Zwergsultanshuhn

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Zwergsultanshuhn

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Kranichvögel (Gruiformes)
Familie: Rallenvögel (Rallidae)
Gattung: Purpurhühner (Porphyrio)
Art: Zwergsultanshuhn
Wissenschaftlicher Name
Porphyrula martinica
Linnaeus, 1766

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Das Zwergsultanshuhn (Porphyrula martinica) zählt innerhalb der Familie der Rallenvögel (Rallidae) zur Gattung der Purpurhühner (Porphyrio). Weitere deutsche Synonyme sind Amerikanischer Uferläufer und Amerikanisches Sultanshuhn. Im Englischen wird die Art American Gallinule, American Purple Gallinule, American Swamphen, Purple Gallinule, South Georgia Gallinule oder Yellow-legged Gallinule genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Das ausgesprochen groß gewachsene Zwergsultanshuhn erreicht eine Größe von 36 bis 37 Zentimeter, eine Flügelspannweite von 55 Zentimeter sowie ein Gewicht von 210 bis 290 Gramm. Markantes Merkmal sind die kräftigen und olivgrün gefärbten Beine, die in langen Zehen enden. Mit diesen Zehen können sie leicht über Wasserpflanzen wie Seerosen laufen oder sinken in Morast nicht ein. Sowohl die Flügel als auch der Schwanz sind im Vergleich zur Körpergröße relativ kurz. Der kurze und meißelartige Schnabel ist an der Basis bräunlich, ansonsten gelblichgrün gefärbt. Oberhalb des Schnabelansatzes zeigt sich ein verhorntes und olivgrau gefärbtes Schild. Die Iris der Augen ist orangerot, die Pupille ist dunkel gefärbt. Der Kopf und das dorsale Gefieder sind olivgaubraun gefärbt, lateral geht die Färbung in ein irisierendes Grün über. Ventral zeigt sich eine purpurblaue Färbung. Zwischen den Geschlechtern zeigt sich weder in der Größe noch in der Gefiederfärbung ein Dimorphismus. Aufgrund der relativ kurzen Flügel sind Zwergsultanshühner eher schlechte Flieger. Dennoch zählen sie in den nördlichen Regionen zu den Zugvögeln. Die Winterquartiere liegen in südlichen Regionen.

Verbreitung

Das Zwergsultanshuhn ist in der neuen Welt verbreitet. Je nach Verbreitungsgebiet ist das Zwergsultanshuhn ein Stand- oder Zugvogel. Die Populationen in den südlichen US-Bundesstaaten ziehen im Herbst nach Mittelamerika in die Karibik oder ins nördliche Südamerika. In den USA liegen die Brutgebiete in den Bundesstaaten South Carolina, Georgia, Florida, Arkansas, Louisiana, Mississippi, Alabama, Texas und Oklahoma. In Südamerika oder auch in Mittelamerika verweilen die dortigen Populationen meist ganzjährig. Nach Angaben der Roten Liste der IUCN kommt das Zwergsultanshuhn insbesondere auf Anguilla, Antigua und Barbuda, in Argentinien, auf Aruba, auf den Bahamas, auf Barbados, in Belize, auf den Bermudas, in Bolivien, Brasilien, Kanada, auf den Kaimaninseln, in Chile, Kolumbien, Costa Rica, auf Kuba, Dominica, Dominikanische Republik, in Ecuador, El Salvador, Französisch-Guayana, Guadeloupe, Guatemala, Guyana, auf Haiti, in Honduras, auf Jamaika, Martinique, in Mexiko, auf Montserrat, den Niederländische Antillen, in Nicaragua, Panama, Paraguay, Peru, Puerto Rico, auf St. Kitts und Nevis, St. Lucia, St. Vincent und die Grenadinen, in Suriname, auf Trinidad und Tobago, den Turks- und Caicosinseln, in den USA, in Uruguay und Venezuela vor. Zwergsultanshühner besiedeln Feuchtgebiete wie Moore und Sümpfe oder ähnliche Habitate.

Ernährung

Das Zwergsultanshuhn ernährt sich hauptsächlich von Wasserpflanzen. Hin und wieder werden aber auch Kleintiere wie Fische (Osteichthyes), Schnecken (Gastropoda), Lurche (Amphibia), Insekten (Insecta), Spinnentiere (Arachnida) und sogar Jungvögel (Aves) gefressen. Die Nahrungsteile nehmen Zwergsultanshühner dabei mit dem Fuß auf und führen sie zum Schnabel. Sie gehen sowohl in Süßgewässern als auch im Brackwasser auf Nahrungssuche.

Fortpflanzung

Die Paarungszeit der Zwergsultanshühner erstreckt sich in den tropischen und subtropischen Regionen der nördlichen Hemisphäre über die Monate April bis Mai. In Südamerika kann es durchaus zu 2 Bruten in einer Saison kommen. Die Vögel brüten in dichter Ufervegetation von Seen oder größeren Teichen oder anderen wasserreichen Habitaten. Gelegentlich brüten Zwergsultanshühner auch an Lagunen oder langsam fließenden Gewässern mit entsprechender Ufervegetation. Das Nest besteht aus Pflanzenteilen und ist leicht erhöht. Beide Elternvögel beteiligen sich am Nestbau. Das Weibchen legt 6 bis 10 weißlich glänzende Eier. Sie werden über einen Zeitraum von 22 bis 25 Tagen bebrütet. Die geschlüpften Jungtiere verbleiben die ersten vier bis fünf Tage im Nest und folgen dann den Eltern. Das Gefieder ist blaugrau gefärbt und weist anfangs noch nicht den typisch glänzenden Farbton auf. Die Flugfähigkeit wird im Alter von 2 Monaten erreicht.

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Zwergsultanshühner zählen heute noch nicht zu den bedrohten Vogelarten. Das globale Verbreitungsgebiet erstreckt sich über rund 10 Millionen km², die Bestände der Zwergsultanshühner werden auf bis zu 1 Millionen Individuen geschätzt. In der Roten Liste der IUCN wird die Art daher als nicht gefährdet (LC, Least Concern) geführt. Die größte Bedrohung geht heute von der allgemeinen Umwelt- und Wasserverschmutzung, sowie von der Trockenlegung von Feuchtgebieten aus.

Anhang

Siehe auch

  • Hauptartikel: die Klasse der Vögel (Aves)

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Dr. hc Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

Links

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