Zwergsägerochen

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Zwergsägerochen

Systematik
Klasse: Knorpelfische (Chondrichthyes)
Unterklasse: Plattenkiemer (Elasmobranchii)
Überordnung: Rochen (Batoidea)
Ordnung: Sägerochenartige (Pristiformes)
Familie: Sägerochen (Pristidae)
Gattung: Pristis
Art: Zwergsägerochen
Wissenschaftlicher Name
Pristis clavata
Garman, 1906

IUCN-Status
Endangered (EN)

Der Zwergsägerochen (Pristis clavata) zählt innerhalb der Familie der Sägerochen (Pristidae) zur Gattung Pristis. Im Englischen wird die Art Dwarf Sawfish oder Queensland Sawfish genannt. Die Art ist monotypisch, Unterarten sind demnach keine bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Zwergsägefisch ist eher klein, jedoch robust gebaut. Die Haut ist dorsal olivgrün bis grünlichbraun gefärbt, ventral zeigt sich eine weißliche Färbung. Die Flossen sind insgesamt blasser gefärbt, der Kopf etwas dunkler als der restliche Körper. Ausgewachsene Exemplare erreichen eine Länge von 140 bis 150 cm. Selten treten auch Tiere mit einer Länge von bis zu 300 cm in Erscheinung. Die Haut ist rau und ist mit feinen rundlichen Hautzähnchen (Placoidschuppen) besetzt. Die Hautzähnen sind in allen Entwicklungsstadien vorhanden. Ventral sind die Zähnchen kleiner. Das typische Merkmal ist die Säge die eine Sonderform der Placoidschuppe darstellt. Die Säge ist mit sägezahnartigen und gleichförmigen 18 bis 22 Paren Zähnen besetzt. Die kleinen Augen liegen auf der Oberseite des Kopfes. Die Nasenlöcher, die hinter den Augen liegen, sind breit und mit großen Nasenklappen versehen. Die Brustflossen weisen eine breite Basis auf, die dreieckigen Rückenflossen sind groß und spitz zulaufend (Kyne et al., 2013).

Verbreitung und Lebensraum

Das Verbreitungsgebiet des Zwergsägerochens ist nicht klar umrissen. Nachgewiesen ist die Art nur in den tropischen Küstengewässern vor dem nördlichen Australien. Außerhalb von Australien liegen keine nachprüfbare Aufzeichnungen vor, die ein Vorkommen belegen würden. Historisch war die Art in weiten Teilen Südostasiens und im Indischen Ozean verbreitet. In Australien erstrecken sich die Vorkommen vom westlichen Cape York in Queensland bis nach Pilbara in Western Australia. Der Zwergsägerochen besiedelt die küstennahen Gewässer und die angrenzenden Mangroven und Flussmündungen. In den Ruhephasen halten sich die Tiere typischerweise am Boden im Sand oder Schlamm auf. Der Zwergsägerochen tritt nur in Salz- und Brackwasser auf, nicht jedoch in Süßwasser (Kyne et al., 2013).

Biozönose

Zu den natürlichen Feinden zählen insbesondere Hammerhaie (Sphyrnidae) der Gattung Sphyrna, der Bronzehai (Carcharhinus brachyurus), der Bullenhai (Carcharhinus leucas) sowie das Leistenkrokodil (Crocodylus porosus) (Kyne et al., 2013).

Ernährung

Der Zwergsägerochen ernährt sich hauptsächlich von Meeräschen (Mugilidae) wie Rhinomugil nasutus. Die Fische werden durch schnelle, seitliche Schläge mit der Säge getötet und dann gefressen. Darüber hinaus werden auch Krebstiere (Crustacea) , wie Krabben (Brachyura) und andere Zehnfußkrebse (Decapoda) gefressen (Kyne et al., 2013).

Fortpflanzung

Über das Fortpflanzungsverhalten der Art ist nur wenig bekannt. Die Männchen erreichen die Geschlechtsreife mit einer Länge von 250 bis 300 cm. Beim Paarungsakt kommt es wie bei allen Haien und Rochen zu einer inneren Befruchtung. Die befruchteten Eier werden in einem Dottersack im Mutterleib ausgebrütet. Hier entwickeln sich auch die Jungtiere. Die Art der Fortpflanzung wird als Ovoviviparie bezeichnet. Die Tragezeit ist nicht bekannt. Ein Wurf besteht aus 1 bis 13 (7) Jungtieren. Die Geburt erfolgt mit dem Schwanz voran (Thorburn et al., 2007; Kyne et al., 2013).

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Der Zwergsägefisch gehört heute zu den stark gefährdeten marinen Art. In der Roten Liste der IUCN wird die Art daher in der Kategorie EN, Endangered geführt. Mit dem gezahnten Schwert verfangen sich die Tiere häufig in Grund- und Schleppnetzen. Zwergsägefische verfangen sich auch in Netzen, die vom Menschen zum Schutz vor Haien an den Küsten aufgestellt werden (IUCN, 2014).

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Leighton Taylor: Haie und Rochen. Delius Klasing (März 1998) ISBN 3768812049
  • Mark Carwardine: Haie. Delius Klasing (März 2005) ISBN 376881601X
  • Kyne, P.M., Rigby, C. & Simpfendorfer, C. 2013. Pristis clavata. IUCN Red List of Threatened Species, 2013
  • Thorburn, D.C., D.L. Morgan, A.J. Rowland, H.S. Gill & E. Paling (2007). Life history notes of the critically endangered dwarf sawfish, Pristis clavata, Garman 1906 from the Kimberley region of Western Australia.

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