Zitronenfalter

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Zitronenfalter

Systematik
Klasse: Insekten (Insecta)
Unterklasse: Geflügelte Insekten (Pterygota)
Überordnung: Neuflügler (Neoptera)
Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)
Familie: Weißlinge (Pieridae)
Unterfamilie: Gelblinge (Coliadinae)
Gattung: Gonepteryx
Art: Zitronenfalter
Wissenschaftlicher Name
Gonepteryx rhamni
(Linnaeus, 1758)

Der Zitronenfalter (Gonepteryx rhamni), der auch unter dem Synonym (Rhodocera rhamni) bekannt ist, zählt innerhalb der Familie der Weißlinge (Pieridae) zur Gattung der Gonepteryx. Der Zitronenfalter wurde zum Insekt des Jahres 2002 ernannt. Die Art ist monotypisch, demnach sind keine Unterarten bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Zitronenfalter erreicht ein Körperlänge von 30 bis 35 Millimeter und eine Flügelspannweite von 50 bis 65 Millimeter. Er gehört somit zu den größten einheimischen Faltern. Die Geschlechter weisen einen deutlichen Geschlechtsdismorphismus auf. Das Männchen ist am Körper und den Flügeln zitronengelb gefärbt. Die Weibchen sind hellgrün bis fast weißlich gefärbt. Bei beiden Geschlechtern zeigt sich auf jedem Flügel ein kleiner orangefarbener Punkt, der aber nur bei ausgebreiteten Flügeln zu sehen ist. Im Ruhezustand sind die Flügel grundsätzlich angelegt und der orangene Punkt läßt sich nur als dunkler Punkt ausmachen. Insgesamt weisen die Flügel eine blattartige Struktur auf. In den Bäumen sind sie daher kaum auszumachen. Der Körper ist pelzig mit hellen Haaren bedeckt. Die Extremitäten weisen eine gelbliche bis fast weißliche Färbung auf. Die Fühler sind mittellang, seitlich segmentiert und bräunlich gefärbt. Der sehr lange Saugrüssel ist schwarz.

Lebensweise

Den Zitronenfalter kann man für gewöhnlich zwischen Februar und September beobachten. In Mitteleuropa kommt es dabei nur zu einer Generation. Im Süden und in Nordafrika kann es dabei durchaus auch zu zwei oder drei Generationen kommen.

Verbreitung

Gut getarnt
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Gut getarnt

Der Zitronenfalter ist in Mittel- und Südeuropa weit verbreitet. Im Norden fehlt er völlig in Skandinavien. Er ist auch im nördlichen Nordafrika und im Osten bis ins gemäßigte östliche Sibirien und der Mongolei verbreitet. Man findet sie in lichten Wäldern, deren Ränder und auf Lichtungen. Gelegentlich sind sie auch in halboffenen Gebieten mit entsprechender Vegetation anzutreffen. In Mittelgebirgen und Gegirgslagen fühlen sich Zitronenfalter bis in Höhen von 2.000 Metern über NN. zu Hause. Hier sind sie meist an sonnigen Hängen zu beobachten.

Ernährung

Die fertigen Falter der Zitronenfalter ernähren sich vom Nektar blütentragender Pflanzen. Hier werden eindeutig violette Blüten bevorzugt. Meist sind die bei der Nahrungssuche auf Acker-Kratzdistel (Cirsium arvense), Gewöhnlichen Blutweiderich (Lythrum salicaria) und Schmetterlingsflieder (Buddleja davidii) anzutreffen. Die Raupen ernähren sich von den Blättern ihrer Wirtspflanzen. Dabei ernähren sie sich monophag von Gewächsen der Gattung Rhamnus. Dazu gehören insbesondere der Faulbaum (Rhamnus frangula) und der Kreuzdorn (Rhamnus carthartica).

Fortpflanzung

Zitronenfalter
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Zitronenfalter

Die Männchen der Zitronenfalter fliegen im Frühjahr patroullierend an Waldrändern oder auf Waldlichtungen umher, immer auf der Suche nach einem Weibchen. Die Paarungszeit und die Eiablage fällt meist in den April und endet spätestens Anfang Mai. Das Weibchen legt ihre Eier meist einzeln oder paarweise, selten auch in kleinen Gruppen an die Blattknospen des Faulbaumes (Frangula alnus) oder in Ermangelung dessen an dem Kreuzdorn (Rhamnus carthartica). Die Eiablage geschieht meist in den oberen Regionen der Bäume, in der Regel in Höhen von drei bis fünf Metern. Die Eier, meist zwischen 70 und 120, weisen eine spindelförmige Gestalt auf und sind gelblich gefärbt. Kurz nach der Eiablage ist der Zyklus der Falter beendet und sie sterben.

Aus den Eiern schlüpfen kleine grünliche Raupen. Sie weisen lateral einen schmale weißliche Linie auf. Sie ernähren sich von den Blättern ihrer Wirtspflanzen. Daher halten sie sich grundsätzlich auf der Blattoberseite auf. Anfang Juli erfolgt die Verpuppung. Dabei bildet sich eine charakteristische Gürtelpuppe aus, die senkrecht an Zweigen oder Blättern hängt. Mitte bis Ende Juli erfolgt der Schlupf der fertigen Falter. Im August halten sie eine Sommerruhe ab und sind ab September wieder aktiv. Im späten Herbst begeben sie sich an geschützte Stellen in der Vegetation und bereiten sich auf die Winterstarre vor. Dabei reduzieren sie ihr Körperwasser, so daß sie Temperaturen von -15 bis -20 Grad schadlos überstehen können. Die Lebensdauer eines Falters beträgt rund elf Monate.

Zitronenfalter - Junges Weibchen
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Zitronenfalter - Junges Weibchen

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Heiko Bellmann: Der neue Kosmos-Schmetterlingsführer. Schmetterlinge, Raupen und Futterpflanzen. Kosmos, 2003 ISBN 3440093301
  • Leon Rogez: Schmetterlinge und Raupen. Ensslin im Arena Verlag, 2006 ISBN 3401452541
  • Thomas Ruckstuhl: Schmetterlinge und Raupen. Gondrom Verlag, 2001 ISBN 3401452541
  • Dr. Helgard Reichholf-Riem: Steinbachs Naturführer. Insekten. Mit Anhang Spinnentiere. München: Mosaik Verlag GmbH, München 1984. ISBN 3-570-01187-9
  • Michael Chinery: Pareys Buch der Insekten: Ein Feldführer der europäischen Insekten. Übersetzt und bearbeitet von Dr. Irmgard Jung und Dieter Jung. Verlag Paul Parey 1987. Hamburg und Berlin. ISBN 3-490-14118-0
  • Kurt Günther, Hans-Joachim Hannemann, Fritz Hieke: Urania Tierreich, 6 Bde., Insekten . Deutsch Harri GmbH; Auflage: 5, 1990 ISBN 387144944X
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