Spitzhaubenelfe

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Spitzhaubenelfe
Weibchen

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Seglervögel (Apodiformes)
Familie: Kolibris (Trochilidae)
Unterfamilie: Eigentliche Kolibris (Trochilinae)
Gattung: Stephanoxis
Art: Spitzhaubenelfe
Wissenschaftlicher Name
Stephanoxis lalandi
(Vieillot, 1818)

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Die Spitzhaubenelfe (Stephanoxis lalandi), auch unter dem Synonym Trochilus lalandi und unter der Bezeichnung Zopfelfe bekannt, zählt innerhalb der Familie der Kolibris (Trochilidae) zur Gattung Stephanoxis. Im Englischen wird die Spitzhaubenelfe plovercrest oder black-breasted plovercrest genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Spitzhaubenelfe erreicht eine Körperlänge von etwa 8,8 bis 9,0 Zentimeter. Das Männchen und das Weibchen gleichen sich in der Gefiederfärbung. Das Obergefieder ist von einer leuchtend grünen Färbung, während die Unterseite in der Mitte eine glänzende violettblaue Tönung aufweist. Markantes Merkmal sind die über die Krone herausstehenden dünnen, spitzen, glitzernd grünen Federn. Die längsten Federn auf der Krone weisen eine Länge von etwa 3,0 Zentimeter auf und sind von einer blauschwarzen Färbung. Die Krone selbst ist glitzernd grün oder glitzernd violett gezeichnet. Die vier äußeren Steuerfederpaare sind weiß gefärbt und weisen zusätzlich noch eine purpurne Endbinde auf.

Lebensweise

Die Spitzenhaubenelfe ist ein typischer Gebirgsvogel und hält sich vorwiegend südöstlich in den Bergen von Minas Gerais und nordöstlich in Argentinien auf. Im Winter wandert die Spitzhaubenelfe zum Teil ab. Die tagaktiven Spitzhaubenelfen leben einzelgängerisch, die Geschlechter treffen sich nur kurz zur Paarungszeit und trennen sich unmittelbar nach der Kopulation wieder. Spitzhaubenelfen gelten als durchaus territorial und verteidigen ihr Nahrungs- und Bruthabitat vehement gegenüber Artgenossen und Eindringlingen. Weibchen sind gegenüber Artgenossen jedoch deutlich toleranter. Bei den zum Teil heftigen Kämpfen kommen Schnabelhiebe und Tritte mit den Füßen zum Einsatz. Während der Nacht ruhen Spitzhaubenelfen an geschützten Stellen in dichter Vegetation. Der Flugstil ist ausgesprochen kräftezehrend. Daher sind sie permanent damit beschäftigt, Nahrung aufzunehmen. Beim Fliegen ist immer ein charakteristischer Summton zu hören, der durch die hohe Schlagfrequenz der Flügel produziert wird.

Unterarten

Verbreitung

Spitzhaubenelfe
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Spitzhaubenelfe

Laut der Roten Liste der IUCN erstreckt sich das Verbreitungsgebiet der Spitzhaubenelfe von Argentinien, Brasilien bis nach Paraguay. Die Spitzhaubenelfe lebt in folgenden Lebensräumen: Subtropische und tropische feuchte Tieflandwälder, subtropische und tropische feuchte Montanwälder, subtropische und tropische feuchte Heideflächen sowie subtropische und tropische stark degradierte ehemalige Wälder.

Ernährung

Bei der Nahrungsaufnahme fliegt die Spitzhaubenelfe zwischen den Blumen seitwärts und rückwärts, dabei beugt sie den Körper in etwa 45 Grad. Die Spitzhaubenelfe ernährt sich vom Nektar und von kleinen Insekten (Insecta), die sich an oder in der Blüte aufhalten. Der Nachwuchs wird ausschließlich mit Insekten und einem Nahrungsbrei gefüttert. Insekten werden entweder im Flug erbeutet oder von Pflanzen aufgelesen.

Fortpflanzung

Die Brutzeit kann ganzjährig sein, aber am häufigsten findet sie im Frühjahr statt. Während der Balz präsentieren vor allem die Männchen ihr prächtiges Gefieder und vollführen kunstvolle Flüge, meist in niedriger Höhe. Nicht selten dicht über den Köpfen der Weibchen. Die Vögel leben in einer polygamen Beziehung, ein Männchen begattet zumeist mehrere Weibchen und hat mit der Aufzucht des Nachwuchses nichts zu tun. Unmittelbar nach der Begattung trennen sich die Geschlechter wieder. Die eigentliche Kopulation dauert nur wenige Sekunden. Um den Nestbau und die Aufzucht des Nachwuchses kümmert sich ausschließlich das Weibchen. Das tassenförmige Nest wird vom Weibchen allein errichtet und entsteht an geschützter Stelle in einer Astgabel im dichten Gestrüpp von Sträuchern und niedrigen Bäumen. Sie benötigt für den Bau meist einige Tage. Als Nistmaterial dient Rinde, Blätter, Wurzelfasern, Moose und Flechten. Als Bindematerial werden Spinnenweben verbaut, die das Nest außen zusammenhalten und so eine gewisse Stabilität verleihen. Ausgepolstert wird das Nest meist mit Federchen und Tierhaaren. Das Weibchen legt in das bezugsfertige Nest meist zwei Eier, die sie über einen Zeitraum von rund 16 bis 18 Tagen wärmt werden. Die Küken sind beim Schlupf unbefiedert und blind. Gegen Ende der ersten Lebenswoche öffnen sie erstmals ihre Augen. Ab diesem Zeitpunkt verfügen sie auch über ein Dunengefieder. Der Nachwuchs wird überwiegend mit einem Nahrungsbrei aus leicht vorverdauter Nahrung gefüttert und erreicht bereits in der vierten Lebenswoche die Flugfähigkeit. Nur wenig später sind die Jungvögel selbständig und fliegen aus.

Gefährdung und Schutz

Laut der Roten Liste der IUCN gehört die Spitzhaubenelfe heute noch nicht zu den bedrohten Vogelarten. Sie ist in weiten Teilen des Verbreitungsgebietes häufig anzutreffen. Nur in wenigen Regionen kommt die Spitzhaubenelfe selten oder nur spärlich vor. In der Roten Liste der IUCN wird sie als least concern (nicht gefährdet) geführt.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Dr. H. C. Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

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