Zwergspinne

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Zwergspinne
Männchen

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Teilordnung: Echte Webspinnen (Araneomorphae)
Überfamilie: Radnetzspinnen (Araneoidea)
Familie: Baldachinspinnen (Linyphiidae)
Gattung: Erigone
Art: Zwergspinne
Wissenschaftlicher Name
Erigone atra
Blackwall, 1833

LSID-Kennung
LSID: [urn:lsid:amnh.org:spidersp:010400]

Die Zwergspinne (Erigone atra) gehört innerhalb der Familie der Baldachinspinnen (Linyphiidae) zur Gattung Erigone. Von der Gattung Erigone sind in Mitteleuropa bisher elf Arten bekannt, von denen zwei, die Zwergspinne und die Art Erigone dentipalpis, recht häufig beim "Luftschiffen", d. h. beim Verbreiten mit Hilfe von Seidenfäden und Wind, gefunden werden können.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Zwergspinne erreicht als Männchen eine Körperlänge von etwa 1,9 bis 2,5 Millimeter und als Weibchen eine Körperlänge von etwa 1,8 bis 2,8 Millimeter. Die Grundfärbung ist dunkelbraun bis schwarz und glänzend. Das Männchen weist gelblichbraune Beine auf, während bei dem Weibchen die Beine braun gefärbt sind. Der vordere Teil des Vorderkörpers ist etwas erhöht, bei dem Männchen ist er stärker erhöht als bei dem Weibchen. Des Weiteren ist das Männchen außerdem mit einem langen, nach unten gerichteten Fortsatz ausgestattet. Die Kiefertaster des Männchens sind deutlich mit Zähnen bestückt. Die Zwergspinne unterscheidet sich von den übrigen Baldachinspinnen (Linyphiidae) nur durch eine dorsale Borste an der Tibia der Hinterbeine. Die Baldachinspinnen (Linyphiidae) im engeren Sinne haben hier dagegen zwei Borsten. Die reifen Tiere sind ganzjährig anzutreffen, doch vorzugsweise im Herbst und im Winter.

Lebensweise

Die Art gehört zu den besonderen charakteristischen Spinnen des "Altweibersommers". So bezeichnet man eine besonders im September zu beobachtende Erscheinung. Die Spinnen steigen auf Zaunpfählen und anderen aufragenden Strukturen empor, strecken ihre Hinterleibsspitze hoch und lassen einen Spinnfaden austreten. Dieser wird immer weiter verlängert, bis er schließlich die Spinne im Wind davonträgt.

Verbreitung

Die Zwergspinne lebt vor allem an Wald- und Wegrändern und hält sich vorwiegend im Moos und in niederer Vegetation an feuchten Plätzen sowie in der Streuschicht des Waldbodens auf, wo sie kleine Gespinstteppiche in Bodenlöchern anlegt. In Mitteleuropa ist die Zwergspinne überall häufig anzutreffen. In Deutschland kommt sie häufig östlich von Schleswig-Holstein einschließlich Hamburg vor. Innerhalb von Schleswig-Holsteins wurden etwa 140 Funde nachgewiesen.

Ernährung

Die Zwergspinne lebt als Lauerjägerin. Sie ernährt sich hauptsächlich von Geflügelten Insekten (Pterygota) wie zum Beispiel von Fliegen (Brachycera) und von Mücken (Nematocera).

Fortpflanzung

Die Paarung findet vorzugsweise im Juni statt. Bei der Paarung führt das Männchen abwechselnd beide Taster in die weibliche Epigyne (äußeres weibliches Geschlechtsorgan) ein. Nach der Paarung legt das Weibchen die Eier in einen Kokon ab, den das Weibchen mit ihrer Seide webt. Bis zum Schlupf der Jungspinnen wird der Kokon gegen Fressfeinde und Artgenossen verteidigt. Je nach Umgebungstemperatur können die Jungspinnen nach einigen Tagen oder nach einigen Wochen schlüpfen.

Synonyme und Chresonyme nach Norman I. Platnick

Update 13. Juni 2008 <1>

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

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