar 1994) - ISBN 3894324090
  • Prof. Dr. Dr. H. C. Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

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