Zwergpinguin

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Zwergpinguin
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Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Pinguine (Sphenisciformes)
Familie: Pinguine (Spheniscidae)
Gattung: Zwergpinguine (Eudyptula)
Art: Zwergpinguin
Wissenschaftlicher Name
Eudyptula minor
Forster, 1781

Der Zwergpinguin (Eudyptula minor) zählt innerhalb der Familie der Pinguine (Spheniscidae) zur Gattung der Zwergpinguine (Eudyptula).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Der Zwergpinguin ist die kleinste Art innerhalb der Familie der Pinguine. Er erreicht eine Größe von gut 40 cm sowie ein Gewicht von etwas mehr als ein Kg. Die Stummelflügel weisen eine Länge von bis zu 14 cm auf. Das Gefieder ist an Rücken und Flügel blaugrau, an der Bauchseite weißlich. Die Kopfseiten gehen von weiß in ein schmutzigen hellbraun über. Der Schnabel ist dunkelgrau bis schwarz, die Extremitäten fleischfarben.

Die Tiere leben in zum Teil großen Kolonien. Sind sind Höhlenbrüter, die eine bestehende Höhle übernehmen oder mit Füßen und Schnabel eine eigene bauen. Hier und da leben sie aber auch in Felsspalten oder in von Menschen bereitgestellten Nistkästen. An Land gehen die Zwergpinguine nur während der Dunkelheit, um potentiellen Feinden aus dem Weg zu gehen. Diese Verhaltensweise ist in der Welt der Pinguine einzigartig. Im Wasser ist der Zergpinguin ein flinker Schwimmer, aber ein eher schlechter Taucher. Dennoch kann er bis zu 70 Meter tief tauchen. In der Regel hält er sich aber in Tiefen von zehn bis zwanzig Metern auf. Während der jährlich stattfindenden Mauser bleibt er für zwei bis drei Wochen an Land und frisst auch nicht. Er lebt dann von seinen Fettreserven. Seine Hauptfeinde sind Haie und Robben, an Land auch verwilderte Katzen und Hunde.

Verbreitung

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Das Hauptverbreitungsgebiet erstreckt sich über Neuseeland und einigen umliegenden Inseln wie die Stewart- und die Chatham Inseln. Aber auch auf dem Australischen Kontinent, insbesondere der Südostküste, und auf Tasmanien gibt es größere Populationen. In Australien sind die Zwergpinguine die einzige vertretende Pinguinart.

Nahrung

Den Wechsel von Land zu Wasser und umgekehrt vollziehen sie nur nachts. Auf die Jagd gehen sie allerdings tagsüber und legen Strecken von teilweise über 30 km am Tag zurück. In Tiefen von zehn bis zwanzig Metern erjagen sie kleine Fische, Tintenfische und auch Krebstiere. Ihr Nahrungsbedarf pro Tag liegt bei 250 bis 300 Gramm.

Fortpflanzung

Die Geschlechtsreife wird mit etwa zwei Jahren erreicht. Die Paarungszeit erstreckt sich über fast das ganze Jahr. Oft kommt es auch zu einer zweiten Brut innerhalb eines Jahres. Sie nisten in Felsspalten, Erdhöhlen oder Nistkästen. Das Weibchen legt zwei Eier, die von beiden Elternteilen über einen Zeitraum von gut 35 bis 40 Tagen ausgebrütet werden. Die Jungvögel werden abwechselnd von Mutter oder Vater bewacht und gefüttert. Nach rund 30 Tagen bekommen die Jungtiere ihr adultes Federkleid, das wasserdicht ist. Nach weiteren 30 Tagen sind sie flügge und gehen ins Meer. In Freiheit können sie ein Alter von bis zu zehn Jahren erreichen. In Gefangenschaft kann es durchaus auch darüberliegen.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Boris M. Culik & Rory P. Wilson: Die Welt der Pinguine. Überlebenskünstler in Eis und Meer. Blv Buchverlag; 1993 ISBN 3405144760
  • Prof. Dr. Dr. hc Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X
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