Zweifarbiger Blattsteiger

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Zweifarbiger Blattsteiger

Systematik
Klasse: Lurche (Amphibia)
Ordnung: Froschlurche (Anura)
Unterordnung: Moderne Froschlurche (Neobatrachia)
Familie: Baumsteigerfrösche (Dendrobatidae)
Gattung: Blattsteiger (Phyllobates)
Art: Zweifarbiger Blattsteiger
Wissenschaftlicher Name
Phyllobates bicolor
Bibron, 1841

IUCN-Status
Near Threatened (NT) - IUCN

Der Zweifarbige Blattsteiger (Phyllobates bicolor) zählt innerhalb der Familie der Baumsteigerfrösche (Dendrobatidae) zur Gattung der Blattsteiger (Phyllobates).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Der Zweifarbige Blattsteiger erreicht eine Körperlänge von rund fünf Zentimeter, wobei die Geschlechter in etwa gleich groß sind. Die Grundfärbung ist ein goldgelb. Die Körperoberfläche ist mit schwärzlichen Flecken versehen, die sich insbesondere an den Hinterbeinen manifestieren. Die Musterung kann sehr variabel sein. Die grelle Färbung soll bei allen Pfeilgiftfröschen potente Beutegreifer schon im Vorfeld abschrecken. Das Gift wird über spezielle Hautdrüsen auf der dorsalen Seite abgesondert. Das Gift enthält hochwirksame Neurotoxine, die das Nervensystem angreifen. Schon kleinste Mengen können auch beim Menschen zu einem schnellen Tod führen. Beutiere und theoretisch auch ein Mensch steben bei Kontakt mit dem Gift an vollständiger Lähmung der Muskulatur. Die Folge ist in der Regel der Erstickungstod. An den Zehen der Füße und Hände hat der Zweifarbige Blattsteiger Haftsohlen, mit denen er sich auch an glatten Untergründen sehr gut festhalten kann. Die Frösche sind tagaktiv und sehr lebhaft. Sie sind ständig unterwegs und bewegen sich dabei innerhalb ihres kleinen Territoriums. Während der Paarungszeit sind insbesondere die Männchen ausgesprochen territorial und dulden in ihrer Nähe keine gleichgeschlechtlichen Artgenossen.

Gefährdung, Schutz

Der Zweifarbige Blattsteiger steht unter Artenschutz. Das Washingtoner Artenschutzabkommen stellt die Tiere in Anhang II unter weltweiten Schutz. Hauptgründe für die starke Gefährdung sind zum einen die Zerstörung der Lebensräume und zum anderen der illegale Wildfang für den internationalen Tierhandel. Einheimische Indio-Völker fangen die Frösche und versehen ihre Pfeile mit dem Hautsekret. Mit den Pfeilen töten sie Vögel, Primaten und andere Tiere. Das Gift ist hochwirksam. Auch für die Medizin ist das Gift hoch interessant. Hier wird das Gift insbeondere für Betäubungsmittel und Medikamente für Herzerkrankungen weiter verarbeitet.

Verbreitung

Der Zweifarbige Blattsteiger lebt in den tropischen Regenwäldern von Kolumbien. Die größten Populationen leben an der pazifischen Küste im Westen Kolumbiens. Die Frösche leben in kleinen Kolonien am Waldboden. Dabei sind sie nie weit von einem Gewässer, wie z.B. einem langsam fliessenden Fluss, entfernt. Sie bevorzugen konstante Temperaturen und eine hohe Niederschlagsmenge.

Nahrung

Zweifarbige Blattsteiger sind überwiegend Insektenfresser, die sich von Ameisen, Termiten, Käfern und Fliegen in passender Größe ernähren. Hier und da werden auch Spinnen und kleinere Gliederfüßer erbeutet. Die Frösche fangen ihre Beutetiere mit Hilfe ihrer klebrigen Zunge. Die Larven und Jungfrösche ernähren sich zudem auch von Plankton und Kleinstlebewesen wie Insektenlarven.

Fortpflanzung

Der Zweifarbige Blattsteiger paart sich während der Regenzeit. Männchen locken Weibchen mit facettenreichen Lauten an. Das Bemühen um ein Weibchen kann sich dabei über mehrere Tage hinziehen. Die Eiablage mit einhergehender Befruchtung erfolgt meist in konkav geformten Blättern, in denen sich Regenwasser gesammelt hat. Die Eiablage und die äußere Besamung erfolgen parallel. Das Weibchen legt, je nach Alter, zwischen zehn und dreissig Eier. Bis zum Schlupf der Larven wird das Gelege von beiden Elternteilen bewacht und gegebenenfalls auch auch verteidigt. Nach zwei bis drei Wochen schlüpfen die Larven. Sie werden dann von beiden Elternteilen im Maul in ein Kleinstgewässer getragen. Nach dem Schlupf vergehen rund drei Wochen bis die Metamorphose zum Jungfrosch abgeschlossen ist. Der Zweifarbige Blattsteiger kann ein Alter von fünf bis sieben Jahren erreichen.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Fische 2, Lurche. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co.KG, München Oktober 1993. ISBN 3-423-05970-2
  • Kurt Deckert: Urania-Tierreich - Fische, Lurche, Kriechtiere. Urania-Verlag Leipzig - Jena - Berlin 1991. ISBN 3-332-00376-3
  • Kurt Brauer, Annette Bromma: Kröten. Urania, Freiburg (1991). ISBN 3332003798

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