Zorilla

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Zorilla

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Überfamilie: Hundeartige (Canoidea)
Familie: Marder (Mustelidae)
Unterfamilie: Mustelinae
Gattung: Ictonyx
Art: Zorilla
Wissenschaftlicher Name
Ictonyx striatus
Perry, 1810

IUCN-Status
Least Concern (LC) - IUCN

Der Zorilla (Ictonyx striatus) zählt innerhalb der Familie der Marder (Mustelidae) zur Gattung Ictonyx. Die Art ist auch unter dem Synonym Bandiltis bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Zorilla erreicht eine Körperlänge von knapp 40 Zentimeter, eine Schwanzlänge von 20 bis 30 Zentimeter sowie ein Gewicht von 1.000 bis 1.400 Gramm. Weibchen bleiben kleiner und leichter als ein Männchen. Das lange, bräunliche Fell weist eine markante weißliche Streifung auf. Die weißen Längsstreifen, vier an der Zahl, ziehen sich vom Oberkopf bis zum Schwanzende. Drei kleinere weiße Streifen befinden sich im Gesichtsbereich. Ein Streifen befindet sich im Bereich der Stirn, je ein weiterer Streifen an den Kopfseiten oberhalb der Augen. Die kleinen Ohren sind an den Spitzen ebenfalls weißlich gefärbt. Markantes Merkmal sind die mächtigen Krallen an den Vorderfüßen. Mit ihnen kann der Zorilla mit Leichtigkeit seine Erdbauten graben oder auch einen Baum erklimmen. Das Gebiss der Zorillas ist relativ schwach entwickelt. Die Reißzähne sind jedoch stark verlängert

Lebensweise

Zorillas sind nachtaktive, einzelgängerisch lebende Raubtiere, die den Tag in ihren schützenden Bauten verbringen. Mit Einbruch der Dämmerung werden sie aktiv. Sie sind zwar nicht territorial, bewohnen aber ein recht großes Streifrevier, in dem sie mehrere Bauten unterhalten. Die Geschlechter treffen nur während der Paarungszeit aufeinander. Die Streifreviere der Männchen und Weibchen überlappen sich in der Regel. Sie gelten als gute Schwimmer und Kletterer, halten sich aber fast ausschließlich auf dem Boden auf.

Verbreitung

Zorillas sind in weiten Teilen Afrikas, südlich der Sahara anzutreffen. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich von den Küstengebieten des Sudan ostwärts bis nach Mauretanien. Im Süden sind Zorillas bis in den Süden Südafrikas beheimatet. Bewohnt wird eine Vielzahl an Lebensräumen. Dazu gehören insbesondere Sumpfgebiete, sandige Küstenregionen, Halbwüsten und Savannen, Buschland, lichte Wälder und deren Ränder und bewaldetes Hochland. Hauptlebensraum stellen relativ trockene Savannenbereiche dar. Nur der zentralafrikanische Regenwald wird nicht besiedelt.

Prädatoren

Zorillas werden von einer Reihe räuberisch lebender Tiere verfolgt. Neben den üblichen Fressfeinden werden sie vor allem von verwilderten Hunden und Katzen gejagt. Zorillas sind, trotz ihrer geringen Standhöhe und den kurzen Beinen, schnelle und gewandte Läufer. Sie können zudem abrupt ihre Laufrichtung ändern und so dem einen oder anderen Fressfeind entkommen. Lässt sich ein Feind nicht abschütteln, so baut sich ein Zorilla mit knurrenden Lauten und hochgestelltem Schwanz vor einem Fressfeind auf und versucht ihn so zu verschrecken. Als letztes gibt ein Zorilla über seine analen Drüsen ein übelriechendes Sekret ab, das auch dem letzten noch unerschrockenen Angreifer den Appetit verdirbt. Eine weitere Strategie ist das Totstellen in Verbindung mit dem üblen, fast nach Verwesung riechenden Geruch. Viele Raubtiere fressen kein Aas und lassen so von einem Zorilla ab.

Ernährung

Der Zorilla ernährt sich als Fleischfresser ausschließlich von Fleisch. Zu seiner bevorzugten Beute gehören beispielsweise kleinere Nagetiere (Rodentia) wie Ratten (Rattus) und Mäuse (Mus). Aber auch Reptilien (Reptilia) wie Schlangen (Serpentes) und Echsen (Lacertilia) sowie Insekten (Insecta), Vögel (Aves) und Amphibien (Amphibia) stehen durchaus häufig auf der Speisekarte. In der Nähe des Menschen machen sie sich auch über Geflügel und andere kleine Haustiere her. Dies macht sie bei Landwirten alles andere als beliebt.

Fortpflanzung

Zorillas erreichen die Geschlechtsreife mit sechs bis acht Monaten. Die einzelgängerisch lebenden Zorillas treffen nur während der Paarungszeit aufeinander. Während dieser Zeit kann es unter den Männchen zu heftigen Kommentkämpfen um das Paarungsrecht mit einem Weibchen kommen. Das Paarungsverhalten kann als polygam bezeichnet werden. Männchen haben zudem mit der Aufzucht des Nachwuchses nichts zu tun. Unmittelbar nach der Paarung verlässt ein Männchen sein Weibchen. Die Paarungszeit erstreckt sich über das Frühjahr und den Frühsommer. Während dieser Zeit kommt es nur zu einem Wurf. Das Weibchen bringt nach einer Tragezeit von 36 bis 38 Tagen in ihrer Wohnhöhle ein bis vier Jungtiere zur Welt. Der Nachwuchs ist nur wenig weit entwickelt. Er ist nackt, blind und taub, das Geburtsgewicht liegt bei 15 bis 18 Gramm. In der dritten oder vierten Lebenswoche ist ihnen ein Fell gewachsen und sie ab der fünften oder sechsten Lebenswoche können sehen und hören. Ab diesem Zeitpunkt verlassen sie auch erstmals zu kleinen Erkundungsgängen ihre Geburtshöhle. Im Alter von fünf Monaten sind die Jungtiere selbständig und verlassen ihre Mutter. Die Lebenserwartung beträgt in Gefangenschaft zwischen 10 und 13 Jahre, die Lebenserwartung in Freiheit ist unbekannt.

Gefährdung und Schutz

Zorillas gehören heute noch nicht zu den bedrohten Arten. Dennoch sterben jedes Jahr Tausende durch Abschüsse oder auch durch Zusammenstöße mit Autos und Lastwagen. Auch der Verlust der natürlichen Lebensräume durch Umwandlung in Siedlungsraum und Agrar- oder Weideland setzt der Art deutlich zu. In der Roten Liste der IUCN wird die Art als nicht gefährdet geführt.

Anhang

Literatur und Quellen

  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999

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