Zwerg-Spitzmausbeutelratte

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Zwerg-Spitzmausbeutelratte
Foto folgt.

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Theria
Teilklasse: Beutelsäuger (Metatheria)
Ordnung: Beutelrattenartige (Didelphimorphia)
Familie: Beutelratten (Didelphidae)
Unterfamilie: Didelphinae
Gattung: Spitzmausbeutelratten (Monodelphis)
Art: Zwerg-Spitzmausbeutelratte
Wissenschaftlicher Name
Monodelphis sorex
Hensel, 1872

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Die Zwerg-Spitzmausbeutelratte (Monodelphis sorex) zählt innerhalb der Familie der Beutelratten (Didelphidae) zur Gattung der Spitzmausbeutelratten (Monodelphis). Im Englischen wird die Art Red-sided Short-tailed Opossum, Southern Red-sided Opossum, Hensel´s Short-tailed Opossum oder Shrewish Short-tailed Opossum genannt. Die Art ist monotypisch, Unterarten sind demnach keine bekannt. Der lateinische Artname sorex bedeutet "Spitzmaus" (Smith, 2008).

Inhaltsverzeichnis

Unterschiede zu anderen Arten

Die Zwerg-Spitzmausbeutelratte kann mit sympatrisch vorkommenden Arten wie die Rotkopf-Spitzmausbeutelratte (Monodelphis scalops) und Monodelphis dimidiata verwechselt werden. Die Zwerg-Spitzmausbeutelratte besiedelt als einzige Art feuchte Küstenregenwälder. Markant ist auch die laterale rotbraune Färbung des Felles. Die beiden anderen Arten sind einheitlich graubraun gefärbt. Die Rotkopf-Spitzmausbeutelratte hat einen gelblichbraunen Kopf und einen graubraune Oberkopf. Bei Monodelphis dimidiata ist der Rücken mehr grau als graubraun gefärbt. Die Füße der Zwerg-Spitzmausbeutelratte sind rötlich gefärbt, die von Monodelphis dimidiata sind weißlich bis hellbraun. Monodelphis dimidiata lebt im Gegensatz zur Zwerg-Spitzmausbeutelratte nur in offenen Graslandschaften (Smith, 2008).

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die eher kleine Zwerg-Spitzmausbeutelratte erreicht eine Gesamtlänge von 119 bis 215 (145) mm, eine Körperlänge von 78 bis 130 (94) mm, eine Schwanzlänge von 36 bis 85 (51) mm, eine Hinterfußlänge von 15 bis 16 (15,2) mm, eine Ohrlänge von 5,3 bis 11,0 (8,8) mm, eine Schädellänge von 34,4 mm, eine Hirnschädelbreite von 13,9 mm, eine Jochbeinbreite von 20,5 mm, eine Kieferlänge von 27,0 mm sowie ein Gewicht von 48 bis 68 g. Weibchen bleiben deutlich kleiner und leichter als Männchen. Die Ohren sind kurz und deutlich gerundet. Der Schwanz ist mittellang und entspricht 50% der Körperlänge. Das kurze und glatte Fell ist dorsal dunkelbraun gefärbt, ventral zeigt sich eine cremig-gelbliche bis hellrote Färbung. Die Füße sind rötlich, die Flanken sind markant orangerot gefärbt. Die Stirn und der Oberkopf weisen eine dunkelbraune Färbung auf. Der Schwanz ist oberhalb dunkelbraun und unterhalb hellrot gefärbt. Weibchen verfügen über keinen Beutel. Mit 25 bis 27 Milchdrüsen verfügt die Art über mehr Milchdrüsen als alle anderen Säuger. 5 Milchdrüsen liegen im zentralen Brustbereich, die restlichen an den Seitenlinien. Das Gebiss besteht aus 50 Zähnen, die zahnmedizinische Formel lautet i5/4, c1/1, p3/3, m4/4 (Smith, 2008).

Die Zwerg-Spitzmausbeutelratte ist dämmerungsaktiv und lebt terrestrisch. Über die weitere Lebensweise und die Fortpflanzung ist nichts bekannt (Smith, 2008).

Verbreitung

Die Art ist im südlichen Brasilien, dem südöstlichen Paraguay und in der argentinischen Provinz Misiones endemisch. Zwerg-Spitzmausbeutelratten besiedeln hauptsächlich feuchte Küstenregenwälder. In diesem Lebensraum ist die Zwerg-Spitzmausbeutelratte die einzige Art der Gattung (Smith, 2008).

Biozönose

Zu den nachgewiesenen natürlichen Feinden zählt der Weißschwanzaar (Elanus leucurus) und die Schleiereule (Tyto alba). Dies haben Magenanalysen bei diesen Prädatoren ergeben. Zu den bekannten Ektoparasiten gehört Ixodes loricatus, die zu den Schildzecken (Ixodidae) gehört. Nachgewiesen sind auch Kurzflügler (Staphylinidae) wie Omaloxenus bequarti und Milben (Acari, Acarida) der Art Didelphoecius paranensis (Smith, 2008).

Ernährung

Zwerg-Spitzmausbeutelratten ernähren sich als Fleischfresser, die Informationen über die Art der Beutetiere resultieren aus Magenanalysen. Nachgewiesen sind verschiedene Insekten (Insecta) wie Käfer (Coleoptera), Hautflügler (Hymenoptera), Geradflügler (Orthoptera), Milben (Acari, Acarida), Weberknechte (Opiliones) und Schaben (Blattodea) sowie Zehnfußkrebse (Decapoda), Krebstiere (Crustacea) und Tausendfüßer (Myriapoda). Aber auch kleine Säugetiere (Mammalia), kleine Vögel (Aves) und pflanzliche Nahrung in Form von Sämereien wird in kleinen Mengen gefressen (Smith, 2008).

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Die Zwerg-Spitzmausbeutelratte zählt heute noch nicht zu den bedrohten Arten. In der Roten Liste der IUCN wird die Art daher in der Kategorie LC, Least Concern, geführt. Größere Gefahren sind nicht bekannt, jedoch kann sich die anhaltende Zerstörung und Fragmentierung der natürlichen Lebensräume langfristig negativ auf die Populationen auswirken (IUCN, 2014).

Anhang

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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